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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
steckeⁿ bis Versteckeⁿs (Bd. 2, Sp. 581b bis 583a)
 
  steckeⁿ [tèkə fast allg.; tækə Steinbr. Steinb. Su.] trans. 1. stecken, allgemein wie hochd. Steck s Mësser iⁿ deⁿ Sack! O. U. Rda. Sini Nas in eps s. Str. Er het siʰ gsteckt! näml. in Schulden Dü. 2. einen Stab stecken. Mⁱr han Boʰneⁿstëckeⁿ gsteckt Wh., insbes. Rebpfähle einstechen Dachstn. Zss. Steckiseⁿ. 3. von Blumen und Samen. Hes aüʰ schoⁿ Rëttisomeⁿ gsteckt? Bf. Ziwwele s.,

[Bd. 2, Sp. 582a]
Knöwli s., Bolleⁿ s. K. Z. Rda. s. Maieⁿ 2 Seite 638. 4. den Abfluss verschliessen. Is dr Brunntrog gsteckt? Pfetterhsn. Mit em Wiⁿ is s dato gsteckt der Weinhandel stockt zur Zeit Geberschw. 5. heimlich mitteilen. ‘Es wurd ere-n-als gstekt wenn er e Wechsel kriejt’ Pfm. I 6, ähnl. II 3. Iⁿ eiⁿm eppes s. ironisch: einem etwas vorhalten, gründlich die Wahrheit sagen M. Dem haw iʰ s awer gsteckt! Str. Z. Iʰ steck s iʰm doʰ noʰ emol! Scherw. ‘Der hat um èhn gesteckt us um FF’ Dehli. JB. XI 55. ‘Er het's emol im Lätze gsteckt’ Schk. 233. 6. Eins, eini oder e paar s. Prügel (Ohrfeigen) austeilen. Meiⁿ! dëm han iʰ e par gsteckt! Liebsd. Dü. 7. mit Dat. jem. helfen (iron.). Dem han iʰ gsteckt! den habe ich durchgehauen Fisl. Is dr Wiⁿ guet gsiⁿ? Antw. Jo, jo, meiⁿ! iʰ han iʰm gsteckt ich habe ihm wacker zugesprochen Liebsd. Vater, löˢˢn mich dis macheⁿ! — Jo, du wurdigs iʰm s.! das würde etwas Schönes werden Geberschw. Jetz hes iʰm awer gsteckt! sagt man zu einem, der eine Arbeit ungeschickt angefasst und dadurch etwas verdorben hat Dü. M. Basel 276. Bayer. 2, 726.

gsteckt Fisl., gstecktig [ktèktik Obhergh.] Adv. völlig, bis oben hin, gewöhnlich in der Verbindung: g. voll. Die Schüssl is g. voll gestrichen voll. Vgl. ëbeⁿländig Seite 6, graglig Seite 271.

a(n) steckeⁿ 1. anzünden. Steck Licht on! Wh. 2. eine Krankheit übertragen. Dëʳ Zaʰn is aⁿgsteckt kariös Su. Angsteckt nennt man faule Äpfel, eine tuberkulöse Lunge usw. Er is angsteckt schwindsüchtig Hf. Eⁱn ansteckeⁿdi Krankʰeⁱt Z. 3. durch böses Beispiel verleiten Hf. 4. unpers. ärgern. s steckt miʰ an Str. s het ⁱʰne angsteckt Su. s is fas zum Aⁿsteckeⁿ es ist ärgerlich, verdriesslich M.

ʰⁱnin steckeⁿ hineinstecken. Rda. Er steckts under dr Nas ʰⁱnin er ist am Essen Str.

in steckeⁿ 1. in den Mund stecken. Iⁿ dëm Kind muess meʳ s Ësseⁿ noch iⁿ s. Bf. 2. einsperren, einen Verbrecher ebd.

uf steckeⁿ 1. aufstecken, eine gewisse mechanische Arbeit an der Spinnmaschine verrichten Su. 2. aufhören, von etwas

