Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Sit(e) bis sittsam (Bd. 2, Sp. 380a bis 380b)
 
  Sit(e), Seit [Sitə Liebsd. Hi. Dollern Mü. Banzenh.; Sit O. U. W.; Sæìt Bühl Ndrröd.] f. 1. Seite. Loss das Dings uf dr S. unterlass das! Dü. Gang ab d Site! Roppenzw. Eps uf d S. macheⁿ, bringeⁿ, verbergen, oder auch: eine Arbeit vollenden O. Eineⁿ uf d S. schaffeⁿ heimlich töten Ruf. Uf d S. ladeⁿ schief laden, sich betrinken. Er het uf ein S. gelodeⁿ K. Z. Eineⁿ voⁿ dr S. aⁿluejeⁿ geringschätzig ansehen Dü. Geʰ mⁱr von dr S., ich will nix mit dⁱr ze dun han! Dehli. Er ist ihm nit von dr S. gewicheⁿ Ingenh. Lei diʰ uf d andri S.! Co. Mⁱr woʰneⁿ uf dr anerⁿ S. von dr Bach Dehli. s is uf beideⁿ Siteⁿ glichlig beiderseits gleich Hlkr. Iʰ hab e Stich uf dr rëchteⁿ S. Seitenstechen rechts Bf. Ich dresch liwer uf dr rechteⁿ S. aˡs uf dr linkeⁿ Dehli. Aus der Schriftsprache falsch entlehnt ist die Wendung Anderi Siteⁿ ufspanneⁿ andere Saiten aufziehen Ruf. 2. Partei. Er is uf miner S. hilft mir Su. ‘weil sie in verdacht gewessen, als hätten sie es mehr mit Lottringen als dieser seitt’ Str. 1592, Als. 1858, 18. Insbes. religiöse Partei: Uf wellere S. is er? Dü. Uf uⁿserer S. wir Katholiken, uf eürer S. ihr Protestanten (oder umgekehrt) M. K. Z. Wh. 3. Speckseite. Scherzh. Mⁱr hän noch vier Siteⁿ im Kamiⁿ scheinbar nämlich 4 Speckseiten, in Wirklichkeit die 4 Seitenwände Dü. Zss. Siteⁿfleisch K. Z. 4. Seite im Buch. Hes schon e S. gschriweⁿ? Geud. Mⁱr han zwo Siteⁿ uf ze lerⁿeⁿ Dunzenh. Ingenh. Basel 269. Bayer. 2, 336.

[Bd. 2, Sp. 380b]

Buebeⁿsit(e) f. die obere, gewölbte Seite des Brotlaibes Pfetterhsn. Lutterb. U. [Púwəsæìt Ndrröd.]

Grosssit(e) f. die Seite, wo in der Schule die grösseren Kinder sitzen; Ggs. Kleiⁿsit Su.

Maidlesite S., Maidelsit O. U. [Mátlsæìt Ndrröd.] f. die untere, glatte Seite des Brotlaibes Pfetterhsn.

Stadeⁿsit(e) f. Seite des Sattelpferdes K. Z.

 PfWB  PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Summersit(e), Sunneⁿsit(e) f. der Sonne zugekehrte Seite eines Berges, Hauses usw. allg.

Wintersit(e) f. die nach Norden gelegene Seite von Bergen oder Gebäulichkeiten U.

absit [àpsit Su. Obhergh.] Adv. abseits. Gang doch a., weⁿⁿ mëⁿ dure will! Obhergh. A. dueⁿ beiseite tun, verbergen. ‘nur hàn d'Erfinder D'Handhewe halt absite g'lo’ Lustig I 57. A. leieⁿ ablegen, eine Gewohnheit. Du wurs s Duwakraücheⁿ a. l. (od. lössen lassen)! Bf. Gëld a. l. Geld auf Zins legen ebd. — Bayer. 2, 336.

einsitig [ǽnsitiχ Lützelstn.] Adj. einseitig. Unseri Kucheⁿ sin alli e. worⁿ dismol, ich weiss nit, was d Schuld is.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB (Sitte in) sittelich, sittlich [setəlik Hlkr.; setalik Ingersh.; setlik Dü. Bebelnh. Kerzf. Bf.; setəli M.; setli Barr K. Z. Hag.; setəliχ Str.] Adv. behutsam, vorsichtig, leise. Mr muess ganz s. uftrëteⁿ, wënn mr in d Stub kummt, sunst vrwacht s Kind Str. S. mit eiⁿm umgeʰn Z. Eineⁿ s. ins Bett heweⁿ Hf. ‘Far sitiglich, sitiglich, halt ein mein wütiges gmüte’ Fisch. Garg. 54. — S. Swz. 2, 375. Schwäb. 494. Bayer. 2, 338.

sittsam [setsàm Ingersh.] Adv. vorsichtig. Stell d Flasch s. ane!