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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Stück bis Göttelstück (Bd. 2, Sp. 586b bis 587b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Stück [ʿStìk u. ʿStek allg.; Pl. –ər, übtr. auch ʿStekə, = Sing. nach Zahlen fast allg., –ərə W.; Demin. –li Roppenzw., –lə O., –l U., ferner ʿStekələ Co. U. W.] n. 1. Stück, Teil eines Ganzen. E S. Brot allg. E S. Brot wie n-e Rosszeche Co. Ër is e S. Wëj mit mir gangeⁿ Bf. s is e nëtt S. Wëgs Su. Ër het e S. ab eine Hautschürfung Su. De bekumms (Schläge), ass d Stücker drvon faʰreⁿ! Su. In Stücker faʰreⁿ zersplittern, in St. schnideⁿ zerstückeln Str. 2. einzelnes Stück. E (hëlls) Stück Vieʰ ein Unmensch Str. Iʰ verkaüf uf s S. im einzelnen Bf. Uf s S. schaffeⁿ auf Stücklohn arbeiten Su. Mark. In (Gebw. an) eiⁿm S. fort ununterbrochen Hf. [à èim ʿStek M.], aⁿ einem hertigeⁿ S. Ruf. ‘Jo, boddelusti gar, wyl si an aim Stük hien sinn uf de Bodde keit’ Pfm. III 2. In Teil S. (Stückeⁿ K. Z.) in mancher Hinsicht Hi. ‘Stükker Manifalt ’Pfm. II 1. Er het 5 Stück Haseⁿ gfangeⁿ Hf. Zss. stückwis nacheinander

[Bd. 2, Sp. 587a]
Hag. 3. Acker. s is keⁱn Matt, s is e S. Wh. Er het alli sini Stücker verleʰnt seine liegenden Güter verpachtet Hf. 4. Bund roher Hanf, bestehend aus 25 Büscheln, welche zusammen als Bett auf den Reibstein gebracht werden K. Z. 5. Schauspiel. Gestʳⁿ is e schönes S. gspilt woreⁿ Str. Hierher(?) die Rda. Dis git iʰm jetz e S. das macht ihm Freude, das tut er gern Betschd. 6. (e) Stücker (ursprl. = ein Stück oder) vor folgender Grundzahl bedeutet: ungefähr, etwa. Wie vil Wideⁿ bruchs? — Stücker fufzig! Dü., e Stücker sechs! Hf. [ə ʿStekər M.]; Syn. eppene unter etwan. Demin. Stückle, Stückl 1. Teilchen. Der siʰt un hört keⁱn Stückl gar nichts Z. (vgl. Stich 8). Rda. Mr kaⁿⁿ voⁿ keⁱⁿm keⁱⁿ S. nëʰmeⁿ un an dr ander setzeⁿ sie sind beide im Irrtum Dü. 2. kleines Ding. E St. Zucker Lützelstn. E Stückl Viʰ Z., e Stückle Möwl oder Husrot Su. bedeuten auch Taugenichts, ungezogener Kerl. ‘Der isch jô hell è stick'l vieh’ Bergmann 158. ‘Der Bott het gsait, i bin e Stükkel Vieh’ Pfm. III 4. Ebenso dienen als Schimpfwörter gsaftig Stückle Dü., sufer Stückl Hf., oder S. schlechthin Su. Roppenzw. Das is jetz e Stückle ein frühverdorbener Junge Lutterb. Das is noʰ n-e guet Stückle vom e Mensch! ein grober Kerl Roppenzw. 3. lustiges Ereignis oder auch der Bericht davon. Do is jetz wider e nëtts Stückl passiert! Str. Dëʳ Nitnutz het doch schoⁿ mang Stückle aⁿgstellt! manchen Streich verübt Liebsd. Ne Stückle verzeʰleⁿ Su. 4. kleine Kanone Roppenzw. Mit Stückleⁿ schiesseⁿ mit Katzenköpfen schiessen Hi. Basel 283. Schwäb. 516. Bayer. 2, 730.

Aʰselstückel n. Achselstück im Mannshemd; bei den Frauen das Verbindungsstück zwischen vorderem und hinterem Teil des Mieders Geisp.

Baumstück n. Obstgarten, Baumgarten K. Z.

Belzstück n. eingefriedigtes Grundstück; noch als Flurbezeichnung Mundolsh.

Brutstück n. Brautgeschenk Ruf. Molsh.; Geschenk des Bräutigams an die Braut, Su., der Taufpaten an die Braut Katzent., der Gäste an das neuvermählte Paar Z., der Braut an Patenkinder, befreundete Familien oder Gespielinnen, wenn sie ihre Einkäufe macht Lützelstn.

[Bd. 2, Sp. 587b]

Buebeⁿstückle n. toller Streich Obhergh.Basel 283.

 PfWB  RhWB Früeʰstück [Friètek Co.; Frîjtìk Str. Betschd.; Frìètek Z.; Frêtek Dunzenh.] n. Frühstück.

Fuⁿfzeʰⁿsustückel [Fùftsêsýtìkl Str.] n. Bezeichnung für das Hotel de France auf dem Jung-St. Petersplatz Str.

Glënkstück n. der Teil des Schuhes zwischen Sohle und Absatz Geberschw.

Gereⁿstück n. das Holzstück, aus dem der Seitenboden eines Fasses gemacht wird Ingw.

 PfWB  RhWB Göttelstück n. Geschenk der Taufpatin oder für sie Ruf. M.