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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Stang(e) bis Telegrafeⁿstang (Bd. 2, Sp. 605a bis 605b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Stang(e) [ʿStàə S. Olti. Pfetterhsn. Rädersd.; ʿStà sonst allg.; Pl. –ə; Demin. ʿStalə O., ʿStal U., ʿStæl Str.] f. 1. Stange, langer Stecken, langes dünnes Eisen usw. Rda. Eiⁿm d S. halteⁿ a) jemandes Partei nehmen Bf. Str. ‘Si sott sich schamme, dass si em d'Stang duet halde’ Pfm. IV 7. Ähnl.: Eiⁿm d S. gëⁿ Hlkr., heweⁿ Felleri. Gebw., nëʰmeⁿ NBreis. Die Rda. ist darauf zurückzuführen, dass bei den alten gerichtlichen Zweikämpfen Sekundanten Stangen zwischen die Kämpfer schoben. b) jem. mit Erfolg Widerstand leisten Hf. Wenn do d S. dät brëcheⁿ ..., wenn diese Freundschaft aufhörte Gebw. ‘Mit der Stang im Nèwwel erum fahre unklare Gedanken äussern’ Str. CS. 103. Zss. Stangeⁿros. 2. die Drehstange an der Kelter. E S. holeⁿ einmal umdrehen Katzent. 3. membr. vir. Hf. Zss. Stangeⁿfieber. 4. lang aufgeschossene

[Bd. 2, Sp. 605b]
Person, bes. weiblichen Geschlechts S. NBreis. 5. Strich auf der Tafel bei gewissen Kartenspielen Su. 6. Demin. Stangengerüst am Ofen zum Trocknen der Kleider und Wäsche Logelnh. Basel 277. Bayer. 2, 770. Hess. 395.

Bangenetstang f. Spaniolette, Drehriegel zum Öffnen und Schliessen der Fenster Str. CS. 12.

Bäreⁿdrëckstang f. Mütt., Bäreⁿdrëckstängele n. Ingersh. Hf. Lakritzenstange.

Blümelstang [Plîmltà Betschd.] f. Fischgarnstange.

Boʰneⁿstang(e) f. 1. Bohnenstange allg. 2. langer Mensch Co.

Brëch(wërk)stëngler n. Pl. Splitter des Hanf- oder Flachsbastes, welche beim Brechen entstehen M. s. auch Agele Seite 20.

 PfWB  RhWB Faʰneⁿstang(e) f. Fahnenstange allg.

Hopfeⁿstang(e) f. 1. Hopfenstange Co. U. 2. langaufgeschossene Person. Dis is awer emol e (langi) H.! Geud. Er (si) is e waʰri H. mager und krank Gebw. ‘Ze mach denn emol furt, du grossi Hobfestang’ Pfm. I 1.

 PfWB Ofeⁿstang [Ofətà Betschd. Lobs.; Demin. –tal Hilsenh.] f. ein über dem Ofen an der Decke befestigtes Hängegestell für Wäsche, feuchte Kleider, das Tischtuch u. dergl. Syn. Ofeⁿstëckeⁿ K. Z. Scherzreim: Ofeⁿstängl, diⁿ Vatter is e Hëxeⁿmännl! Hilsenh.

Schleifstang f. eine runde, dicke Stange, welche vorn am Webstuhl eingehängt und um welche der aufzubäumende Zettel geschlungen wird Bf.

 PfWB  RhWB Telegrafeⁿstang f. 1. Telegraphenstange Su. 2. langer, magerer Mensch ebd.