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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Staat bis Haltstat (Bd. 2, Sp. 618b bis 619a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Staat [ʿStât fast allg.; ʿStót Meis.] m. 1. (selten) Staat, Regierung. Po! dr S. bezaʰlt's! Illk. 2. Putz, Aufwand allg. Im S. geputzt Str. Di macheⁿ S.! unnötigen (oder auch über ihre Kräfte gehenden) Aufwand U. Si is im grösteⁿ S. in feinster Toilette Hf. s het nix aˡs e grosseⁿ S. kein Vermögen, nur schöne Kleider Dü. Scherzh. Dr S. muess es bringeⁿ durch vorteilhafte Kleidung will sie einen Mann ködern Illk. S. mit eps macheⁿ damit prahlen Str. Rda. Das is dr S. vom alteⁿ Käs — dass er stinkt Illk. Ohne den Zusatz: ‘Das ist der Staat vòm griene Käs’ das gibt der Sache erst den richtigen Wert Dehli. JB. XI 62. ‘Der Staat, zell isch der Pauz’ Pfm. I 2. ‘Wo isch e Frau jezz uf de Staat?’ E. Stöber II 134. ‘Nieme recht's eim for e Staat, Schöppelt mer in Ehre’ Hirtz Schk. 221. ‘(di maidlè) denkè sunschd uff niks als uff dè schdâd zè fiehrè’ Bergmann 67. ‘Der verdorben man fieng wider an ein herlich stat z füren’ Pauli 300. 3. in Zss. Staats- in der Bed. prächtig: e Staatsbaüm Hi. Su. Das is [tà] e Staatsding vom e Ross! Roppenzw.; e Staatskërl(e), e Staatskutsch eine Prachtkutsche Mütt., e Staatsmann ein auffallend schöner, prächtiger Mann Co. Henry. Staatsaff, –arsch putzsüchtiges Mädchen Str. Basel 277. Bayer 2, 792.

Sunntigstaat m. Sonntagsgewand Bf. K. Z.

staatsmässig 1. Adj. hervorragend

[Bd. 2, Sp. 619a]
schön Hi. Dis is awer jetz e staatsmässigs Kleid NHof. ‘Was het er rothi Bakke-n-un e staatsmässji Nas’ Pfm. I 2. 2. Adv. prächtig. Er kummt ganz s. dªrhër Mütt. Basel 278.

Gstaat m. Kleideraufwand, Prachtentfaltung Mü. Logelnh. ‘Wie dà ne Gstaat thüet fiehre’ Lustig I 44. — Basel 152.

Staateⁿ [ʿStâtə Su. Ruf. M.] m. Prunk, Luxus. Die kummeⁿ im e S.! aufgeputzt Su.

Gstaateⁿ [Ktâtə S. Su. Geberschw. NBreis. Katzent.] m. Aufwand. Die Lüt hënkeⁿ alles an dr G. Katzent. Die lëbeⁿ n-em höchsteⁿ G. mit grösstem Aufwand Roppenzw. Rda. Mit dir is keⁱⁿ G. z füeʰreⁿ mit dir legt man keine Ehre ein Su.

staatisch Adj. prunkvoll, aufgeputzt. Das Maidle is allwil s. aⁿ gleit Liebsd.

gstaatisch Adj. = staatisch Su. Geberschw. Logelnh. Katzent. Wie die-n-aⁿfangeⁿ g. kummeⁿ! wie die jetzt stattlich gekleidet einherkommen. — Basel 152.
 
 
 PfWB  RhWB Statt [ʿStàt selten, meist nur in Abl. und Zss.] f. Statt. Iʰ kaⁿⁿ miⁿ Bein nit dr S. [nìt ərttàt od. nìt əttàt] von der Stelle lüpfeⁿ M.Bayer. 2, 792.

Fürstatt, s. Fürste Seite 133.

Haltstat f. ein Ort, der zum Hinterhalt günstig ist, Hinterhalt Geiler S. M. 77.