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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Spinn bis spandid (Bd. 2, Sp. 543b bis 544a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Spinn [ʿSpìn Eschenzw. NBreis. Mittl. Hindish. Rixh. Bf. NHof Str.; ʿSpen Su. Dü. Heidolsh. K. Z. Wh.; ʿSpèn Niffer] f. (m. Hi.) 1. Spinne. Er is maujer wi e S. Hf., giftig wie n-e S. Su. Wënn eiⁿm am Morjeⁿ e S. üwer deⁿ Wëj laüft, het meⁿ sëlleⁿ Taj en Ungschick oder en Unglück Bf., ebs. Rixh.; hingegen Ruf.: Sieht man morgens eine Spinne, so hat man Glück zu erwarten, am Abend Unglück und des Nachts Geschenke. Rda. Er macht e Gsicht, wi wënn r e Spinn gfrësseⁿ hätt von einem Griesgrämigen Str. Zss. Spinnhoppl, –hudl, –web, –wette; spinneⁿfind. 2. böses Frauenzimmer Brum. Basel 273. Bayer. 2, 675.

Gluckspinn [Klùkpìn Mittl.] f. Weberknecht, Phalangium opilio.

Krüzspinn Krüzelspinn[Kritspìn, –pen allg.; Kritslpìn Betschd.] f. Kreuzspinne. D Krüzspinneⁿ sin giftig Heidolsh. Rda. Eps hasseⁿ wie-n-e K. Bisch. Dehli. JB. XI 42. ‘macht e Gsicht wie e Kritzspinn’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 47. Dettw. Bei ärgerlichem, verdrossenem Aussehn: Hes du e K. gfrësseⁿ? Str. Aberglaube: Gegen Fieber hilft eine K., die in einer Zwetsche oder einem Stück Brot verschluckt wird. Die Militärpflichtigen wollten die ihnen beschiedene Losnummer erfahren, indem sie eine Schachtel mit Losen füllten, eine K. hineintaten und beobachteten, in welches Papierchen sie sich verkrochen hatte Dü. Zss. Krüzspinneⁿgsicht.

 PfWB  LothWB  RhWB spinneⁿ [pìnə u. penə O. U.; Part. kpùnə, ‘gspunnen’ Murner Schelmz. 47 Kloster] 1. spinnen. Hützetag wurd nimm vil gspunneⁿ Ruf. Nur die Katz spinnt weiter, sie schnurrt Dü. Bauernregel s. Liechtmëss. ‘Nix isch so klain halt

[Bd. 2, Sp. 544a]
gspunne, wo nit noch kommt an d’ Sunne’ Pfm. IV 1. 2. sich an Bäumen, Wänden u. dergl. in die Höhe ranken, von Kletterpflanzen K. Z. Zss. Spinnbind. ‘gspunneni Nudle vermicelles’ CS. 3. essen, bes. mit Behagen Stöber Mäder 83. 113; hastig, tüchtig essen. Mⁱr hän awer famos gspunneⁿ! Str. 4. verrückt sein Str. Basel 273. Bayer. 2, 675.

 PfWB  LothWB  RhWB Spinner m. Arbeiter in der Spinnerei Su. s. Ufstecker. ‘Duwakspinner’ Pfm. III 2.

Spinnet [ʿSpìnət Ruf.; ʿSpenət Hf.] f. so viel Hanf, als an eine Kunkel geht Ruf.; das zum Spinnen fertige Werg Hf.

Spinni [ʿSpìni Olti.] f. Geisblatt an Lauben.

Hëxeⁿgspinst n. Sommer- oder Herbstfäden, Altweibersommer Weissenb. Als. 1856, 329.

Hirnusgspinst n. Hirngespinst Str. ‘Na schamme si sich doch mit Iere Hirn-Usgspinstre’ Pfm. IV 5.

Spinëtsch, s. Binëtsch.
 
 
spandid [pàntit NBreis.] Adj. splendid, sehr freigebig. Angelehnt an