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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Straü bis us sträüeⁿ (Bd. 2, Sp. 621b bis 622b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Straü, Stroü, Stroʰ [ʿStrày Olti. Lutterb.; ʿStrài Hi. Hirzfn. Mü. NBreis. Obhergh. Ruf. Su. Bf.; ʿStròi Gebw. Co. Horbg.; ʿStroi Hlkr. Winzenh. M. Dü.; ʿStrœy Damb.; ʿStrûì Ndhsn. Meis.; ʿStró Str. Hf. W.; ʿStrû K. Z. Rothb.; ganz vereinzelt steht das Demin. ʿStraiələ Dü.] n. Stroh. Gi mⁱr e Wëll S. für im Viʰ ze

[Bd. 2, Sp. 622a]
sträüeⁿ Damb. Das is n-e nëtteʳ Boseⁿ Straü ein schönes Gebund Hirzfn. Do git s nit vil Garbeⁿ, das is [tà] klein Sträüele Dü. ‘’s stekt mer im Kraaue wie Hamfle gschnidde Stroh’ Pfm. III 1. Rda. Er het, glaüw ich, Stroü im Hirn ist dumm Dü. Er hat keⁱⁿ Straü im Kopf ist klug Geberschw. Lër Stroʰ drescheⁿ Avolsh. ‘Drescht leer Strau’ Mü. Mat. 4, 44. ‘Lär strow tröschen’ Geiler in Als. 1862, 158. Uf s Stroʰ leieⁿ oder bringeⁿ jem. unter den Boden bringen, auch bildlich, z. B. hereinlegen beim Kartenspiel. Er lijt uf m S. ist tot Hf. Der luejt ʰrus wü us ere Wëll Stroʰ, sagt man von einem schmutzigen, ungewaschenen Menschen Z. ‘I kann jo zu mie'm Heu Stroh sauje’ Als. 1850, 29. ‘Botz stroh!’ für ‘gott strôff mich!’ Bergmann 15 u. 26 Anm. 20. ‘Do ist alles durchenanner wie Hèj un Stroh’ Dehli. JB. XI 54. Straü, Straü, alti Husfraü! rufen die Burschen, welche am Fastnachtssonntag Holz und Stroh für das Fasnachtsfür sammeln Hi. ‘habern, haw, straw’ Str. 1592 in Als. 1858, 26. Der böse Geist habe ‘ihr. sodann Geld gegeben, das, wie gewöhnlich, nur strauw vnd laub gewesen’ Hagenb. Hexenproz. 1614, Als. 1856, 299. ‘das Beht vndt Strau angezindt’ Mü. 1663 in Als. 1868, 306. Zss. Straü- bezw. Stroʰband, –bluem, –dach, –halmeⁿ, –huet Bf., –mann Vogelscheuche Bf., –mësser, –sack, –seil, –stueʰl, –wëlle, –win, –wisch. — Basel 280. Schwäb. 513. Bayer. 2, 802.

Abstroü [Âtroi M.] n. Stroh, das bei Bildung der Schaü (s. d.) übrigbleibt. — F. Schwäb. 76.

Boseⁿstraü Olti. Bf. Osthsn., Boseⁿstroʰ K. Z. n. glatter Strohbund, im Ggs. zum Schüttlstroʰ.

 PfWB  RhWB Haberstraü, Haberstroʰ [Hàwərtrài Mü. Bf.; –trû K. Z.; –tró Str.] n. Haferstroh Bf. Spw. ‘De Buhre gkehrt gehört Hawerstrau’ jedem nach seinem Stande Mü. Mat. 5, 51. ‘D’ dritt schnit (spinnt) Hawwerstroh’ aus einem Reitliedchen Str. u. allg. Stöber Volksb. 98 ff. ‘Isch denn diss Maidele no nit do Mit dem Bindele Hawwerstroh?’ Hag. Stöber ebd. 128.

 PfWB  LothWB  RhWB Saüboʰneⁿstraü, Saüboʰneⁿstroʰ [Sèipónətrài Hi.; zur Ausspr. vgl. Saü allg.] n. Stroh der Vicia faba allg. Es ist viel gröber als das Stroh der verschiedenen

[Bd. 2, Sp. 622b]
Getreidearten; daher die Rda. Grob wie S. überaus grob allg. JB. XI 140. Mit dir kaⁿⁿ mr nit einig wëreⁿ, dënn du bis grob wü S. Rothb. Er is gröber aˡs S. Hi. ‘Er isch au grob wie Saubohnestroh’ Pfm. III 7.

Weisseⁿstraü Bf., Weisseⁿstroʰ K. Z. Betschd. n. Weizenstroh.

 PfWB  LothWB  RhWB Sträü(e) [ʿStraiə f. Hi. Geberschw.; ʿStrèiə Strüth; ʿStraiwə n. Osenb. Su.; ʿStrai Str.] f. Streu, u. zw. Stroh, Laub, Kartoffelkraut usw., als Unterlage für das Vieh. Mⁱr geʰn geʰⁿ d Sträuwe holeⁿ! Su. Kumm, mⁱr geʰn im Wald geʰⁿ Sträuwe holeⁿ! Osenb.Bayer. 2, 801.

Gsträü [Ktrai Roppenzw.] n. Durcheinander.

 PfWB  LothWB  RhWB straueⁿ, sträüeⁿ, sträüweⁿ [traiə Roppenzw. Ruf. Obhergh. Logelnh. Dü. Bf. Str.; traiə u. troiə Dü.; trœjə K.; trœyjə Z.; traùə Hag. Zinsw. Lobs.; traiwə Obbruck Felleri. Su. Osenb.; trœwə Wh.; Part. ktrait S. O., ktrœyt K. Z., aber daneben ktrœyjə Hf.] 1. streuen, verteilen. Zucker uf deⁿ Kuecheⁿ, Bluemeⁿ uf d Gass sträüeⁿ Bf. ‘Blme straie auf die Strasse, vor den Füssen einer Person, der man Ehre erweisen will’ Str. CS. 105. Wenn Glattis is, duet mr Sägmëʰl sträüweⁿ Felleri. 2. abs. oder im Viʰ s. dem Vieh Streu in den Stall werfen allg. ‘Mer müss em Vieh frisch straie frische Streu bereiten’ Str. CS. 105. Iʰ ha dr Stall gmistt, jetz will iʰ noch straüeⁿ Dü. Mit Accusativobjekt nur bei Unterscheidungen: Teⁱl strauweⁿ Stroʰ un Teⁱl strauweⁿ Läb in deⁿ Stall Wh. Hes deⁿ Stall gstraut? Ingenh. Wann mr Mist will, ze muss mr erëcht straueⁿ Lobs. Basel 281. Bayer. 2, 801.

underströwen (: ellenbogen) Brant Narr. 18, 21.

us sträüeⁿ ausstreuen. Sträü deⁿ Someⁿ us! Roppenzw.