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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schutz bis Schütz (Bd. 2, Sp. 446b bis 447b)
 
  Schutz [ʿSùts fast allg.; ʿSyts in Bed. 4 Lutterb.; Pl. ʿSets; Demin. ʿSetslə O., ʿSetsl U.] m. 1. Schutz Ingersh. Bi eineme so wüesteⁿ Rëjeⁿ git eⁱⁿm keⁱⁿ Pareplüi meʰʳ S. Barr. Zss. Schutzgabl, –gatter. 2. Meister, Patron Str.; vgl. Schütz. 3. Demin. Schützl n. Schleuse Lorenzen. Wh. 4. Schuss. Er is keⁱⁿ S. Bulfer wërt Lutterb. ‘kei Schutz Pulver werth’ Lustig I 108. ‘Was thät er ihr verehren? Schutz Pulver in dem Luft’ aus einem ält. els. Volksl. Als. 1854/55, 185. ‘und haben 54 schütz in die stat gethan’ Str. 1592, Als. 1858, 22. ‘etliche starckhe schütz auss Doppelhackhen’ Petri 461. ‘an vielen schützen vnnd wunden gestorben’ Petri 477. ‘wann daselbsten drei schütz mit den doppelhagen (Doppelbüchse) auff einander ervolgen’ St. Amarient. 1670 JB. III 70. ‘die Schützen an dem ersten Standt ihre Schütz nit all gethan’ Rchw. 1568 JB. II 161. ‘es sein wenig, die solche schütz empfinden vnd auff halten’ Geiler Narr. 75 Kloster. ‘Schutz’ L. Baldner 44. 5. Einschuss in der Weberei Bf.; Zss. Schutzzäʰlgläsle. 6. ein Schuss Brot, soviel auf einmal gebacken wird Su., ein S. Wasser soviel durch einmaliges Pumpen am Brunnen zum Vorschein kommt [èp nòχ e

[Bd. 2, Sp. 447a]
ʿSùts!] Wh. 7. E S. lacheⁿ tüchtig und laut auflachen Str. Z. Vgl. Scholleⁿ 3. 8. Anlauf. Er is in eiⁿm S. zuem Hus ʰⁱnus Bf. Dëʳ kommt wie e S. im Gätter blindlings Westhalten. 9. Strahl, vom Erbrechen, Bluten usw., von einer Feuerspritze Hf. 10. Regenguss. s is e rëchteʳ S. awe kummeⁿ Obhergh. s het e gueteʳ S. gmacht ein Platzregen ist gefallen Dü.; Zss. schutzwis; schneller Einguss von Wein, Bier in ein Glas: Noch e Schutz! e Schitzle! Stöber Mäder 111. 11. kleine Weile (gern Demin.) Er is e S. (Schützle) do gsiⁿ M. s het bi uns nummen e Schützle (vgl. Bed. 10) grëjⁿt Mittl. Üwer e Sch. anneⁿ (plötzlich) is si wider zeruck kummeⁿ JB. V 130. 12. ein Mensch, der blindlings umherschiesst, ist ein S. Ruf. S. Swz. 2, 356. Basel 265. Schwäb. 484. Bayer. 2, 492—495.

Anschutz m. die Stelle am Brot, wo ein anderes im Ofen anstiess Su. Vgl. Anstoss 1. — Basel 17.

Bschutz n. ( nur verneint?) anhaltende Wirkung, Bestand Gebw. Grob Fueter het keⁱⁿ B. Dü. s Gëld het keⁱⁿ B. bi uns hält nicht lange vor ebd.

Fürschutz m. eig. Feuerschuss; übtr. Rda. ‘er war in einem Fürschutz (plötzlich) verschwunden’ Geiler P. II 29.

Inschutz m. Einschuss des Webers, das, was der Weber mit dem Schiffchen in den Zettel schlägt Bf. Vgl. Intrag.

Usschutz m. 1. Ausschussware. Meⁿ gsiʰt s dëm Porzellangschirr voⁿ witem aⁿ, ass es U. is Liebsd. 2. Vorteil, wirkliches oder scheinbares Mehrgewicht im Handverkauf. Si kaüft nie keⁱⁿ Pfund Kaffee, si nimmt allewil zwei Halbpfund, ass si zweimol dr U. het Dü. ‘Maria wollte keinen voruss oder ussschutz haben’ Geiler P. 1, 192. 3. Ausschuss, Kommission Str. CS. 110. ‘us iedem flecken zwen ausschutz von weegen ganzer burgerschaft’ St. Amarint. 1670 JB. III 68. ‘us iedem flecken zwen ausschutz Wattw. 16. Jh. JB. III 68. ‘der burgeren aussschutz, sechszig mann starkh’ Petri 395. ‘den ausschutz’ Reisseisen 101. ‘den Usschütz’ Schörlin 58. — Basel 304.

Vorschutz m. 1. Vorschuss, Darlehn Hf. Ingenh. 2. Vordach der Scheune. Unger dëm V. wird meⁿ nit nass Roppenzw. In Hf. wird der bedeckte Gang am oberen

[Bd. 2, Sp. 447b]
Stockwerk des Stalles so genannt. 3. Das erste bei der Herstellung von Schnaps oder Brot. Dr V. kunnt schoⁿ Niffer. Dieser zuerst abfliessende Schnaps dient zu allerlei Einreibungen. Vgl. Vorlauf Seite 565. Beim Backen heisst V. der erste Ofen voll Brot Su. Pl. Vorschützle(r) die zuerst gebackenen Soubrötchen Ingersh. Basel 120.

Schutzer m. schneller, voreiliger Mensch Felleri.

schutzereⁿ, schützereⁿ [ùtsərə, ìtsərə Geberschw.] sinnlos rennen.

Schutzeri [ʿSùtsəri Geberschw.] m. planloser Draufstürmer.

Schütz [ʿSìts Bitschw. Bf.; ‘Sets Su. Betschd. Bühl] m. 1. Schütze Su. 2. Flurschütz Betschd. Bühl. 3. Patron, Meister, der eine Abteilung Gesellen unter sich hat. Miⁿ S. is halwer e Schutz mein Meister handelt schnell und unbesonnen Bf. 4. † Pfand, das der Bannwart nahm s. CS. Hist. — Basel 266. Schwäb. 484. Bayer. 2, 493. Westerw. 212.