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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schütte bis um schütteⁿ (Bd. 2, Sp. 444b bis 445a)
 
  Schütte [ʿSet K. Z. Han. Hag. Wh.; ʿSìt Rauw. Dehli.; Demin. –l] f. 1. Strang Garn, wie er von der Haspel genommen wird. Dene Winter haw ich zweihundert Schütteⁿ gspunneⁿ Brum. Rda. übtr. Dem haw iʰ e par Schütten gegën! Schläge

[Bd. 2, Sp. 445a]
Zinsw. 2. Bund Stroh Ingw. Bayer. 2, 487 Schött. Pfalz Schēd.

Anschütte Alluvio’ Gol. 67. — Bayer. 2, 489.

schütteⁿ [ìtə, etə allg.; Part. kìtə S. Obhergh. Katzent., ket Co. Dü. U., kùt Lohr Wh.] 1. schütten. Spw. Mr muess sineⁿ Win nit in d Schueʰ s. man muss sein Licht nicht unter den Scheffel stellen Hf. ‘s hat Lit genüe, Se schitte-n-ihr Wi nitt in d ’Schüeh!’ Lustig I 530. ‘Der schitt's allewil um en annere in de Schuh’ schiebt die Schuld immer auf andere Dehli. JB. XI 44. s rëgnet wie mit Kübelⁿ gschütteⁿ Steinbr. Bf. ‘in das wasser z schütten’ Str. 1449 Brucker 187. Bes. sich erbrechen K. Z. Ich muess voⁿ mⁱr (oder von siʰ) s. Hf. 2. unpers. regnen. s schütt, was vom Himml ʰera kann Hf. Hit schütt s awer nummeⁿ emol fortwährend Wh. Am Abend, im Ärger über das anhaltende Regenwetter: Hüte het's widr gschütteⁿ! Ruf. Basel 265. Bayer. 2, 488.

ab schütteⁿ weggiessen. D Milich aschütteⁿ abrahmen Hf.

abe schütteⁿ unpers. herabregnen Obhergh.

bschütteⁿ 1. begiessen. s Krut b. den Kohl giessen Rchw. 2. intr. ausreichen, langen. s bschüttet nix meʰʳ hützetag Hlkr. Vgl. bschiesseⁿ 3.

dran schütteⁿ (scherzh.) trinken Str. K. Z. Wellen mⁱr noch eens dron schütteⁿ? Mittelhsn.

ʰerab schütteⁿ 1. hinabgiessen, hinunterschütten Z. 2. unpers. in Strömen regnen Bf. Dunzenh. Vgl. ʰerabmacheⁿ 2 Seite 643.

 PfWB  RhWB in schütteⁿ eingiessen. Meⁿ muess dëre Kuej e Trank iⁿschütteⁿ Bf. Ër is gor griserliʰ voll gewëˢn, nu (dann) han sⁱe-n-ⁱʰm schworzeⁿ Kaffi inggschütt un e Hampfl voll Salz dinneⁿ Ingenh.

uf schütteⁿ aufschütten, insbes. das Mehl auf den Mühlgang Bf., die gedroschene und zu säubernde Frucht auf die Windmühle K. Z. Wiˡˡˢt liewer d Müʰl dräjeⁿ edr u. s.? Dunzenh.

 PfWB  RhWB um schütteⁿ 1. ausleeren oder umgiessen, von einem Gefäss ins andere Dü. ‘weil sy aber den haffen zu bald vmbgeschittet’ Altk. Hexenproz. 1589, Als. 1856, 291. 2. eine Früh- oder Fehlgeburt

[Bd. 2, Sp. 445b]
haben. Si het umgschütt Dü. Ingw. Vgl. verschütteⁿ 2.