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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Balkeⁿ bis Palmet (Bd. 2, Sp. 40b bis 41a)
 
  Balkeⁿ [Pàlka O. bis Bf. Str.; Pàlìka, Pàlìkə Rapp. U.; Pàlk Bed. 2 Geberschw.; Pl. = Sg. seltener Palkə M.; Demin. Palìkə K. Z.] m. 1. Balken. Rda. s Wasser he keⁱn B. sagt einer, der sich nicht ins Wasser wagt, der besonders keine Schiffahrt (nach Amerika) wagen würde K. Z. ‘Wenn ’s Wasser Balke hätt’ Kettner Mais. 88. bes. Deckbalken: Du blis jetz do, un wënn de springs bis an deⁿ B. bis an die Decke Lobs. Ungerem Balkeⁿ stoʰⁿ ein Spiel aus der Kunkelstube JB. XVII 237. 2. beim Rebbau der Erdaufwurf zwischen den Gräben, in welche die Würzlinge gepflanzt werden Ruf. Geberschw. M. Rapp. K. Z. 3. abschüssiges Land mitten im Feld Hi. 4. mit Gras bewachsene Ackerwand, die sich längs eines Grabens hinzieht Mütt. 5. Erhöhung in einer Furche, Fehler beim Pflügen, den Anfänger leicht begehen K. Z. (sonst Schäfersitz genannt). — Schweiz. 4, 1188. F. Schwäb. 590. Bayer. 237.

 PfWB  RhWB Firstbalkeⁿ m. oberster Dachbalken, an dem die Sparren sitzen Bf. K. Z.

Katzeⁿbalkeⁿ m. der unterhalb des Firstbalkens und parallel mit demselben laufende Balken in der Scheune U.

Këʰlbalkeⁿ m. Balken im oberen Dachstuhl Bf.

Wëchselbalkeⁿ m. Balken, der die Verbindung anderer Balken herstellt Bf.

Gebälk [Kəpalìk Molsh. K. Z.; Kəpælìk Str.] n. Balkenwerk in einem Gebäude.

 PfWB  RhWB Këʰlgebälk n. Gebälk des obersten Raumes im Speicher, in der Regel nicht mit Dielen belegt Molsh.

[Bd. 2, Sp. 41a]

 
  Polka [Polka f. Dü.; Pòlkâ m. K. Z. U.] Polka, ein Tanz. Dr ditsch P. Schottisch, Ländler Dunzenh. Wurs doch deⁿ ditsch P. könneⁿ, deneⁿ kann jo jeds Kind tanzeⁿ! Ingenh. Zss. Polkahar Seite 365, –lockeⁿ Frauenhaar über die Stirn herunter und dann seitwärts über die Ohren gekämmt Dü.Schweiz. 4, 1215.

Balmeⁿ s. Barmeⁿ.
 
 
Palmeⁿ [Pàlmə Liebsd. bis Bf.; Pòlmə Ndhsn.; Phàlmə Hag. Lorenzen; Pl. ebenso] m. 1. Sefenbaum, Juniperus Sabina Bf. Er wird am Palmsonntag an Stelle der Palmen in der Kirche geweiht Kirschl. 2, 98. JB. VIII 162; X 226; wird unterm Dach aufbewahrt, schützt vor Blitz Hag. H. ‘.. der Paw Sannt Martin (ist) seinem Gotzhaus järlichs vff den Palmtag, so man den Palmesel vonn Sannt Peter herab füert, für Palmenn vmb sechs Schillinng Rappen zinßbar’ Als. 1873/74, 314. Rda. Dëʳ het tschoⁿ alles gmacht, aˡs cheⁱⁿ P. gsëgnet er hat ein unstetes Leben geführt, den Beruf häufig gewechselt usw. Liebsd. Hindeⁿnoʰ kummeⁿ wie dëʳ mit m P. zu spät kommen, wie einst einer, der nach dem Hochamt seine Palmen geweiht haben wollte Geberschw. Su. Ruf. Bf. Im M. wird die Rda. so erklärt: [ə Strn r e əmol àm Tùrtik fór em Pàlmsùntik ùf Kholmr ùf tə Mark khùmə ùn sét, we tèrt Pàlmə frkhoift wárə. »Wæn tàs e«, takt ár, »às tyo hysə ti Pàlmə so fil kaltə, sə khænt iχ jo ræ ə ‘Stek Kalt frtienə«. Trnyo e ər hèim ùn hèt tsù khæm Mant nit ksèit, ùn hèt àm tərə Tùrtik fór Tâ ə Wáklə fol Pàlmə kəlâtə ùn hèts mæm Êsl nys ùf Kholmr kfiert. Trnyo hèt em kè Mant khæn â wèlə khoifə. Sítr sèit mr, wæn èinr tsə pyot khùmt, ər khùmt we tár met tə Pàlmə]. 2. Buchs Lorenzen. 3. Stechpalme. — Zss. Palm(eⁿ) sunnti(g), Palmesel Als. 1873/4, 311. — Schweiz. 4, 1217. F. Schwäb. 595. Bayer. 387.

Palmet [Pòlmət Dachstn.] m. Palme, die am Palmsonntag geweiht werden soll.