Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
schmackeⁿ bis schmäckleⁿ (Bd. 2, Sp. 479b bis 480a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB schmackeⁿ [màkə K. Z.; Betschd. Obrröd. (Bed. 2); Wh. Rauw. Saarunion] 1. schmecken, munden. Ëss un trink, was dⁱr schmackt! Schmackt's gut? Wh. ‘schmacken odorare’ Dasyp. ‘Eyn gute Pratwurst auss dem sack, Dass mir ein küler trunck darauff schmack’ Fisch. Garg. 25. ‘es hat jhm dannoch wol geschmackt’ ders. 27. ‘die alte speise hatte jhr nicht mehr schmacken, zu Hoff sagt man Munden, ... wollen’ Mosch. II 16. Sⁱe redeⁿ, was um Mul schmackt Wh. s. auch gschmackeⁿ. 2. riechen. Ich hab deⁿ Schnuppeⁿ, ich kann nix s. Hf. Was han ⁱʰr dënn do für Striss (Blumen), wü so storik schmackeⁿ scharf riechen? Ingenh.; Syn. lut schm. Han. Betschd. ‘Wer möcht also lebendige farb machen als gras von art ist, oder ein blumen molen, das sye schmacht’ Geiler P. III 82. Was söll ich dⁱr Presënt macheⁿ? Antw. Eps ze s.! ein Gläschen wohlriechendes Wasser Hf. Zss. Schmackseif. Irjeⁿds ʰⁱnus (ʰⁱnin) s. nur die Nase irgendwo hinaus (hinein) stecken, einen Ort kaum betreten Hf. ‘da sonst nicht wol ein hund hin geschmackt hette’ Mosch. I 156. Scherzh. in Verb. mit Bed. 1: Dis Bier is ni gut, s schmackt nōch naʰ me nach noch mehr Betschd. 3. übel riechen, stinken. Dis Fleisch schmackt schon e bissl ist modrig von der Hitze Z. Us m Mul s. Hf. Du schmacks awer noch Petrol Geud. 4. bildl. merken. Schmacks nix? Ich hab s glich gschmackt Hf. Der hat deⁿ Lunte nit

[Bd. 2, Sp. 480a]
ghat, der hat s gschmackt Wh. s. auch Ruebeⁿsupp(e). 5. übtr. ausstehen. Er kann ⁱʰne nit s. Rauw. Dene han sⁱe uf dr Latt, sⁱe können ihne nit s. Dunzenh. Von dem in niederländ. Spr. erschienenen Bin. sagt Fisch. auf dem Titelblatt: ‘er ist aussgangen auff Nider Teutsch, und wol abgangen: welchs Teutsch die Nas nit schmacken mag’. Vgl. auch schmeckeⁿ u. Zss. — Bayer. 2, 542. Pfalz.

 PfWB erschmackeⁿ 1. durch den Geruch ausfindig machen. Dr Hund het eps erschmackt, s is allewëj ierigs e Ratt um deⁿ Wëj Ingenh. 2. übtr. etwas Günstiges herausfinden. Er het eps erschmackt, un jetz is er nimm ozetriweⁿ Dunzenh.

gschmackeⁿ munden, beim Essen. Loss dⁱr s g.! Mahlzeit! Geud. Scherzh.: Iss un trink, was dⁱr gschmackt, un steck nix in deⁿ Sack! K. Z. Auf die Frage eines Eintretenden ‘Gschmackt's?’ antworten die Tischgenossen nach beendeter Mahlzeit: ‘s het gschmackt!’ Han. JB. XI 152. Ës gschmackt mⁱr gut Wingen. — Bayer. 2, 542.

Schmacket [ʿSmàkət Z. Han.] f. n. 1. wohlriechende Pflanzen, bes. Rosmarin, wie sie, zum Strauss gebunden, von den Bauernweibern zum Kirchgang mitgenommen werden JB XI 174. 2. Parfum. — vgl. Riechel Weinhold Schles. 78ª.

Krotteⁿschmacket f. Pfefferminze, Mentha piperita Rothb.

schmackig, schmackiʰt [màki K. Z.; màkeχ Wh.; màkit Hf.] Adj. nach Moder riechend, vom Fleisch. Gi’s deⁿ Katzeⁿ, mr kann's doch nimm ësseⁿ, s is schon s. Ingenh.

guetschmackiʰt Adj. wohlriechend Hf.

gschmäckig [kmakik Kestenholz] Adj. von angenehmem Geschmack. E Riesling is dr best Trüwl zuem Ësseⁿ; ër is gar g.

woʰlgschmackig K., woʰlschmackiʰt Hf. Adj. wohlschmeckend K. Ingenh.; wohlriechend Hf.

abgschmackt wie hochd. Hlkr. Bf. Du schwätz [wat] abgschmackt Dings Bf. Dis Ding is mⁱr bal a. zum Ekel Hlkr.

 PfWB  LothWB  RhWB schmäckleⁿ [maklə K. Z.; mæklə Lützelstn.] übel riechen, von Fleisch, angebrannten Kartoffeln u. ä.

[Bd. 2, Sp. 480b]