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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Sprickel bis umme s (Bd. 2, Sp. 558a bis 558b)
 
  PfWB  RhWB  RhWB Sprickel [ʿSprìkl Roppenzw. Liebsd.] m. geflecktes Tier, z. B. buntfarbiger Vogel Roppenzw., scheckiges Pferd Liebsd.

 PfWB  RhWB gsprickelt [kprìklət S.; kprìklt Heidw. Str. Lobs.; kpreklt Ruf. Co. M. Rapp.] Adj. 1. gefleckt, buntscheckig, gspricklte Roseⁿ Bf. Gspricklti Ostereier gefärbte O. Die jungeⁿ Hüeʰnervögl häⁿ wisse gspricklte Fëttig Mittl. ‘d’

[Bd. 2, Sp. 558b]
G'sprickelde Spottname der frz. Nationalgarden, welche keine Uniform hatten’ Stöber Mäder 83. Syn. Schnalleⁿflicker Str. Er is g. er hat Sommersprossen Gebw. Er is schon g. er hat schon graue Haare Lobs. s. auch gsprënklt. 2. leicht angetrunken und darum nicht recht bei Sinnen Stöber Mäder 83; halb verrückt Su. Du reds g. du hast merkwürdige Ansichten Su. Vgl. gschëcklt. — Schwäb. 504. Bayer. 2, 700.

 PfWB  RhWB spricklig Adj. scheckig, buntgefleckt Hi. Su. Hlkr. Logelnh. Katzent. Dü. Bf.Basel 275.

gspricklig Adj. 1. bunt, scheckig Dü. 2. verklärt, vom Gesicht nach einem besseren Rausch, Hlkr.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB sprëngeⁿ [praə S. O. U.; præə Str.] 1. das Pferd stark laufen lassen, schnell fahren. Worum sprëngs dënn eso? — s git e Dunderwëtter! Bf. ‘Wann ’r iwer d’ Hecke sprengt, Dass dr Bodde zittert’ Lauterbg. Erw.2 XI 138. 2. jem. wohin schicken mit dem Nebenbegriff des Unnötigen. Uf s Fëld useⁿ s. Hi. Het er mich noch müessen in d Apethek s.! Horbg. Aprille gsprëngt! zu einem, den man in den April geschickt hat Hi. Ich habe ihne in dr April gsprëngt Steinb. 3. mittels Pulver sprengen, z. B. alte Baumstrünke Dü. Felseⁿ s. Bf. 4. wenig Samen über einen Acker streuen Attenschw. Basel 275. Bayer. 2, 702.

ab sprëngeⁿ mit Gewalt fort treiben. ‘Sprnget sie von dem laden ab’ Fisch. Flöhh. 493.

 PfWB durch sprëngeⁿ rasch durchreiten oder durchfahren U. s is eineʳ do durichgsprëngt, mr het gmeint, s brënnt Dü.

furt sprëngeⁿ fortscheuchen. Sprëng die Spatzeⁿ furt! Attenschw.

 PfWB ʰerum sprëngeⁿ 1. schnell herumfahren Str. 2. hin und her schicken, ohne Notwendigkeit. Er het mich in dr ganzeⁿ Stadt ʰerumgsprëngt für e Stock Salat ze kaufeⁿ Hf.

ʰⁱnus sprëngeⁿ 1. hinausfahren, in raschester Gangart. Er is vorit (vorhin) do nusgsprëngt, was s Ross het könneⁿ laufeⁿ Hf. 2. unnötigerweise aus dem Haus schicken. Für das hätts miʰ nit brucheⁿ nus z sprënge! Dü.

umme s., umenandersprëngeⁿ. Su., umenangersprëngeⁿ. mit zwecklosen Aufträgen umher schicken.