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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Strich bis us stricheⁿ (Bd. 2, Sp. 625a bis 626a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Strich [ʿStri Pfetterhsn. Obhergh. Ruf.;

[Bd. 2, Sp. 625b]
ʿStrìχ Bf. Str.; ʿStre Steinbr. Lutterb. Su. Dü.; ʿStreχ Kerzf.; Demin. –lə S. O., –l U.] m. 1. Strich. Rda. s is iʰm e S. durʰ d Rëchnung gangeⁿ Su. [È aim ə ʿStreχ tùr t Raχnù màχə jemandes Pläne durchkreuzen Su.] Vgl. Striff. Er hat diʰ uf em S. er kann dich nicht leiden Lutterb. Str. Jägerspr. s Wild geʰt uf deⁿ S. ist in der Brunst; danach auch: D Bueweⁿ geʰn uf deⁿ S. laufen den Mädchen nach Bf. ‘Der Star fliejt mit dem Strych’ dem ganzen Zug Pfm. V 6. 2. Landstrich, Feldstrich. In sëllem S. is s Fueter groteⁿ Dü. s is e schöneʳ S. voⁿ Mülhuseⁿ uf Strossburj Bf. Zss. strichwis. 3. Richtung des Gewebes. Meⁿ dörf s Tuech nit gejeⁿ deⁿ S. bürsteⁿ Bf. 4. Zitze am Euter. D Geis het nur zwei S. am Utter, awer d Kueʰ het viere Ruf. Basel 281. Schwäb. 514. Bayer. 2, 807.

Hëxeⁿstrichle n. ein Strich, den die Kinder vor dem Stünzerviereck ziehen, um den Spieler zu behexen. Dazu spricht man: H., de fëʰls! Pfetterhsn.

Kirseⁿstrich m. die Zeit der Kirschenernte Steinbr. Banzenh.

 PfWB  RhWB Schnëpfeⁿstrich m. Flugzeit der Schnepfen, am Sonntag Oculi beginnend. Uf deⁿ S. geʰⁿ. In der Jägerspr. heisst es mit Anlehnung an das Sonntagsevangelium: Jesus treibt d Teüfl us, Un zue-n-ere jedwëdre Hag n-e Schnëpf nus! Su.

 PfWB  LothWB  RhWB stricheⁿ [tríə Heidw. Hi. Banzenh. Obhergh.; triχə O. U. Wh.; træìχə N.; Part. ktrìχə u. ktreχə O. U., ktrìχ Lützelstn., ktreχ Wh.] 1. streichen, Striche machen. Dr Leʰrer het mⁱr alles gstricheⁿ Bf. Er is gstricheⁿ woreⁿ Dü. 2. streichend ausbreiten. Butter uf s Brot s. Rda. Eiⁿm Flädle s. jem. durch süsse Worte locken Bf. Spw. ‘Einem (ebbs) uff's Brod striche ihm zu Gefallen reden’ Str. Pfm. II 7. Insbes. die Haare glatt kämmen: Er stricht si nie aˡs am Sunntig Katzent.; Part. gstricheⁿ glatt gekämmt, geschniegelt Su. Hf. Hüt bis awr gstricheⁿ! Ingenh. 3. streicheln. Wëⁿⁿ mr d Katz stricht z Nacht, se git s Funkeⁿ Dü. Sⁱe stricht iʰr Händle, mr meint, s wär e Million wërt Co. Rda. s. Hëngst 1. u. Kutzeⁿ. 4. refl. sich drücken, sich entfernen Ruf. ‘D Sitzung het mi gelangwîlt, drum hawwì mì gstrìche’ Str. CS.

[Bd. 2, Sp. 626a]
106. Ulrich. ‘Strìch dich! pack dich!’ ebd. — Basel 281. Bayer. 2, 806.

ab stricheⁿ abstreichen, z. B. das übervolle Getreidemass U. Beim Weizenkauf wird der Sester abgestrichen, bei Hafer nicht Str. ‘sampt allen unsern verdinsten und wercken der Supererogation (das sein die werck so uns nach abgestrichenem sester zu eyner zugab überbliben)’ Fisch. Bin. 117ª. — F. Schwäb. 74.

an stricheⁿ 1. mit Farbe anstreichen allg. E Hus a. Lützelstn. ‘anstreichen sich schminken’ Klein. 2. einem Ohnmächtigen das Gesicht mit einer Flüssigkeit besprengen: eiⁿm onstricheⁿ K. Z., eⁱneⁿ a. Wh. ‘Was haa i Angst e Bang. Gehn, stryche mer ebs an’ Pfm. IV 5. — F. Schwäb. 272. Bayer. 2, 807.

 PfWB  RhWB  RhWB ʰerus stricheⁿ herausstreichen, preisen Str. De bruchs dini Kinder nit ʰeruszestricheⁿ! Bf. ‘herauss gestrichen vnnd gerühmet’ Mosch. I 269. — Bayer. 2, 807.

in stricheⁿ 1. (Geld) einstecken St. 2. zu fühlen geben, verleiden Hi. bis Bf. Wart, ich will dⁱr s iⁿstricheⁿ! Co. Dëm Luser will ich s Tuwakraücheⁿ i.! Bf. intrans. [e tér wel iχ  triχə M.] — Basel 280.

nach stricheⁿ nachschleichen. Iⁿ deⁿ Meidleⁿ noʰ stricheⁿ den Mädchen nachlaufen Su. Schmeichelnd umwerben, von Verliebten. Er is lang im Meiele noʰgstricheⁿ, un ziter ass er gsiʰt, ass es nix von iʰm wisseⁿ will, stricht er im Salmi noʰ Dü.

us stricheⁿ 1. ausstreichen, auf einer Liste usw. U. 2. herausstreichen, loben Bf. Bayer. 2, 806.