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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
schnëll bis Schnellerigs (Bd. 2, Sp. 500a bis 501a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB schnëll [nal Co. Bf. K. Z.; næl Str. W.; Nbform nèl selten u. gelehrt Co. Henry] Adj. Adv. schnell. D s. Käthrin der Durchfall M. Z. Rda. E bissl schnëller aˡs schuns! recht schnell Brum. So s. schiesseⁿ d Preüsseⁿ nit nur keine Übereilung! U. allg., mit dem Zusatz si ladeⁿ zerst Bf. Gebräuchlicher sind die Syn. hurti(g), gschwind, tapfer. — Basel 260. Bayer. 2, 575.

[Bd. 2, Sp. 500b]

gschnëll [knal Olti. Su. Co.] Adv. schnell. Mach ass de furt kumms, so g. aˡs de kaⁿⁿs! Co.

Schnëlle [ʿSnalə u. ʿSnali Hf.; ʿSnali Roppenzw.] f. 1. Schnelligkeit Hf. 2. Durchfall Roppenzw. Basel 575.

 PfWB  RhWB schnelleⁿ [nêlə Roppenzw. Ensish.; nèlə Liebsd. Hi. Steinb. Pfast. Co. Obhergh. M. Dü. Katzent. Hf.; nælə Su.] 1. intr. mit einem Ruck sich bewegen. E Ross, wo guet ziejt, schnellt nit Dü. ‘Dass ’r besser driwer schnellt (der Gaul besser über die Hecke setzt), git erm gheerich d’ Spore’ Lauterbg. Erw.2 XI 139. Rda. ‘Wie viel einer den bogen vester spannet, so vil er wider schnellt’ Geiler in Als. 1862, 136. Der Wind macht den Papierdrachen schnelleⁿ Str. Ztg. 1902, Nr. 267. Dër Vöjl schnellt starik fliegt hurtig Kindw. Das Portmonnä schnellt fest klappt fest zu Co. Eps s. lossen etwas Biegsames (z. B. einen Zweig) fest halten und dann zurückschnellen lassen Katzent. ‘hesch lon schnelle (beim Fischen) s Vatters scheene Sundastock’ Boese Schk. 195. 2. † mit Steinkügelchen spielen Klein. 3. trans. jem. einen Schneller geben. Schnell ⁱʰne-n-emol uf d Nas, lueg, öb r nit brüelt! Co. 4. in einer Prüfung durchfallen lassen. Si sin gschnellt woreⁿ Str. 5. obsc. Eini s. Hf. Basel 260. Schwäb. 474. Bayer. 2, 575.

an schnelleⁿ grob anfahren Pfast.

 PfWB uf schnelleⁿ schnell, mit einem Ruck aufreissen. d Türe Liebsd.Basel 260.

zue schnelleⁿ zuschlagen, z. B. die Türe Obhergh.

Schnell [ʿSnèl Bisch. Hf. Ingw. Wh.] f. 1. Spielkugel, Klücker; auch Schnellkügele [ʿSnelkhejələ K. Z.] ‘Der slaht èm nàch de Schnell!’ der macht es noch besser als ein junger Dehli. JB. XI 62. Zss. Schnelleⁿklopfer einer der Blausteine in kleine Würfel zerhaut zur Anfertigung der Spielkugeln Z.; Syn. –bicker. 2. Keⁱn S. gar nicht. s is noch keⁱn S. gewachseⁿ Ingw.

 PfWB  LothWB  RhWB Schneller [ʿSnèlər f. Ruf., m. Co. Dü. Barr Wh.] 1. runder Spielstein der Knaben Barr. 2. Stüber. Ich han iʰm e S. uf d Nas gëⁿ, ass er gebluet het Co. Auch bildl. Du gis iʰm e S., wënn d iʰm das seis Co. 3. Kartoffelsuppe. Hinicht gits e S. un Würst drzue! Ruf. Schwäb. 475. Bayer. 2, 576. Pfalz.

[Bd. 2, Sp. 501a]

Kirseⁿschneller m. 1. Kirschfink, Kreuzschnabel Hlkr. Dü. 2. scherzh. Kirschendieb. Do howeⁿ hockt, glaüw-ich, e K.! Dü.

Schnellerigs [ʿSnèləriks Bebelnh.] n. ( wohl Gen.?) Klückerspiel.