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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schlëck bis verschlëckeⁿ (Bd. 2, Sp. 460b bis 461b)
 
  PfWB  LothWB Schlëck [ʿSlak Hi. M. Dü. Mutzig Lobs.; ʿSlæk Str.] m. 1. Leckerbissen. Rda. Dis is mⁱr e S. eine kleine Mühe, eine Freude Lobs. Der alte Floh sagt zum jungen: ‘Mein Sohn, lass dir das sein ein schleck (das Blut der Magd Kundel), Beger nit ander speiss der Zeit’ Fisch. Flöhh. 664. Gewöhnlich negativ: s is keⁱⁿ S. es ist keine angenehme Sache M. Str. Geud. Dü. s is keⁱⁿ S. mit m Luis es ist nicht möglich, mit der Luise grosses Aufsehen zu machen, sie ist keine gute Partie Hi. ‘Der Ehlich stand sei keyn schleck’ Fisch. Ehez. Hf. 229, 24 (J. 4ª). ‘Es ist kein schleck, was die kh vnder dem schwantz hacken’ Fisch. Prakt. 18. ‘ein Schleck’ Wickram Roll. 30. 2. † Naschhaftigkeit. ‘So pringt uns Mutwill vm den kragen, des gleichen fürwiz vnd der schleck: wir wolten zu den Erbsen speck’ Fisch. Flöhh. 780/82. Zss. Schlëckdings, –mul Leckermaul, Näscher M., –sucht. — S. Swz. 2, 325. Bayer. 2, 505. Pfalz.

Schlëck f. ein in Speisen wählerisches Weib Ingersh.

 PfWB  PfWB  LothWB Schlëckel [m. ʿSlakl Dachstn. Mutzig Hf.; ʿSlækl Ingw.; n. ʿSlakl Molsh. Geisp. K. Z. Obbr. Wörth; ʿSlækl Str. Rothb. Ndrröd. W.] Obstmus, gewöhnlich aus Zwetschen hergestellt. In Dachstn. wird das Apfelmus schlechtweg so genannt; in Lohr, dessen Bewohner den Spitznamen Schlëcklkrämer haben, sowie in Wh. der eingekochte Birnensaft. Sonst unterscheidet man im einzelnen: Apflschlëckl Rothb. Ndrröd., Äpfl- Wörth, Bireⁿ- Mutzig Geud., Karwëtscheⁿ (Zwetschen)- Geud., Kirscheⁿ- Wörth, Pflumeⁿ- Geud. Ndrröd., Quëtscheⁿ- Hf. Ndrröd., Quëtschl- Mutzig Str. K., Winschlëckl Mutzig. Zss. Schlëcklbrot, -fladeⁿ = Konfitürfladeⁿ Molsh. Wann s vil Obs git, wird üwerall S. gekocht Dehli. Rda. Eiⁿm S. uf d Zung bindeⁿ Ingw., Var. schmiereⁿ Obbr., stricheⁿ Str., S. ufs Mul lejeⁿ Str. jem. schmeicheln oder auch jem. durch gute Worte und kleine Geschenke oder durch schöne Versprechungen ködern. ‘Loosst rüehwi sich ... Uff d Zung e Schleckel binde’ Hirtz Ged. 228. ‘Pasteetle, Confitur un Schleckel’ Schk. 214. Dis is keⁱn S. die Sache ist gar nicht so einfach Illk. ‘D Gall gitt ken Schlekkel nit’ Pfm. V 6. Spw. Us Bëch

[Bd. 2, Sp. 461a]
un Harz kocht mr keⁱn S. Str. ‘ein rechter Schleckel im Mund friand à la bouche’ Martin Parl. N. 47. — Bayer. 2, 505.

 PfWB Honischlëckel n. Honigbutterbrot Geisp.

