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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schaute bis schättereⁿ (Bd. 2, Sp. 442b bis 443a)
 
  Schaute [ʿSâitə Pfast.; ʿSàitə Attenschw. Obhergh. Dessenh. Ensish. Su. Geberschw.; ʿSòitə Hlkr. Horbg. Ingersh. Dü. M. Mütt.; ʿSœytə U. Wh.; ʿSôtə u. ʿSòytə Str.; ʿSœwta Rauw.; auch Zss. ʿSàitəpèmpəs Obhergh., ʿSœytəpìmpəs Zinsw.] m. 1. Verrückter, Narr; Possenreisser. ‘Isch das e Schaüde, dà Herr Fink .. ’s sin alle Müsikante Narre’ Lustig II 327. ‘Sin Hauptgschäft isch gewehn, die Schoode recht ze schinde’ Kettner Mais. 42. 2. (vertraulich) Närrchen. Bis bös? Jo, S.! nein, du Närrchen! Ingw. späthebr. schotä Part. irrend, Narr JB. XII 157. Bayer. 2, 485. Pfalz. Westerw. 178.

Halbschaute m. Halbverrückter Obhergh. K. Z. Rauw.

Schautel(e) [ʿSâitl Hi.; ʿSâitələ Ruf.; ʿSàỳtl Lutterb. Banzenh.; ʿSàitl Su.; ʿSòitl Co.] m. Narr, Hanswurst. s. auch Tschaütel.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Schätt(e) [ʿSatə Ruf. Co. Dü.; ʿSat Geisp. K. Z.; ʿSati Hag. H.; ʿSæt Büst Wh.] f. 1. Schatten. Sitz dohër, do is gut S.! Büst. Di könneⁿ eⁱnandʳ d S. nit sëʰn sind todfeind Ingw. ‘Der fèrcht sich vur siner eijene Schätt’ er ist feige Dehli. JB. XI 51. Von einer jungen Kuh mit kleinem Euter: s git alleⁿwëj gueti Milich, s treit s Fass in dr Schätt Ingenh. Rda. Der geʰt do ʰrum wü dr Tod, wü d Schätt an dr Wand er sieht elend aus Z. JB. VII 196. ‘der blosst den wint, und slecht die schet’ Brant Narr. 45, 30. ‘Der zwängt sich wie e Schätte’ Lauterbg. 2. (scherzh.) Bett. Wëˡˡn ⁱʰr in d Schätte? Ruf. 3. Gefängnis. Er is in d Schätte kummeⁿ Dü.

Nachtschätt f. schwarzer Nachtschatten, Solanum nigrum Illk. K. Z.Pritzel-Jessen 381.

Schätteⁿ, Schatteⁿ [ʿSatə Steinb. Gebw. Bf. Geud.; ʿSætə u. ʿSàtə Str.; ʿSàtə Co. Henry] m. 1. Schatten. Er kaⁿⁿ siⁿ S. nit sëʰⁿ er kann ihn nicht ausstehen Gebw. Er is grod woreⁿ, wi dr S. an dr Wand so bleich Geud. ‘Mer sin im Schètte gsèsse’ Str. CS. 90. ‘Schädde, Schädde, lai di! Sunne, Sunne, zai di!’ Zabern Stöber Volksb. 261. ʿDer Tanz der ist ein Schätten (:tretten) wie lieb und Eh sein müs’ Fisch. Ehez. 227, 23 (J 3ª). 2. Bezeichnung für einen leeren Geldbeutel.

[Bd. 2, Sp. 443a]
A. Zaʰls eps? — B. s is Schätteⁿ! Str. Hes vil verdient di Wuch? Jo, do is Schätteⁿ! ebd. 3. Gefängnis. ‘Im Schatte’ Mü. Mat. 5, 62. — Pfalz. S. Swz. 310. Basel 251. Bayer. 2, 482.

verschätteⁿ [fəratə Ruf.] durch Schatten beschädigen. Dëʳ Baüm verschättet im Franz sineⁿ Acker.

 PfWB  RhWB Nachtschätteⁿ m. 1. schwarzer Nachtschatten, Solanum dulcamara Bf. 2. beim »letzten Schlag«, ehe die Kinder abends vom Spiel nach Hause gehen, sagen sie N.! Steinb.
 
 
Schätter [ʿSatər Hf.] m. grobmaschiger, steifer Leinenstoff. ʿSchechter’ im Protokoll der Pastoralakte von Schwindratzh. 1780, 54, wo von der Anfertigung eines Kirchenrockes die Rede ist. ʿSchätter du bougran’ Martin Coll. 196. ʿScherter’ 1300 u. ö. CS. Hist. wo auch citiert wird: ‘Colchicum damit man roten Schetter ferbt’ Brunschwig Dist. 100. ‘er wurt zugewickelt in ein weisz scherten tuch’ Geiler L. K. IX. — Bayer. 2, 482.  Lexer Lexer.

†‘glantzschertern, ein weiss g. haubtenküssen’ Not. Urk. 1745.
 
 
schättereⁿ I[atərə fast allg.; atrə Su. Hlkr. Geberschw. Ingersh.; ætərə Str. Wh.] 1. klingen, wie ein zersprungenes Gefäss oder eine beschädigte Glocke Z. Di Glock het allewëj e Sprung, dass sⁱe so schättert Molsh. 2. vom Ton, den zwei aneinandergeschlagene Blechgefässe geben. Dëm sini Stimm schättert aˡs wie-n-e Spritzkann Geberschw. 3. klappern, rasseln, von lose eingeschlossenen Gegenständen. Wëⁿⁿ d Eier iⁿ dr Schal s., is s e Zeicheⁿ, dass si ful siⁿ Bf. 4. dröhnen. Wënn der blost, se schätterts ordⁿliʰ Geud. Er het d Tür zugschlaujeⁿ, ass es ganz gschättert het Lobs. s. auch tschättereⁿ. S. Swz. 316. Basel 88. Bayer. 2, 483.