| PfWB LothWB RhWB Stork, Storch [ʿStòr Ballersd. Lutterb. Illz. Str.; ʿStòriχ Ingersh.; ʿStòreχ Hag. Kindw.; ʿStork Mü. Ruf. Su. Hlkr. M. Bf.; ʿStòrik Co. Dü. Bebelnh. Mütt. NHof Str. U.; Pl. meist ohne Umlaut –ə, mit Umlaut ʿStèrk Hlkr., ʿStèrik NHof, ʿStèreχ Kindw.; Demin. ʿStèrkl, ʿStèrkələ Str.] m. (f. K. Z. Hag.) 1. Storch. Er het n-e Hals wie-n-e Stork so lang Su. ‘Umb des Peterstl fest schen die Storcken jr nest’ Fisch. Prakt. 17. ‘die Storcken fliegen umb Jacobi wider hinweg’ Str. 1625 JB. VII 113. ‘ja sie wissen noch nicht so vil als die Storcken, auf welchem [Bd. 2, Sp. 613b]
fus sie stahn müsen’ Fisch. Bin. 86ª. ‘Dise sein gleich den Storcken’ Geiler Narr. 66 Kloster. ‘Storcken cigognes’ Martin Parl. N. 561. Der Storch ist besonders bei Kindern beliebt; es gibt mehrere Verschen mit Abarten, die sie ihm zurufen, sobald sie ihn erblicken. Storch, Storch, stipper dine Bein, Trag miʰ ufm Rückeⁿ heim; Wenn d miʰ nit kaⁿⁿs trageⁿ, So hol e langer Wageⁿ; Wenn d miʰ nit kaⁿⁿs ziegeⁿ, So loss miʰ widr fliegeⁿ! Illz., ähnl. Lutterb. Ruf. Co. Bebelnh. Rapp. JB. VII 160. ‘Stork, Stork, Stibberdibein! Dra mi uf'm Rucke heim! Kannsch mi nit erdrauje, Lai mi uf de Wauje; Kannsch mi nit erzeje, Loss mi d'heime leje! Drauje ’s Brod ins Beckehüs, Bringe-n-im Kind e Weckele drus!’ Str. Stöber Volksb. 313. Storik, Storik, stipper di Bein, Trau miʰ uf dineⁿ Flijeleⁿ heim; Wënn d miʰ nit kanns traujeⁿ, Hols deⁿ langeⁿ Waujeⁿ Un deⁿ wisseⁿ Schimml: Füeʰr mich in deⁿ Himml Ringend.; ähnl. Damb. Stöber Volksb. 314. ‘Stork, Stork, styber die Bein!’ Hirtz Ged. 205. Storik, Storik, Langbein, Tra miʰ ufm Buckl heim; Wënn dë miʰ nit kaⁿⁿs trajeⁿ, Loss miʰ liewer faʰreⁿ! Co. Storik, Storik, Langbein, Trau miʰ ufm Rückeⁿ heim! Dunzenh. Storik, Storik, dreimol ʰerum, Lei diʰ uf deⁿ Waujeⁿ, Kann dich nimmi traujeⁿ; Lei dich uf deⁿ Rückeⁿ, Kann dich nimmi drückeⁿ! Ingw. Storik, Storik, dräj dich herum, Millichsippl, Tülipa: Friss du, was du gschisseⁿ hes! Dunzenh. Abzählsprüche: Storik, Storik, dräj dich herum, Bariggl, Bariggl, s het zwei gschlaueⁿ! Str. Storch, Storch, Zipflschnabl, Kumm, iʰ will diʰ leʰreⁿ s Ësseⁿ trageⁿ Mit dr breiteⁿ Wanneⁿ Ze dr Mueter anneⁿ, Züm Vetter Lieni (Lienhard), Blëtz mⁱr mine Schüeʰli; D Katz het mⁱr s Lëdr gnummeⁿ. Wart, bis iʰ widr kumm Moʳne morgeⁿ früej, Wenn dr Haber blüejt, Wenn dr Roggeⁿ rist, Wenn dr Miller pfist, Wenn dr Beck iⁿ d Hoseⁿ schisst Ballersd. Var. ‘Storch, Storch Eini! Mit dine lange Beini, Mit dine lange Schnîbberschnäbber!’ usw. Dirlinsd. Stöber Volksb. 315, Gebw. ebd. 317. Reitliedchen für Kinder, welche auf den Knien Erwachsener geschaukelt [Bd. 2, Sp. 614a]