 PfWB  LothWB  RhWB schlëckeⁿ [lakə fast allg.; lækə Str. Rothb. Ingw. Wh. Büst] 1. lecken. Rda. d Finger noch eps s. sehnsüchtig nach etwas verlangen (auch mit dem Zusatz: bis an dr Elleⁿbojeⁿ Dü.). ‘Die schleckt vnd wischt den Mund gar schon’ Brant Narr. 64. 77. Wënn sich d Katzeⁿ s., git s Visit. ‘Es sein etliche auff das schlecken also geneigt’ Geiler Narr. 81. ‘gesellen, die im hafen schlecken’ Fisch. Garg. 17. ‘Das euch das schlecken wirt zm schrecken’ Fisch. Flöhh. 1115. Klein. Bf. ‘Er macht's hyt just wie d’ Kazze: von vorne schlekke si, von hinde duen si krazze’ Pfm. IV 6. Dis Hündl, wü mich gebisseⁿ het, muess mich aüʰ wider s. die mich geschädigt haben, werden mir schon einmal wieder nützen Bf. Spw. D alteⁿ Geiseⁿ s. aüʰ gërn Salz Alter schützt vor Torheit nicht ebd. s. auch kälbereⁿ. Das Schlëckeⁿ ist eine leichte Arbeit, daher die Rda. ‘s geht wie gschlèckt’ ganz leicht Str. CS. 92. Rda. übtr. Eiⁿm s Füdle s. einem schmeicheln Obhergh., daher auch 2. s. allein in der Bed. schmeicheln. Bruchs nit z s.! Olti. ‘sin (des Teufels) slecken ist umbsus’ Dankr. 285. ‘die z hof gont s.’ Brant Narr. 100, 3. 3. naschen. Das Kind schlëckt dr ganzeⁿ Tag Zucker Hlkr. Mit dëm S. verdirbs dⁱr nur d Zäʰn Geberschw. Hes wider gschlëckt, ass dⁱr s Ësseⁿ nit gschmeckt? Liebsd. Rda. Dis is gschlëckt! verächtlich von geringen Speisemengen. Daher wünscht der Vielfrass Eps Guets un e bissl viel, ass s nit gschlëckt is! Hf. Str. CS. 92. ‘Villicht wurd din Lewwer — na, alle Respekt — Am End gar von fürstliche Zunge noch gschleckt!’ die Gänseleber Schk. 220. 4. Part. gschlëckt in der Rda. Er is allewëj wie gschlëckt er ist in seinem Äussern stets wie geleckt, daher = glatt gekämmt, schön frisiert. ‘Die Jumpfer isch sûfer und gschlèckt’ hübsch und glatt, wie abgeleckt Str. CS. 92. ‘D büürä sïn niä so sheen, so gshlakt as viä d shtatlit’ Landsman

[Bd. 2, Sp. 461b]
Lied. 22. D Kuch is alleⁿ Mittaj gschlëckt gsiⁿ, wëⁿⁿ sⁱe (die Frau) ʰⁱnus is Mark. s is wie gschlëckt wenn nichts mehr vorhanden ist Ruf. S. Swz. 2, 325. Basel 254. Schwäb. 466. Bayer. 2, 505.

ab schlëckeⁿ ablecken: deⁿ Leffl a. s. beim Kuchenbacken, Liebhaberei der Kinder Hf.

(e)wëg schlëckeⁿ hinweglecken. Beteuerungsformel: Un das schlëckt dⁱr keⁱⁿ Geis ewëg! und dabei bleibts Dü. Vgl. Mus I Seite 723 unten.

 PfWB uf schlëckeⁿ auflecken. Mues s u. s.! sagt man einem Kinde, das die Suppe verschüttet Olti. Schlëck's (hurti) uf! ruft ein Junge dem andern zu, wenn er einen Tintenklecks gemacht hat Dunzenh.

ungschlëckt Adj. ungeleckt Str. ‘Er isch gar e-n-ungschlekter Bär’ Pfm. IV 6.

 PfWB us schlëckeⁿ = ab schlëckeⁿ Brum.

verschlëckeⁿ Geld für Näschereien ausgeben Dü.