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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Soʰn bis Sand (Bd. 2, Sp. 363a bis 363b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Soʰn, Sun [Sûn Hi. Co. Winzenh. K. Z.; Són Str. Ingw. W.; Pl. Sén Co. U.; Demin. Sénlə Co. Winzenh.] m. Sohn. Dr S. glicht im Vater Winzenh. S. fürm Vatr das Leberblümchen, so genannt, weil die Blüten vor den Blättern kommen Han. Vatr vorm S. Huflattich, Tussilago farfara Lobs. Sins Brueders S., sinr Schwestereⁿ S. sein Neffe K. Z. ‘meine Kinder, meine Lieben, meine sünly, ich binn noch ein kleine Zeyt bei uch’ Geiler P. 11. — Bayer. 2, 295.

 PfWB  RhWB Bruedersoʰn m. Neffe. ‘Mathis Finingers .. brueders sohn’ Petri 476.

Grosssöʰnle n. Enkel Mü. ‘Gross-Sihnle’ Stöber Mäder 83.

 PfWB Pfarrersoʰn m. 1. Sohn eines Pfarrers Str. 2. scherzh. von einem Buckligen: Dis is e P., er hat d Kanzl uf em Buckl ebd.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Sunn(e) [Sùnə S.; Sùna u. Sùn Su.; Sùn O. U. W.] f. 1. Sonne. Er is nit wërt, ass ⁱʰne dⁱe S. anschint Oermi. Do steʰt r wi dr Butter in dr S. er schämt sich K. Z. Er dät eiⁿm vor d S. steʰⁿ, wenn er könntig (könnte), so missgünstig ist er Su. Ruf. Das Brot ist an dr S. bacheⁿ leicht, nicht genügend gebacken Dü. Wënn alli siweⁿ Sunneⁿ schineⁿ, blit dër im Nest lijeⁿ am hellen Tag liegt er noch im Bett Bf. Do hinneⁿ is gor griserliʰ kalt, s schint nie keⁱn Sunn hër das Zimmer liegt nach Norden Ingenh. Rätsel: ‘Es flieght e Vogel fäderlos Uf e Baum blädderlos; Do kummt e Frau mundlos Un frisst d'r Voghel fäderlos. — D’ Sunn, die de Schnee frisst, d. h. schmelze macht’ Pfirt Stöber Volksb. 417. ‘s geht e Frau in's Glockehüs, Losst di heilig Sunn ’erus’ Dambach Stöber Volksb. 259; andere Sonnensprüche s. ebd. 260. 261. Kinderliedchen: ‘D Sunn schînt, s Vejele grînt usw.’ s. Stöber Volksb. 71 ff.; dazu: D Sunne schint, s Vögele grint, D Mueter sitzt im Garteⁿ (Var. s Vögele sitzt ufm Ladeⁿ), Spinnt e grüeneⁿ Fadeⁿ, Strickt e schöneⁿ (Var. roteⁿ) Rock Für dr lieweⁿ Gott (Var. Herrgott) Ruf. D Sunne schint, s Vögele grint, s spinnt e sidig Fädele; Dr Schnidr nimmt dr Rötlstaiⁿ, Wirft im Vögele s Bain erzwai; Dr Schmid nimmt s Bloch Un wirft's im Schnidr uf's Loch Hi. Sunne, Sunne, dohër; Schätteⁿ, Schätteⁿ, witeⁿ Wëj;

[Bd. 2, Sp. 363b]
Deckl, Deckl uf di Pfann, Dass di Sunn schön schineⁿ kann! Betschd. ‘an der sunn’ Brant Narr. 4, 13. Zss. Sunntag, Sonneⁿbluem, –wirbele. 2. ein Feuerrad, das angezündet, sich dreht und Strahlen sprüht Pfetterhsn. Su. Str. Basel 285. Bayer. 2, 296. Pfalz 140.

 PfWB  RhWB Abeⁿdsunn(e) f. Abendsonne Breitenb.

Buebeⁿsunn(e) f. scherzh. für Mond Bf.

 PfWB  RhWB sunneⁿ [sùna Su.; sùnə Bf. U.] refl. sich sonnen. Bauernregel. Wëⁿⁿ siʰ dr Dachs aⁿ dr Liechtmëss sunnt, se geʰt er widr sechs Wocheⁿ iⁿ s Loch Bf. Mittaggruss bei Sonnenschein: Sunnet ⁱʰr üch [eχ]? Heidw.; scherzh. zu Leuten, die nachts bei Mondschein vor dem Hause sitzen: Sunnent ihr üch [aχ]? Antw. Jo, im Mon! Kreis Co.Bayer. 2, 302.

 PfWB  RhWB sunnig [sùnik Su.; sùni K. Z.] Adj. sonnig. Zei, geʰ wëg, s is mⁱr ze sunni do! Ingenh.
 
 
Sueʰne [Sŷanə Ndrmagst.] f. Wiesengraben. ‘Zum Sechsten ist die Suone in der Saltzbrunen .. zu manutenieren’ 1667 Gemeinde - Archiv Waltenh. JB. XIII 78 Anm. 1.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Sand [Sà Roppenzw. Pfetterhsn. Henfli.; Sànt Hi. Felleri. Obbruck O. Bf. Dunzenh. Str. Z. Han.; Snt Geisp. K. Pfulgriesh. Weyersh. Reichstett; St M.] m. Sand. Die Burschen werfen nachts Sand an die Fenster der Geliebten, um sie zu benachrichtigen Landkreis Str. Rda. S. uf Hagenau füʰreⁿ Eulen nach Athen tragen Str. Alle (frz.), S. druf! Schwamm drüber! Ablehnung einer unschönen Bemerkung Z. Geʰ in d Äsch geʰⁿ S. rittereⁿ (sieben) kurze Abfertigung: scher dich zum Kukuk Dü. Saund hër, Saund! rufen die Sandverkäufer aus der Umgegend von Str. durch die Strassen. ‘Am Morjes do geht's schun mit Saund-Brüele-n-an’ Schk. 140. ‘Potz Katze! Hund! Buewe! Saund!’ ebd. 141. Zss. Sandgattere, Sandhubel Pfetterhsn., –stein. Flurbezeichnungen: Sandwëj, –matt, –acker, –grub M. JB. IX 210; im Sandfëld Ingenh.Basel 248. Bayer. 2, 303.