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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schnutz bis schnützeⁿ (Bd. 2, Sp. 513a bis 513b)
 
  PfWB  PfWB  LothWB  LothWB  RhWB  RhWB Schnutz [ʿSnyts Su. Hlkr. Co. Bf. Mutzig] f. 1. Schnauze des Tieres, grob auch für Mund. Halt dini S.! Mutzig. Zss. Schnutzkatz Gelbschnabel, Naseweis Co. Henry. 2. Freudenmädchen Str. Ulrich Zss. Schnutzeⁿbutik.

 PfWB  LothWB  RhWB schnutzeⁿ [nùtsə Felleri.; nytsə Banzenh. Su. Osenb. Hlkr. Dü. Scherw. Bf. Bisch. Mutzig Illk.] 1. schnauzen, schimpfen. Er het gschnuzt, wo iʰ iʰm gseit ha, ass iʰ nimmʳ bi-n-iʰm bli Dü. 2. fauchen, von Katzen. Wëⁿⁿ d Katz e Hund sieʰt, se schnuzt si Bf. Dr Hund schnuzt knurrt Bisch. 3. unpers. schwer halten. s wurd s., bis mⁱr do howeⁿ sin mit dëm Wajeⁿ voll! Dü. s. raucheⁿ.

an schnutzeⁿ barsch anfahren. Er het miʰ angschnutzt, wie wënn ich siⁿ Bedienter wär Bisch. ‘âschnütze mit harten Worten anfahren’ Stöber Mäder 65.

dure schnutzeⁿ 1. flüchtig durchsuchen. s het schoⁿ eineʳ d Himbeereⁿ duregschnuzt gha Osenb. 2. eilig vorbeilaufen. Er is nëweⁿ mⁱr duregschnuzt Felleri.

us schnutzeⁿ aussuchen, das Beste vorweg nehmen. D Vögl hän d Kirseⁿ schoⁿ usgschnuzt Osenb.

verbei schnutzeⁿ vorbeisausen. Er is verbei gschnutzt wi en Iseⁿbaʰn Illk.

Schnutzer [ʿSnytsər O. U.; Pl. ebs.; Demin. ʿSnitsərlə] m. 1. ein Mensch, der gerne grob, schnauzend spricht Dü. 2. Schnurrbart. Dër het e S. bis hinder d Oʰreⁿ Barr, dagegen: Er het e heüschinigeⁿ S. einen dünnen Schn. Dü. Deⁿ S. drilleⁿ den Schnurrbart drehen Bisch. ‘der nett Schnützer isch-m so guet gange’ Horsch Hüssjé 7. 3. schwarzer Mund vom Beerenessen usw. Wër het dir dënn so e nëtts Schnitzerle gemacht (mit Kohle)? Illk. s Kätʰl het e S., s het d Kuch bschlosseⁿ (s. Kucheⁿschlüssel) Dü. 4. (derb) Mund. Ich hau dⁱr eini uf dr S.! Str.

Blëchschnutzer m. grober Schnurrbart Dü.

[Bd. 2, Sp. 513b]

Stachelschnutzer m. Borstenschnurrbart Dü.

schnutzig [nytsik Mü. Su.; nytsi Bisch.] Adj. barsch. Mr kann nit mit ⁱʰm gschirreⁿ, ër is zue s. hit! Bisch.

 PfWB  LothWB  RhWB schnützeⁿ, schneüzeⁿ [nitsə fast allg.; næìtsə Ndrröd.; Part. knitst fast allg., knetsə Z.] 1. tr. schneuzen, die Nase putzen. Schnitz diʰ! Brum. Schnitz d Nas! Su. Schnitz dini Nas mit em Nastuech un nit mit em Ärml! Hlkr. D Nas schneizeⁿ Ndrröd. 2. intr. schneuzen. Alle (frz.), schnitz! sagt man zu kleinen Kindern, denen man die Nase putzen will und zu dem Zwecke das Taschentuch schon an die Nase hält K. Z. Schnitz doch nit so hert, du versprëngs noch emol eps im Hirn! Ingenh. ‘in dem die andere Weiber alle mit Nasenschneutzen .. zustimmen’ Mosch. I 87. ‘zu viel schneutzen machet die Nase bluten’ ders. I 206. — Basel 262. Bayer. 2, 591.