[Bd. 2, Sp. 582b]
ablassen. Alle (frz.), steck's uf! Dü Stecks jetz emol uf mit Wërfeⁿ! Liebsd. Er het s Bureⁿ ufgsteckt, er schafft jetz bi deⁿ Murerⁿ ebd. Iʰ ha s Tuwakschnupfeⁿ ufgsteckt Bf. 3. einen Gewinn machen; Nutzen ziehen. Er het nit vil ufgsteckt mit sinere Wirtschaft Dü. Hf. ʿIer steke vil als nit doby uf’ Pfm. III 1. 4. um das Trinkgeld spielen, von den Musikanten bei Festen. Zu einer bestimmten Stunde verlassen Musiker und die Tanzenden, letztere paarweise, das Tanzlokal und begeben sich in die Wirtschaftsräume, woselbst von den Musikern ufgsteckt wird, d. h. sie spielen Volkslieder, Arien, Serenaden usw., während unterdessen auf den Tischen Teller für ein Trinkgeld umgehen Dunzenh. Ingenh. Der Ausdruck hängt mit dem Aufstecken der Noten auf dem Instrument zusammen, denn man sagt eiⁿm u. jem. etwas vorspielen Hf. Basel 294. Bayer. 2, 726.

us steckeⁿ abstecken, ausmessen, von Wegen und Strassen allg. Iʰ will dr Plan u. Steinbr. Sⁱe fangeⁿ allewëj s näʰst on böueⁿ, usgsteckt is schun lang e Sach Ingenh.

versteckeⁿ 1. verbergen allg. Han ⁱʰr d Ostereier schun versteckt? Ingenh. ‘s bliht niks versteckt, s kummt alles an de helle Middah’ Dehli. JB. XI 63. ‘Der hat s Herz uf der Hand, der kann nix verstecke’ er ist ein ehrlicher, offenherziger Mensch ebd. 52. D Schandarmeⁿ suecheⁿ ⁱʰne schun e Wil, er het siʰ ierigⁿs versteckt Dunzenh. Sich v. sich beim Spiel verkriechen Su. Das is keⁱⁿ Versteckter der ist nicht dumm Hi. ‘Versteckter Wis’ Str. od. im Versteckteⁿ Su. [æm Fərtèktə M.] insgeheim Su. 2. umstecken, verpflanzen. Meⁿ muess die Ziwleⁿ v. Bf. Basel 113.

versteckleⁿ [fərtèklə Mark. Eckirch NHof Str. Hf. Weyersh.] verstecken. Wënn ich kumm, müeˢˢn ⁱʰr vrstecklt siⁿ! ruft das suchende Kind beim Versteckspiel den sich versteckenden nach Eckirch. ‘Druf wurd Blindmysels gspielt, ... Verstekkels’ Pfm. I 6. ‘Si sinn bym e Bekannde gewiss verstekkelt gsin’ Pfm. IV 5. ‘hesch du min Present au gfunde wo ich in der Marmit versteckelt hab g'het’ Str. JB. VII 187. — Basel 113.

Bsteck n. wie hochd. Logelnh. Str.

[Bd. 2, Sp. 583a]
U., urspr. wohl Behälter od. Futteral zum Hineinstecken, dann der hineingesteckte Inhalt, d. i. Löffel, Gabel, Messer.

Versteckeⁿs, Versteckigs, Versteckels, Verstecklis, Versteckerlis, Gottstecklis, Steckers, Stecklus [Fərtèkəs Co.; Fərtèkiks Bebelnh.; Fərtèkls NHof Str.; Fərtèklis Bf. Ingenh. Geud.; Fərtæklis Su.; Fərstèkərlis Heidw. NBreis. Ruf. Hlkr. Co. Rapp.; Fərtèkərləs Bisch. M.; Fərtèkərlys Dollern; ʿStèkərs Altw.; ʿStæklys Felleri.; ʿStèkəlys Obbruck] n. Versteckspiel. Wër macht mit Versteckerlis? Co. Du geʰs geʰⁿ schlofeⁿ machst die Augen zu, mⁱr macheⁿ jetz Versteckerlüs! Dollern. Sind alle verborgen, so ruft ein Kind laut: Jetz! Hat das Suchende ein Verstecktes gefunden, so wechseln beide ihre Rollen Co. s. auch gu Seite 192. In önsere Schiir koⁿⁿ mr guet Verstecklis mācheⁿ Geud. Versteckls spieleⁿ Str. Rda. D Sunn macht Verstecklis sie verbirgt sich bald hinter den Wolken, bald tritt sie wieder hervor Su.Basel 113.