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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Schënkel bis Wëtterschënkel (Bd. 2, Sp. 421a bis 421b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Schënkel [ʿSakl fast allg.; ʿSækl Str. W.] m. Schenkel: 1. Teil des Beines. Er ist hera gheit un het dr S. gebrocheⁿ Co. Er het e por Ärm so dick wü min Schënkl Z. JB. VII 193. 2. beim Dreschen heissen S. die beiden Reihen, in welchen das Getreide ausgelegt wird. Mr leieⁿ zwanzig Garweⁿ aⁿ, zeʰn uf jedeⁿ S. Bf. Obsc. Rda. Vier S. on leieⁿ K. Z. 3. der starke Stamm des Rebstockes. Im e Rëbstück soll e jedeʳ Stock zweeⁿ ader drei S. haⁿ, un e jedeʳ S. ein ader uf s höchst zwo Gerteⁿ Dü. Wëⁿⁿ mr ze viel Baujeⁿ schnid, git's keⁱn S. Ingenh. 4. Demin. ‘Schènkele’ ein längliches Backwerk, wozu Eier- und Mandelteig, mit Rosenwasser übergossen, in Butter gebacken wird Stöber Mäder 109; ein Gebäck in Form kleiner Schenkel Co. Iʰ ha Schënkele gësseⁿ Froschschenkelkuchen Henfli. DWB DWB. 8, 2544.

Buebeⁿschënkel [Pŷwəækl Str.] m. längliche Birnenart. — Sonst ein Backwerk. Schwäb. 103. Bayer. 192. Pfalz. Westerw. Hess. 58.

Fröscheⁿschënkel m. ( meist Pl.) Froschschenkel. F. für s Früejstück, nit üwl! Bf.

Glettschënkel m. Holz des Schuhmachers zum Glätten Geberschw.

[Bd. 2, Sp. 421b]

Huereⁿschenkele n. Backwerk als Nachtisch Mü. ‘Zwey Blatten Küchli, gewahlte und Hurenschenkelein’ Stöber Mäder 40.

Kommisschënkel m. eine Art schwerer, langer Flinten der Nationalgarde unter Ludwig Philipp Bf.

Krutschënkel m. Schimpfn. der Strassburger, vermutlich zuerst für die Mitglieder der Gärtnerzunft od. die Bewohner der Krutenau und dann allg. ‘unn jetz ischs denne Krutschenkel widder nit recht’ Wahl. 1.

Lëtschënkel, Lattschënkel, Lappschënkel, Lëppschënkel [Latakl fast allg.; Lætækl Str. Ndrröd.; –aki Liebsd.; Làt- u. Làpækl Str.; Lapakl Hi.] m. 1. plumper, unbeholfener Mensch; langbeiniger Bursche mit wackligem, schwerfälligem Gang allg. ‘der krumme Beine hat oder schief geht’ Klein, wo auch ‘lettschenkeln’. Vgl. Latschi, lätschig Seite 630. 2. dummer, einfältiger Mensch allg. Dëʳ L. will mⁱr zeigeⁿ, wie mr e Sach macht! Türkh. ‘Verwehre Si's demm Lettschenkel z'erst, for Lewesart ze lehre’ Pfm. II 7. 3. feiger, furchtsamer, unzuverlässiger Mensch Mü. Stöber Mäder 97. 4. dicke, ungeschickte Person Hi. — eig. Zss. aus letz-Schenkel. Lapp- zu lappeⁿ.

 PfWB  LothWB Madameⁿschënkel m. Glockenbirne, die sich nach dem Stiel zu auffallend verjüngt, Magdalenenbirne allg.

Raʰmeⁿschënkel [Ràməakl Dü.; Râməakl Lobs.] m. Rahmenschenkel, vierkantiges Langholz mit quadr. Grundfläche (jede Seite 12—15 cm), wird bei Zäunen verwandt, indem die Latten darauf angenagelt werden.

 PfWB Wëtterschënkel m. die untere Querleiste des Fensterflügels Dü. Str.