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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
rutscheⁿ bis rutscherig (Bd. 2, Sp. 309b bis 310a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB rutscheⁿ [rùtə Hirzfn. Su. Ruf. Co. Dü. Str.] rutschen, gleiten, ausgleiten. Dëʳ Fisch is z glatt, ër rutscht mⁱr us dr Hand Ruf. s rutscht äfangeⁿ, sagt man, wenn das Geld allmählich abnimmt Su. Rutsch nit eso uf m Bodeⁿ ʰerum, du kleini Krott Co. Tanzweise, als Schottisch, sog. ditscher Polka, gesungen: Rutsch hiⁿ, rutsch hër, Rutsch zue dr Magd in's Fëderbett; Rutsch hiⁿ, rutsch hër, Rutsch zue dr Magd in's Bett; Bin hiⁿ gerutscht, bin hër gerutscht, Bin zue dr Magd in's Bett gerutscht; Rutsch hiⁿ usw. Dü. Uf deⁿ Knejⁿ r.

[Bd. 2, Sp. 310a]
namentl. von kleinen Kindern Str.; in e Visit r. ausgehn, um einen Besuch zu machen ebd. s. auch rütscheⁿ u. Zss. — Basel 244. Bayer. 2, 191.

ab rutscheⁿ ausgleiten: Bis oʰ abgrutscht? Hlkr. s. auch u. Rutscher.

us rutscheⁿ 1. ausgleiten auf glattem oder schlüpferigem Untergrund Su. Katzent. Str. 2. glätten: Ich muess iⁿ miⁿm Mann uf dr Sunntig e Hem u. Katzent.

 PfWB zsammeⁿ rutscheⁿ 1. durch Rutschen einzelner Teile oder des Ganzen umfallen, von einem Haufen aufgestapelter oder aufgeschichteter Gegenstände, z. B. einem Stosse Bücher oder einem Haufen flacher Steine Dü. 2. von zwei Liebenden: sich im Verborgenen aufsuchen. Si rutscheⁿ schuⁿ e Zit lang zsämmeⁿ Dü.

 PfWB  LothWB  RhWB Rutsch f. 1. Reise (scherzh.). Wenn jem. eine Reise unternimmt, wünscht man ihm n-e glückligi Rutsch Su., e glücklichi R. Str. Hf. Glückligi R. un e Pflatschrëgeⁿ uf dr Buckl! Geberschw.; vgl. Reis. Rda. in eiⁿm R. zu gleicher Zeit: ‘D'Gutsch bringt ne de Gläsler mit un d'Christin’ in aim Rutsch’ Pfm. V 6. 2. Eisbahn, s. Rütsch.

Schnuffelrutsch f. Mundharmonika Str. Elsass 13. XII. 1900.

Stuwerutsch f. Krankheit? Str. Stubenhockerin?

 PfWB Rutscher m. 1. niederes Kinderbett, welches tagsüber bei Raummangel unter die grosse Bettstelle geschoben wird Logelnh. Winzenh. Ziej dr R. underem Bett ʰëʳfür! Winzenh. 2. kleiner Kinderschlitten Türkh. 3. niedriger Kochtopf ohne Stollen Rapp.; s. auch Rutschhafeⁿ Rütscherle. 4. Stein, auf dem man ein Messer, einen Meisel usw. abrutschen, d. i. wetzen kann Su. vgl. Bayer. 2, 191.

Rütscherle [Rytərlə Lutterb.; Rytarli Heidolsh.] n. kleiner eiserner Kochtopf Lutterb.; Milchtopf Heidw.

 PfWB  LothWB  RhWB rutschig [rùtik Geberschw.] Adj. glatt, schlüpfrig (vom Boden).

rutscherig [rùtərik Hlkr. Co. Ingersh.] Adj. = rutschig, Gib nur Acht, ass de nit gheis, s is gar r.! Hlkr.