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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Stock bis Dangelstock (Bd. 2, Sp. 583b bis 584a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Stock [meist ʿStòk, seltener ʿStok allg.; ʿStùk Dollern; Pl. ʿStèk allg.; nur ʿStêk Roppenzw., ʿStæk Su.; Demin. mit dem Umlautsvok. des Pl. und der Endung –li Roppenzw., –lə O., –l U.] m. 1. Stock. Rda. Ër steʰt do wie n-e S. so steif Bf. Insbes. heisst so der Stock, welchen die Rekruten während der »Spielzeit« (s. spileⁿ 2) statt der Fahne führen Dollern. 2. Wurzelstock. Dëʳ Baüm het e grosser S. gha Liebsd. Pl. Stöck Wurzelholz. Di Stöck sin awer bös haueⁿ! Geud. 3. eine ganze Pflanze. E S. Hërdepfl Dü. Hol mⁱr hurti zween, drei Stöck Salot! Ingenh. 4. Weinstock U. ‘Der Win schmeckt noch em S.’ Art lässt nicht von Art Pfm. II 6. 5. Haufen von Getreide usw. D Garweⁿ uf deⁿ S. setzeⁿ das Getreide (namentl. Gerste) bansen, schichtweise einlegen Bf. 6. Häuserkomplex, auch mit Gärten dazwischen, welcher rings von Wegen umgeben ist Dü. ‘Mer gehn als um de Stock’ spazieren Schk. 317; Bergmann 43. ‘Henn Si denn um de Stok so spot noch welle gehn?’ Pfm. IV 5. 7. Stockwerk. Das Erdgeschoss zählt als 1. Stock usw. Dü. Rda. Dëʳ het im öwwereⁿ S. dieser ist betrunken Zinsw. Roppenzw. 8. Brunnenstock U. ‘ein stockh mit vier röhren’ Petri 358. Zss. Stockbrunneⁿ. 9. wortkarger und im Reden unbeholfener Mensch Str. M. ‘Der isch e rechder Stock’ CS. 105. 10. Demin. a) grober Holzklotz. Rda. s Stöckl schaweⁿ sein Schäfchen ins Trockene bringen: Ich hab min St. gschabt in deⁿ jungeⁿ Joʰreⁿ Betschd. Ufm Stöckl sin bereit sein; einen Dienst

[Bd. 2, Sp. 584a]
zu leisten: Ich bin nit grad ufm St. Str. Stöckleⁿ schiesseⁿ ein Spiel. Auf ein rundes Holzstück legt man einige Knöpfe; dann wirft man von einer bezeichneten Stelle aus mit platten Steinen oder Bleistücken danach, wobei die Knöpfe hinab fallen; sind sie dem Stein näher als dem Holz, so gehören sie dem Besitzer des Steins Hi. b) junger Weinstock, Würzling Rapp. c) Absatz des Schuhes Kerzf. Basel 279. Schwäb. 511. Bayer. 2, 729.

 PfWB  PfWB  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB stock- in Zss. zur Verstärkung, z. B. stockblind, –finster, –taüb, –wëlsch Dü. Bf. Hf.

Ächseⁿstock m. Achsenstock, Holzverschalung der eisernen Radachsen am Wagen Horbg. K. Z. Betschd.

Banstock [Pntòk Mutzig; Pântòk Dunzenh. Ingenh.] m. Weidenstock; s. Band.

Barückeⁿstock m. 1. Gestell, an dem man die Perücke aufhieng. 2. übtr. langer, hagerer Mensch Str. ‘Do kummt der Lizeziat ... der styf Barrickestock’ Pfm. I 3.

Bildstöckel n. Heiligenstein in der Gemarkung. Bei der Bannprozession wird hier jedesmal der Segen erteilt Mutzig.

Blätterstock m. Kaktus. Der Blumeⁿnarr hat meʰʳ aˡs zeʰn Blätterstöck Dehli.

Bluemeⁿstock m. Blütenpflanze im Garten U.

 PfWB  RhWB Brunneⁿstock Steinbr. Str., Burneⁿstock M. Dunzenh. Z. m. durchbohrter Baumstamm, der als Brunnenrohr dient.

Burgerstock, s. Burger 3; das betr. Spw. auch in Sulz Gebw.

Dangelstock m. Block mit kleinem Amboss zum Dengeln der Sensen Banzenh. s. Dëngelstock. — Basel 71.