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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schnuppeⁿ bis Stirnschnupper (Bd. 2, Sp. 502b bis 503a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Schnuppeⁿ [ʿSnypə fast allg.; ʿSnùpə Heidw.] m. Schnupfen. Du hes awer deⁿ S., din Nas läft wi frischmëlchig! Lobs. »s is schad, ass dr S. uf's Land kummt«, saujeⁿ d Strossburjer Z. ‘coryza schnauppen’ Gol. 270. ‘schnuppen rheume’ Martin Ped. M. 3. ‘Sunst könnt mer Schnüppe krieje vom Rhinwind, wenn mer schwitzt’ Ad. Stöber JB. VI 113. Rda. Loss ⁱʰne geʰn, ër het e S.! er ist ärgerlich Illk. Er het dr S. nit er merkt, was vorgeht, riecht den Braten Ruf. u. ö.; dagegen Deⁿ S. han den Mut haben. Du hast deⁿ S. nit ghat, dass de kummⁿ bist, s wär dⁱr aʰ üwl gangⁿ! Dehli.Basel 262.

Nasschnuppeⁿ [Nônypə K. Z.] m. Schnupfen. Ich ha deⁿ Noˢschnüppeⁿ, ich schmack nix Ingenh. ‘ich hab die Naszschnauppen,

[Bd. 2, Sp. 503a]
vnd kann nichts schmecken’ Geiler Narr. 40. Kloster.

 PfWB  RhWB Stockschnuppeⁿ m. starker Schnupfen Str. Du machs jo e Gsicht, wi wënn de S. hätts so dumm Illk.

 PfWB  RhWB schnuppe [nùpə Ruf.; nỳpə Rothb.] in der Rda. s is mⁱʳ s. es ist mir ganz gleichgiltig Rothb. — neu eingeführt?

 PfWB  RhWB schnuppeⁿ [nỳpə Ingersh. Bebelnh. Rapp.] nach etwas, das andern gehört, heimlich suchen; herumwühlen und suchen: Die Kuej schnüppt nur e bissl im Wasser ʰerum Bebelnh.

us schnuppeⁿ aussuchen, durchmustern Rapp.

 PfWB Schnupper I [ʿSnypər Hi.] m. Nase.

Wassersteinschnupper m. neugieriger Mensch Rapp.

schnuppereⁿ I[nypərə Str.] schnuppern. Dr Hund schnüppert noch siⁿm Herrⁿ un s Pfërd noch em Stall. So wi iʰs dem gsat hab, kann er s. merken, wi iʰs mein. — Bayer. 2, 578.

Schnupper II[ʿSnỳpər Hlkr. Rapp. Bf. Lobs. K. Z. Hag.] m. 1. Schnellbewegung mit Daumen und Zeigefinger. Eiⁿm e S. gën Hf. Hag. 2. übertr. Vorwurf. Ër het e S. bekummeⁿ eine Nase, einen Verweis Bf.

Stirnschnupper m. Schneller gegen die Stirn Lobs.