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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Rost bis ruesteⁿ (Bd. 2, Sp. 296a bis 297a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Rost, Rust [Rùt S. O.; Ròt Obhergh. U.] m. Rost am Eisen; Rostwasser, gewonnen durch Begiessen alter Nägel, als Hausmittel gegen Bleichsucht. — Bayer. 2, 161.

 PfWB  LothWB  RhWB rosteⁿ, rusteⁿ [rùtə Mü.; ròtə Obhergh. U.] rosten. ‘Alte Liewe rustet nit’ Mü. Mat. 4, 40. — Bayer. 2, 162.

[Bd. 2, Sp. 296b]

 PfWB  LothWB  RhWB rostig, rustig Adj. 1. rostig. 2. sauerfleckig. 3. glanz- und farblos, schmutzig (Anzug und Gesichtsfarbe): Lue, wü der so r. dohëre kummt! Ingenh.; elend, gering: Was sin dis fur rostiji Pflimleⁿ, wo Si do bringt! Str. ‘rustig’ Lustig I 50.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB rüsteⁿ [rìtə, retə allg.; Part. krìtə Mü. Pfetterhsn., krìtət Ensish. Su., kret Ingersh. Dü. Ndhsn. Betschd. Bühl; kəret Bf. Molsh. Str. K. Z. Han.] trans. u. refl. rüsten, zurichten, zurecht machen, zurecht legen, vorbereiten, bereit halten. s Ësseⁿ r. allg. Iʰ will s Zmittagësseⁿ r. Su. Dr (deⁿ U.) Tisch r. decken allg. Rüste mⁱr e Kutlett! Hf. ‘bis es g'rischten-isch’ Lustig I 139. Rüst mir s Hëmd! Ingenh., d Sunntikleider Dunzenh. Z. Hit sind ihr awer gerüstt geputzt, ausstaffiert, im Staat K. Z. Du kaⁿⁿs dr Buckl r. für eine Tracht Prügel Su. G(e)rüstt sin fertig, bereit sein: Bis g. für in d Kirch? Dü. Sind ihr schun g.? Geud. ‘Geh, Alder, mach, de bisch nonnit gerüst for nus’ Pfm. V 3. Für dⁱes ist er grüstt dafür ist er gleich, sofort bereit Su. Er is glich gerüstt zuem driⁿ schlajeⁿ Dü Rüst diʰ, s geʰt los! Ndhsn. Iʰ gang miʰ jetz geʰⁿ r. ich will mich jetzt ankleiden, um mit zu gehn Su. Rüste-n-öuch für furt ze faʰreⁿ! Hf. Alle (frz. allez), mach diʰ gerüstt! wegefertig Z. ‘sich nicht zu dem Todt bereiten oder gerüst machen’ Geiler 85. Narr Kloster.Basel 244. Bayer. 2, 162.

uf rüsteⁿ 1. (das Pferd) aufschirren: rüst s Ross uf! Bisch. 2. zurichten, bei Schlägereien übel zurichten Wingen b. Weissenbg.

Gerüst [Krìt Felleri. Wittenh. Dollern; Kret Steinbr. Su. Ruf. K. Geud. Hf. Ingenh. Prinzh.; Kəret Ingersh. Brum.; Pl. –ər] n. 1. Baugerüst; Gerüst = Rost 2 in allg. Bed. ‘Do man zalte 1349 jor, da wurdent die Juden zu Strosburg verbrant in irme kirchof uf eime hultzinen gerüste an sante Feltinstage’ Chron., s. Menges in Ztschr. f. d. d. Unterr. 9, 773. 2. Scheunenhaus Hag.; Boden über der Tenne K. Z. Er is s G. ʰeragstürzt Hf. Setz dieˢ Frucht uf s G.! Prinzh. Syn. Gäwereit Betschd. 3. Gestell mit Stangen zum Aufhängen der Tabakblätter Geisp.

Rëbgrüst [Rápkrìt Betschd.] n. Rebhalde vor dem Hause.

[Bd. 2, Sp. 297a]

grüsteⁿ ein Baugerüst errichten, das Dachwerk an einem Neubau errichten Hf.

 PfWB  RhWB rüstig [retik Logelnh.; reti Z. selten] Adj. rüstig.
 
 
Ruest I[Rỳət Mütt. Z.; Rỳat Bf.] f. Rüster, Ulmus campestris Kirschl. 2, 60; das Holz der R. ist von Wagnern sehr gesucht Bf. ‘Sollen die Eichen vndt rohte Rusten stehen lassen’ Joner 25. s. auch Ruesch. — Bayer. 2, 163. Pfalz Rüschd.

ruesteⁿ [rỳətə Mütt.] Adj. von der Rüster herrührend: r. Holz.