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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
scharf bis verschürpfeⁿ (Bd. 2, Sp. 432b bis 433a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB scharf, scharpf [ârf Hi.; àrf Co. U.; Nbf. àrəf Mütt.; àrpf Strüth Attenschw. Ruf. Su. Osenb. M.; Kompar. èrfər] Adj. Adv. 1. scharf, vom Messer u. dgl. Rda. Der het e scharf Mësser der kann tüchtig essen Hf. Scharf macheⁿ die Pferde beschlagen Betschd., Rinnen in die Mühlsteine hauen, wenn sie vom Mahlen glatt geworden sind Hi. E scharfs Gsicht han sehr gut sehn können Betschd. ʿScharf wie e Sawel’ Hirtz Ged. 217. ‘Scharf wü Essi’ Z. JB. VII 198. 2. schneidend, vom Wind; streng von Personen; beissend, von Speisen. Dr Wind geʰt scharf; dëʳ Sëmpft is wüeti scharf Bf. Du hes e scharfer Vater Co. Dër Pfarrer nimmt's ze scharpf M. Die Rëttig sin arig scharef Mütt. ‘scharf zum Kirchegehn anghalde’ Pfm. II 6. 3. Schärfer! sagt der Kartenspieler zu dem, der gibt, wenn er schlechte Karten bekommt Hf. Basel 251. Bayer. 2, 464.

Schärfe [ʿSèrfə und häufiger noch ʿSèrfi Hf.] f. Schärfe. Als Beweis einer S. im Bluet gilt nach Laienansicht ein Hautausschlag. — Bayer. 2, 464.

 PfWB  LothWB  RhWB schärfeⁿ [êrfə Mü.; ærfə Ruf.; èrfə U.] 1. scharf machen, eine Hacke Ruf. U. Trag di Haü zum Schmid, ass er si schärft! Ruf. 2. die Furchen eines Rebstückes einhauen, die Grenze wieder richtig herstellen Ruf.

Sägeⁿscherfer [ʿSájəèrfər Geud.] m. Sägenschärfer, übtr. Zeisig.

Schärf, s. Schärpe.
 
 
Schurf [ʿSùrf Hag. H.] m. Schorf. — Eifel 231.
 
 
 PfWB  RhWB schürfeⁿ, schürpfeⁿ [ìrfə Roppenzw. Hi. Lobs.; erfə Hlkr. Z. Schopperten; érfə Kerzf.; èrfə Molsh. Avolsh.; îrpfə Olti. Heidw.; ìrpfə Obhergh. Orschw. Geberschw. Str.; erpfə Steinbr. Ruf. Su. Dü. M. Bebelnh. Rapp. Z.; érpfə Bf.] 1. schürfen, durch Reiben die Haut verletzen. Iʰ ha gschwind welleⁿ macheⁿ, dªrnoʰ han iʰ miʰ an dr Wand gschürpft, mini Hand is ganz bluetig Geberschw. Wo-n-iʰ an dr Wand verbei bin, ha-n-iʰ miʰ gschürft Hlkr. Er is gschürft gewën am Fuess un het's nit gestemiert: jetz brënnt's ⁱʰne-n-aˡs eso Schwindratzh. 2. leicht pflügen, oberflächlich das Unkraut wegkratzen Dü. Bf. Lobs. 3. leise berühren, mit der Hand anstossen Olti. Heidw. 4. zureichen, schenken.

[Bd. 2, Sp. 433a]
Die Kinder rufen in einen fremden Garten hinein: Schürf mⁱr e par Bireⁿ! Molsh. 4. Drei s. dreimal tanzen. Mⁱr wëˡˡn drei s. Ruf. Vgl. trëteⁿ. — Vgl. S. Swz. 355. Basel 265. Schwäb. 483. Bayer. 2, 464.

ab schürpfeⁿ abschürfen. E Stück Hut is abgschürpft Rapp.

 PfWB uf schürfeⁿ Kerzf. Hf., uf schürpfeⁿ Str. K. Ingenh. aufritzen.

umme schürfeⁿ herum streifen. Iʰ biⁿ an dr Wang Wand umme gschürft Roppenzw.

 PfWB  RhWB verschürpfeⁿ 1. die Haut durch Anstreifen verwunden; 2. †übtr. sich irren Str. CS. 108. ‘Do hesch di au verschirpft dass de niemole nit, Was i der als haa gsaid vom Klärel, hesch anheere nur welle’ Pfm. V 2.