werden: Storikeⁿ, Storikeⁿ, Schniweschnawl, Setz dich uf de-n-Isereⁿgawl, Setz dich uf deⁿ langeⁿ, langeⁿ Waujeⁿ; Dr Waujeⁿ kann diʰ traujeⁿ, Treit dich üwr s Beckeⁿ Hus, Wirft dⁱr drei Wecke-n-ʰerus, Wirft sⁱe hinger d Tüer: Un unser klein Schorschele (od. anderer Kindername) holt sⁱe widr ʰerfür Hf. Beim Anblick eines Storches rufen die Kinder zuweilen auch: ‘Stork, Stork, di Hîsele brennt! Vadder un Mueder sin d'Hèll awe g'rennt!’ Mü. Stöber Volksb. 316. Storik, Storik, s Nest brënnt, D Jungeⁿ sin schun lang verbrënnt Hf. Vgl. Ramm(e). Die Vorstellung, dass der Storch die kleinen Kinder bringt, ist nicht volkstümlich und wenig verbreitet und scheint erst in jüngerer Zeit Eingang gefunden zu haben. Storik, Storik, stipper din Bein, Bring mⁱr morje-n-e Buppele heim! Hf. (erst seit 1893); Var. Bring mⁱr e Buppele heim! Ingw. Zss. Storikeⁿschnabel. 2. aufgeschossener, langhalsiger Mensch. Dër Storik het üwerall sini Nas drin Dü. Lueg, d Storkeⁿ fliege-n-us! dort geht ein langer Mensch Ruf. 3. Dr blöue Storkeⁿ eine Art Singtanz, der anfangs dem langsamen, gravitätischen Menuett ähnlich ist; jetzt ausser Gebrauch K. Han. Aug. Stöber Der Kochersberg 48, wo auch der Anfang des Storchenlieds mitgeteilt ist. ‘einem den storcken machen’ drehen, durch Gebärden äffen, ausspotten Geiler S. M. 35. 4. Demin. Pl. Sterkeleⁿ übtr. Hypothek. Rda. ‘Sterkele-n-uff em Dach han Hypotheken auf dem Haus’ Str. CS. 105; e Storikeⁿnest uf m Hus han dass. Str. Ulrich. — Basel 250. Bayer. 2, 781.
PfWB LothWB RhWB Sturm [ʿStûrm Liebsd. Mü.; ʿStùrm Olti. Hi. Co. Str. U.] m. 1. Sturm Olti. Mü. Zss. Sturmwëtter. 2. Rausch Str. 3. Hutkrämpe. Du hes e breiter S. am Huet Liebsd. Hi. — Basel 284. Bayer. 2, 782. Nabelsturm m. Bauchweh Olti. Sturmi m. Stürmer, stürmischer Mensch Olti. Gstürm(s) [Ktìrm Katzent.; Kterm Su.; Kterms Dü. K. Z.] n. 1. Hin- und Herrennen Katzent.; Lauferei Dü. 2. schlechtes Läuten Su.; Sturmläuten K. Z. Himmelstürm [Hìmltìrm Felleri.] n. Gebrumme, dumpfes Geräusch.[Bd. 2, Sp. 614b]
Stürmel [ʿSterml Hi. Kerzf.] m. Mensch mit bösem Gesicht Kerzf.; planlos und unüberlegt redender und handelnder Mensch Hi. Vgl. Sürmel. PfWB RhWB stürmeⁿ [tîrmə Fisl. Liebsd.; tìrmə Olti.; tìrmə u. termə fast allg.] 1. Sturm läuten. Wo brennt s? meⁿ hört s.! Liebsd. s het mit alleⁿ Glockeⁿ gstürmt K. Z. ‘es were dann das ein für uszginge und das man mit den glocken uf dem münster stürmen wurde’ Str. 15. Jh. Brucker 26. ‘man soll die Glockenseil aufziehen, damit man nicht stürmen mög’ 1525, Als. 1854, 136. ‘Hierauf hat man gestürmt mit allen Glocken’ 1525 Rapp. ebd. 164. 2. schlecht läuten Liebsd. 3. ungestüm rennen. Stürm nit so! Ndrröd. 4. schwärmen, von Fluginsekten Dü. — Basel 284. Bayer. 2, 783. ʰerum stürmeⁿ herumschwärmen. Uf eiⁿmol siⁿ mⁱr e Hufeⁿ Wëspleⁿ um dr Kopf ʰerum gstürmt Dü. PfWB in stürmeⁿ mit Gewalt oder Ungestüm erstürmen Ruf. Bi-n-eso Ziteⁿ, Kilb oder Patronstäj, stürmen eiⁿm d Bëttler s Hus fast iⁿ! Bf. Mr is s Lëweⁿs nimmʳ sicher gewëˢn, si han eiⁿm s Hus schier inggstürmt Ingenh. umme stürmeⁿ umherlaufen Fisl. | |