| Wörterbuch der elsässischen Mundarten | ![]() | ||
schnideⁿ bis Straüschnider (Bd. 2, Sp. 493b bis 494b) | |||
schnideⁿ in schnideⁿ verschnideⁿ Schnid Schnider Bachschnider Fratzeⁿschnider Krutschnider Säcklerschnider Schmeerschnider Straüschnider schnidereⁿ Schnut Schnudel Kücheⁿschnudel Gschnudels schnudleⁿ durch schnudleⁿ Schnudler schnudlich Schnuder schnudereⁿ Gschnuders Schnuderi schnuderig schnäfleⁿ verschnäfleⁿ Schnäfler Schnäfelte Schneif schnufeⁿ derschnufeⁿ erschnufeⁿ in schnufeⁿ us schnufeⁿ verschnufeⁿ Schnuf Fürsiʰschnuf Schnufer Schnuffel Schnüffele Grossschnuffel Haseⁿschnüffele Zuckerschnüffele schnuffleⁿ an schnuffleⁿ durch schnuffleⁿ ʰerum schnuffleⁿ ʰerus schnuffleⁿ us schnuffleⁿ verschnuffleⁿ Schnuffler Schnëgerling Schnak Hartschnakeⁿ Kohlschnak Riedschnakeⁿ Rʰinschnak Schnackler Schnëck Rossschnëck Schnëck(e) Schnäcklemärt Fleischschnëckeⁿ Haüschnëcke Herreⁿschnëck Judeⁿschnëck Meerschnëck Rossschnëck Waldschnëck schneckelleⁿ Schneik Gëlschneik Hundsschneik schneikeⁿ bschneikeⁿ erschneiken ʰerum schneikeⁿ umme schneikeⁿ us schneikeⁿ verschneikeⁿ verschneikt verschneikelt Schneiker Kaffeeschneiker schneielig Schneiki schneikëcht gëlschnaikecht schneikig gschneⁱks Dings Schnick Schnickes (Schnickel Schnickelbrueder Schnickelfieber schnuckleⁿ schnückleⁿ Schnückler schnuckereⁿ | in schnideⁿ 1. einen Einschnitt in etwas machen Bf. 2. in kleine Stücke schneiden, z. B. Sauerkraut, Rüben, das Brot für die Suppe. Mir lon alle Joʰr e grossi Bütte voll ingschnideⁿ Ingenh. Abendgruss: Gotte-n-Oweⁿ, welln ⁱʰr d Supp ingschnideⁿ? Dunzenh. verschnideⁿ 1. zerschneiden. Fleisch v. Dü. Rda. So is er verschnittⁿ, so muss er vernäjt sin er ist unverbesserlich Wh. 2. schlecht schneiden. Die Rëweⁿ sin jo ganz verschnitteⁿ Dü. 3. kastrieren Steinbr. Hf. — Bayer. 2, 570. PfWB LothWB LothWB RhWB Schnid [ʿSnít Su. U. Dehli.] f. 1. scharfer Teil eines Schneidewerkzeugs. Zss. Schnidzüg. 2. übertr. Lust, Trieb, Absichten, in der Rda. Keⁱn S. han. Ich hab S. do druf bekummeⁿ od. ghet Str. Denne kann ich nit brucheⁿ, der hat mⁱr vil ze wenig S.! Dehli. [ʿSnít ùf èps h M.] — Schwäb. 474. Bayer. 2, 571. [Bd. 2, Sp. 494a] PfWB LothWB RhWB Schnider [ʿSnítər fast allg.; ʿSnæìter N.] m. 1. Schneider. E nüechtereʳ S. ein magerer Schneider. Herusluejeⁿ wü e S. blass aussehn Z. JB. VII 194. A. Is’s kalt? — B. Jo, s sin schoⁿ zwei S. verfroreⁿ NBreis. Spottvers: Dis is dr S. von Buff, Was er näjt, geʰt wider uf Z. Aus einem Volkslied auf die verschiedenen Stände: Was macheⁿ denn die S.? Do n-e Läppele, Dört e Läppele, Git schoⁿ wider e Kinderkäppele Lutterb. Vgl. auch Amsel Seite 41. ‘Schnider, wenn de ridde wit, Ze saddel’ d'r di Gais!’ aus einem Kinderliedchen Pfirt Stöber Volksb. 28. Weitere Necksprüche auf den Schneider Rapp. JB. VII 167. Rda. Deⁿ S. uf deⁿ Aujeⁿ han das Sandmännchen kommt (zu kleinen Kindern) Betschd. Hofnamen: s Schniders Dunzenh., s Groweⁿschniders die Schneiderfamilie am Graben ebd., s Holschniders Illk., s Spitalschniders ebd. ‘uf der schnider stube’ Str. 1441 Brucker 343. Zss. Schniderspatt, –spättle. 2. Schnitter Su. 3. schwächlicher Mensch Olti. Daher die Rda. S. wëreⁿ im Kartenspiel keinen Stich machen, oder nicht über eine bestimmte Zahl (gew. 30) herauskommen Avolsh. Str. 4. ungeschichter Mensch Logelnh. 5. Stichling mit roten Kiemenseiten Co. 6. Bockkäfer mit rotem Leib und braunen, häutigen Flügeln Co.; der Weichkäfer Telephorus fuscus Horbg. 7. Heuschrecke (die grössere Art) Wh. 8. Frühlingsfliege, Perla bicaudata; meist in der Verkleinerungsform Schniderle, als Fischköder beliebt Str. 9. Wasserjumpfer, Libelle. D S. glicheⁿ deⁿ Summervögelⁿ Lutterb. 10. Regenbremse, Tabanus pluvialis. s het miʰ n-e S. gebisseⁿ Mittl.; Stechmücke: E S. het mich gstocheⁿ Münster. 11. Menstruation M. Dunzenh. Ndrröd. — Schwäb. 474. Bayer. 2, 571. Pfalz. Bachschnider m. Libelle Ensish. Lobs. PfWB RhWB Fratzeⁿschnider m. Mensch, der Gesichter schneidet Co. ‘Am Verstand isch's by däm Frazzeschnyder gar wunzigg bstellt’ Pfm. II 7. PfWB RhWB Krutschnider m. der Kohl zu Sauerkraut einschneidet Henfli. Bf. †Säcklerschnider m. Schneider, der aus Hirschleder Hosen verfertigte Bf. † Schmeerschnider m. reicher Mann, Pl. reiche Leute. ‘sye sammeln nit in die schüren oder kasten als die rychen [Bd. 2, Sp. 494b] Straüschnider O., Stroʰschnider U. m. Strohschneider. Rda. s. Künig Seite 447; dazu ‘Merr meint, der Kinni isch sienn Strohschnieder’ er tut stolz gegen jedermann M. Als. 1851, 26. Wenn es irgendwo lustig und ausgelassen zugeht, sagt man: Mr meint, dr Herrgott wär in dëneⁿ iʰrer Straüschnider Ruf.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||