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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Stadeⁿ bis Attichstude (Bd. 2, Sp. 574a bis 575a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Stadeⁿ [ʿStâtə Mü. Co. Hf. Wh.; ʿStôtə K. Z.; Pl. ʿStátə Bf.] m. 1. Staden, Ufer. Ër is am S. üwerm Fischeⁿ iⁿgschlofeⁿ, is iⁿs Wasser gheit und is versoffeⁿ Bf. Étudiants (frz. = Studenten) vom Stadeⁿ nennt man in Str. scherzh. die an der Ill herumlungernden Tagediebe. ‘d'Städe üwweral un d'Brucke

[Bd. 2, Sp. 574b]
nummro Pfyff!’ Kettner Mais. 63. ‘hinder sant Nyclause hin den staden uf’ Str. 15. Jh. Brucker 38. Spw. ‘Wer einer frawen will hueten, der got am staden ze acker’ Geiler, Als. 1862, 140. ‘macht ein schützrein an dem Staden’ Brant Narr. 75, 3. ‘an dem staden des mörs’ Gart D. G. VII. ‘am Stad au quay’ Martin Parl. N. 421. 2. Rand, Saum eines Feld- oder Rebstücks. Meⁿ kaⁿⁿ jetz d Städeⁿ schoⁿ abgraseⁿ Bf. 3. ungepflügter Teil des Ackers. Wann ich im Acker faʰr, geʰt eⁱn Përd in dr Furʰ un s ander uf em S. Wh. 4. die linke Seite des Gespanns K. Z. Dr Brun is am S. un der Fuchs nëwets angspannt Hf. Zss. Stadeⁿross, –sit. — Basel 276. Bayer. 2, 732. Hess. 394. Pfalz.

Bachstadeⁿ m. Ufer eines Baches. Dr B. is bös mäjeⁿ Wh.

 PfWB Gstad [Ktât, Demin. Pl. Ktêtli Fisl.] n. Gestade. Hes s G. schoⁿ abgmäjt? — Basel 152. Bayer. 2, 732.
 
 
Stadel m. Scheune, nur noch erhalten in dem Strassennamen Stadlgass Str.S. Swz. 2, 389. Schwäb. 505. Bayer. 2, 732.
 
 
Städ [ʿStèt Geberschw.; ʿStêt M.] f. Pfosten in einer Gartentüre oder in einem Zaun. Do bruch iʰ e par rëchti Städeⁿ Geberschw.

Städleⁿ [ʿStátlə M.] n. 1. über dem Ofen angebrachtes Gestell zum Aufhängen der Wäsche, zum Trocknen des Holzes. Vgl. Ofeⁿstëckeⁿ. 2. Ofenbank. Häufiger ist die Zss. Ofeⁿstädle.
 
 
Stodeⁿ Pl. in der Rda. Stodeⁿ füeʰreⁿ Schwänke erzählen Str. ‘Do wurd der Disch gedekt in ’s Gras, der Wyn gfrischiert im Bryschel un dernoh brav g'esse, Stode gfüert, Gsundhaite vil gelert’ Pfm. I 6. — Pfalz. 138 Stote Kurzweil, Spass. Könnte statuieren in Betracht kommen? Vgl. auch Staat (füeʰreⁿ).
 
 
Stud ‘poteau indicateur’ Roesch.

Gstud [Ktût, Pl. –ər Roppenzw.] n. Telegraphenstange. — Basel 282 Stud. Schwäb. 516. Bayer. 2, 733.
 
 
 PfWB  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Stud(e) [ʿStûtə Urbis; ʿStýtə S.; ʿStûətə Mü.; ʿStýt Niffer Su. O. Scherw. Kerzf. Bf. Hf.; Pl. –ə; Demin. ʿStítlə Dü., ʿStítl Rapp. Bf.] f. 1. Staude, Busch. Rda. E Wëlscher un e Jud wachsen uf einere Stud Bf. Üwer Studen un Stöck über Stock und Stein Hf. Rda. Uf d Stude

[Bd. 2, Sp. 575a]
schlaⁿ auf den Busch klopfen Hi. 2. grosse Person Kerzf. 3. Demin. Ästchen einer Staude. Gi mⁱr aüʰ e Stüdle voⁿ diⁿm Basseli-Strüssle! Dü. ‘e Stidel vum e Baum abbrèche’ Str. CS. 106. Aus einem Kinderreigen: s rislt un s rëjlt Un d Stüdle wëreⁿ nass Rapp. JB. VII 158. Zss. Stüdlboʰneⁿ. 4. Demin. schlanke, kleine Weibsperson Bf. Basel 282. Bayer. 2, 733.

Attichstude f. Zwergholunder, Sambucus ebulus Kirschl. 1, 347; wird in Illz. für ein Irrkraut gehalten St.