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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Supp(e) bis Flädlesupp(e) (Bd. 2, Sp. 368a bis 369b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Supp(e) [Sùpə S.; Sùp O. U. W.; Demin. Sìpl Str., Sepl K. Z.] f. 1. Suppe. Gang,

[Bd. 2, Sp. 368b]
rüer d Suppe-n-üf! Liebsd. Fraü, koch Supp! Kindervers, um den Klang dreier Dreschflegel wiederzugeben Hattst. ‘magere Suppe’ in der Fastenzeit Mü. Mat. 5, 71. Wenn ich das täte, so müesstik iʰ s alle Tag uf dr S. frësseⁿ oder so hätt iʰ s alle Tag uf dr S. so müsste ich mir's Tag für Tag vorwerfen lassen Su. Wënn mⁱr dich nit hätteⁿ un s täjliʰ (sonst auch: s liewe) Brot nit, so müssteⁿ mⁱr d Supp trinkeⁿ Str. (oder mit m Leffl ësseⁿ Str., oder schlappereⁿ Co.) scherzh. Rda., die man Leuten, bes. Kindern, gegenüber braucht, wenn sie sich wichtig machen. Jo, sunst nit meʰʳ, aˡs d Supp zerst! ablehnende Antwort, Fortführung zu sunst nix (s. d.) Obhergh. Su. Er hett d S. verschüttt die Gunst jemds. verscherzt Z. Spw. ‘De Supp ist gut, awer s Rindfleisch ist besser’ W. JB. XI 61. Rda. Dass Gott rbarm, sibeⁿ Suppeⁿ un keⁱni warm! Hi. Kindervers, um den Trommelschall nachzuahmen: Räü, bläü, bläü! D Supp ist gekocht! Was fur e Supp? E Grumbireⁿsupp! Wer het si kocht? E Büreⁿfrau! Drum iss ich si auʰ! Str. Wiegenliedchen s. unter Nina. Spw. ‘Zwischen dem mund vnd der suppen fellt vil yn’ Geiler, Als. 1862, 152. ‘Maidele, brenn di nit, D’ Subbe-n-isch heiss!’ aus einem Kinderliedchen Pfirt Stöber Volksb. 28. Si hai iʰn uf alleⁿ Suppeⁿ er kommt oft auf Besuch Schlierb. Zss. Suppeⁿgrüens Dü., –beckeⁿ. 2. in bildl. Rda. etwas Unangenehmes. Du hes dⁱr do e schöni S. aⁿgerichtt Hi. Bf. Iʰ will dⁱr e S. iⁿ brockeⁿ! Dü. s. auch wëlsch. Wër sich d S. iⁿ brockt, soll si aüʰ usfrësseⁿ soll auch die Folgen tragen Dü., ähnl. Dehli. JB. XI 58. E Suppe-n-usfrësseⁿ unschuldiger Weise leiden Olti. 3. Ich ha ni gnue S. ich muss mehr haben: so sagt ein Kind zum andern, wenn sie auf einer kunstlosen Schaukel (Brett, in der Mitte aufgelegt) sich wiegen und das Gleichgewicht nicht richtig her gestellt ist Geberschw.; oft ruft auch der Benachteiligte: Meʰ Supp! Ruf. D Supp is kocht! unter Kindern Rufzeichen und Aufforderung etw. Verstecktes zu suchen Ruf. ‘Supp ësseⁿ’ ein Spiel aus der Kunkelstube s. JB. XIV 141. 4. Eigenname ‘Hans Suppe der sein Spiel allhie auff dem Baarfüser Platz gespielt

[Bd. 2, Sp. 369a]
ein Charlatan Jean Potage’ Martin Parl. N. 280. — Basel 285. Bayer. 2, 318.

Ankeⁿsupp(e) f. Suppe, in der sich geschmolzene Butter befindet Mütt. Str.

Boʰneⁿsupp(e) f. Bohnensuppe Ruf. Illk.

Brënn(t)supp(e) [Prènsùp Geberschw.; Pransùp Mutzig; Præntsùp Str.; Demin. Prènsìplə Ruf.] f. 1. Branntweinportion, Schnapsgelage. Rda. D B. trinkeⁿ im Haus, wo Branntwein gebrannt wird, zusammenkommen, um zu trinken und zu schwatzen Mutzig; ein Morgentrunk Branntwein und ein Stück Brot dazu Ingw. ‘Do trinke-n-Owes die, halt, e Brendsupp mitnander, Un esse dnoh nix z'Nacht’ Pfm. III 7. Demin. Brennsüpple n. schlechter Schnaps Ruf. 2. eine Tracht Prügel Str. ‘Dorum isch der Lizeziat eso grad wie e Hund zuem e Tritt zu dere Brendsupp kumme’ ebd. V 3 — Bayer. 2, 318.

Brosmeⁿsuppe f. Suppe mit gerösteten Brotschnitten Roppenzw.

Brummelsupp(e) f. 1. Verweis, Scheltworte, insbes. Gardinenpredigt. Verbunden: B. un Zanksalat Bf. Wënn iʰ heim kumm, wurds widr e B. gëⁿ, ass iʰ so spot kumm Dü. Ähnl.: Du kris B. kocht Ingw., ingschnitteⁿ Str. JB. IX 99. Hint git's e B. Dunzenh. Z. 2. Brummbär, mürrischer, unzufriedener Mensch Co. Str. Halt emol s Mul, du B. Co. ‘Brummelsubbe mürrische Person, die immer brummt, klagt’ Stöber Mäder 70.

Brutsupp(e) [Prytsùp M. Hlkr. Geisp.] f. 1. Wein, Brot, Glühwein und Kugelhopf, welche am Hochzeitstage vor der Trauung im Hause der Braut gereicht werden Metzeral JB. III 134; Frühstück, welches den Hochzeitsgästen vor dem Gange in die Kirche gegeben wird M. Mankel. 2. Abendessen am Hochzeitstag, das an arme Leute verteilt wird Hlkr. 3. Suppe, die während der kirchlichen Feier an arme Kinder ausgegeben wird Geisp.

Elfisupp(e) f. Gifttrank Ruf. Rda. Eim Elfisupp kocheⁿ einen vergiften Obhergh. In dëm fëʰlt nix aˡs (od. ghört) e Elfesupp, ass r am zwelf im Himml wär Ruf.

 PfWB  RhWB Ësssupp(e) f. Esssuppe, scherzh. und abweisend Z. Was haⁿ mⁱr hint für e Supp?

[Bd. 2, Sp. 369b]
fragen die hungrigen Kinder neugierig. — E-n-Ësssupp! antwortet die Mutter.

‘E Fatzelsüppel, Eiergerst, Nur selbstgemachti Sache’ Kettner GvH. 5.

Flädlesupp(e) f. Suppe, in die lange Streifen von Eierkuchen (Fladen) eingeschnitten sind Co.