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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
suecheⁿ bis Suecheⁿs (Bd. 2, Sp. 323a bis 324a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB suecheⁿ, sucheⁿ [sỳəə S.; sỳəχə O. K. Ingenh. Hf.; syùχə M.; sùoχə Kestenholz; sŷχə Str. Han.; sχə Brum.; sûχə Betschd. Ndrröd. Wh.] 1. suchen. Spw. Wer suecht, der fingt (findet); wer schisst, der stinkt Hf. Er suecht schoⁿ lang nämlich Streit Su. Ja, ich suech dich (mit dr Lozërn)! abweisende Rede Hf. Dich hätt ich do nit gsuecht zu finden erwartet Su. Das hätt meⁿ hinder dem nit gsuecht vermutet ebd. Goldstückle s. beim Gehen den Kopf hängen lassen Hi. D Nacht s. an einem Ort immer wieder von neuem nach etwas Verlorenem suchen Liebsd. Deⁿ Preditëx uf dr Kanzlstëj s. unvorbereitet die Kanzel besteigen Bf. D Soü s. ein Gesellschaftsspiel, bei dem nur Karten derselben Farbe ausgegeben werden. Der König ist Richter, die Königin klagt und sucht, der Bauer darf suchen, das Ass ist die gestohlene Sau Co. s. auch Saü 2. D Seel s. jem. umbringen (im Scherz gesagt) Co. Mit

[Bd. 2, Sp. 323b]
eⁱⁿme so-n-e scharfeⁿ Mësser könnt mr eiⁿm schoⁿ d Seel s. Beim eifrigen Suchen sagt man in kath. Gegenden das Sprüchlein: Heiligeʳ Antoniˢ voⁿ Padua, zeig mⁱr, was iʰ vrloreⁿ ha Dü., oder noch drastischer: [Hailkər Àntoniỳs fò Pâtỳâ, Hìlf mər sỳəχə wàs i fərlôrə hà; Sèks Seitrak òtər Hùntstrak, ʿSlàk əm Teifl tə Tàtsə awak!] Gebw. 2. betteln Z.; vgl. heischeⁿ 2. 3. unpers. leicht schmerzen, im Bauch bes. nach einem Abführmittel: s suecht im Buch Dü. s het deⁿ ganzeⁿ Morjeⁿ iⁿ mⁱr gsuecht Ingenh.; von den ersten leichten Anfängen einer Krankheit: s het miʰ schon lang gsuecht; s suecht widr M. Basel 284. Bayer. 2, 215.

gsuecht Adj. begehrt. N-e gsuechteʳ Doktor ein gesuchter, tüchtiger Arzt Su.

an suecheⁿ 1. vor Gericht auf Schadenersatz ansuchen. 2. ein Mädchen verlocken wollen Hf. Ja, r het miʰ drum ōngsuecht Ingenh. F. Schwäb. 273. Bayer. 2, 215.

heimsuecheⁿ [hámsûχə Ndrröd.] wie hochd.; bei einem Zechgelage tüchtig auf jemds. Kosten trinken U. D Alt h. in bestimmter Absicht die Geliebte aufsuchen Ruf.vgl. Bayer. 2, 216.

us suecheⁿ aussuchen Su. Di Förster haⁿ gesterⁿ usgsuecht eine Haussuchung nach gefreveltem Holz abgehalten Mittl.F. Schwäb. 528.

versuecheⁿ 1. einen Versuch machen. In diesem Sinn selten, gew. prowiereⁿ Hf. 2. in Versuchung führen. Rda. Dr Teüfl versuecht d Wëlt, s Gëld versuecht d Lüt Bf. 3. kosten. Hint wurd dr neü Win versuecht Hf. ‘welcher vielerley Wein versucht’ Geiler Narr. 18 Kloster. ‘Man pringt an Höfen, inn Klöstern vnd sonst Häusern eym viel eher eyn trunck den er versuch, als eyn Buch darinn er eyn guten Spruch such’ Fisch. Garg. 27 Kloster. ‘den Wein vom heissen Sommer ... zuversuchen’ ebd. 83. An dir is e Köcheⁿ verloren gegangeⁿ, du versuchs gar gërⁿ Lützelstn. ‘den wyn zuvor versucht’ Hunaw. 1564, Als. 1858, 297. ‘Es soll ouch kein zapfener, noch nieman anders, deheinen win uftn er sy dann vor versuchet’ Str. 1461 Brucker 542. Zitʰer (seit) gestert hab iʰ noch keⁱⁿ Mümpfele versuecht keinen Bissen gegessen Dü.

[Bd. 2, Sp. 324a]

unversucht Part. ohne gekostet zu sein. Spw. U. schmackt nix! man kann erst urteilen, wenn man geprüft hat Betschd. ‘Ungversüucht schmeckt nit’ M. JB. II 168; ähnl. Dü. Dehli. JB. XI 62.

 PfWB zsammeⁿsuecheⁿ refl. sich aufraffen K. Z. Drnōʰ hat r sich zammeⁿ gsucht un is gangⁿ Wh.

Suech [Sŷχ Str.; Sỳəχ K. Z.; Súχ Ndrröd.] f. Rda. Uf dr S. sin. 1. eifrig nach einem Gegenstand suchen. Ich bin uf dr Such noch ere Kuʰ Ndrröd. 2. gesucht werden. Wü is dënn jetz nummeⁿ dis scharf Mësserle wider? Uf dr S.! Dunzenh. Bayer. 2, 216.

 PfWB  RhWB Gsuech n. 1. Durchsuchen, fortwährendes Suchen allg. Was is das für e G. iⁿ dr Schublad? Su. 2. Bittschrift (in diesem Sinne neueres Lehnwort aus dem Nhd., dafür älter das Fremdw. Petizion U.) O. — Bayer. 2, 216.

 PfWB Suecheⁿs Geberschw., Gsucheⁿs Dü. n. eifriges Suchen. Do geʰt s an e S. wëgeⁿ dem Groscheⁿ.