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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Bëndel bis Prisbëndel (Bd. 2, Sp. 57a bis 58a)
 
  Bëndel, Bëngel [Pal Olti. Fisl. Pfetterhsn. Attenschw. Hi. Hindish. K. Z.;

[Bd. 2, Sp. 57b]
Pál Roppenzw.; Pantl Heidw. O. (auch M.) bis Bf. Hf. Betschd.; Pæntl Str.; Pæl W.; Pl. ebenso; Demin. Paəli Fisl., Paələ Roppenzw., Pantələ O. Hf., Pæntələ Str., Paələ K. Z.] m. 1. Bendel, schmales Band. E bloüer, sidiger B. het si in deⁿ Horⁿ gha Co. ‘Do sitze Rhiner Buure, Brijdle vom Kocherschberj mit Bängel (Bänder als Kopfputz) handebreit’ Bernhard Schk. 137. Rda. Einⁿ am Bëngl haⁿ Hi., Einen am Bändl han jem. in der Gewalt haben, am B. ʰerumfüeʰreⁿ zum Narren haben Hf. ‘Daß Si am Bendel schunn lang henn myne Sohn, zell wundert mi jez nimm!’ Pfm. V 3. s. Gigerigi Seite 203. Deneⁿ het s am B. die Krankheit hat ihn fest gepackt, er wird nicht mehr gesund Rupr. Eps am B. heweⁿ nicht lassen von etwas Str. Z. ‘Un ’s Elsaß, unser Ländel, Es isch meineidi scheen; Mer hewwe's fest am Bändel, Mer lon's, bi Gott! nit gehn’ E. Stöber Schk. 45. ‘Noch im vorigen (18.) Jh. war es bei Hochzeiten Sitte, daß zwei junge Leute die von der Krone der Braut herabhängenden Bänder hielten. E Stöbers Worte wären demnach eine Reminiszenz dieses Gebrauchs. Bendel nannte man auch die Brautkrone selber’ CS.; vgl. Bed. 2. ‘stcker Nestel, schnr vnd bndel’ Mosch. I 74. Zss. Bëndlmëss, –meter, –wurm. 2. Art flacher Turban, der im 16. Jh. in Straßburg aufkam und je nach dem Rang der ihn tragenden Frauen einfach oder doppelt und mit Gold oder Silber, bei den Vornehmen mit Perlen und Edelsteinen besetzt war; sein Wert stieg von 100 bis auf 400 Gulden Piton Strasbourg illustré 1, 26. 3. Demin. Das im Knopfloch getragene Bändchen der frz. Ehrenlegion Str. Hf. Schweiz. 4, 1334.

Fürtebëndel Su., Fürtiʰbëngel Dunzenh. Ingenh. m. Schürzenband. Rda. D Mueter het iʰm wider gëⁿ mit em F. er hat von den Prügeln nichts gespürt Su.Schweiz. 4, 1338.

Hochzitbëndele [Hóχtsitpaələ Dunzenh. Ingenh.] n. Hochzeitsbändchen, gewöhnlich weiß und rot, das an einer Stecknadel jedem Teilnehmer angesteckt wird. Vgl. Strumpfbëndel 1.

Inbëndel m. Einfaßband oben am Frauenrock Lützelstn.

Kappeⁿbëngel m. Schleife an Frauen- und Mädchenhauben K. Z.

[Bd. 2, Sp. 58a]

Konskribëndel m. gew. Pl. bunte, seidene Streifen am Hute des Rekruten Olti. s. Konskri Seite 451.

Kunkelbëndel m. Kunkel-, Rockenband. Es ist der Stolz jedes Mädchens, einen möglichst schönen seidenen, farbigen K. zu haben Dü. Bf. K. Z.

Litzbëndel m. schmales Baumwollenband zum Säumen der Kleider Obhergh.

Malisseⁿbëndel, Milisseⁿb., Melisseⁿb. M. m. = Konskribëndel Obhergh.

Meterbëndel m. eine 10 m lange, in einer Dose zusammengerollte Schnur Rapp.; Syn. Bëndlmëß, –meter Hf.

Prisbëndel [Prispantl Hf.] m. 1. Schnürriemen zum Zuschnüren der Kutteⁿbrust Z. 2. Pl. scherzh. Binsen und Weiden zum Festbinden der Weinranken an den Rebpfahl. s. Bris(e), Brisnestl.