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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Rosinel bis Partirössle (Bd. 2, Sp. 290b bis 291b)
 
  PfWB  RhWB Rosinel [Rosinl Str. Geud.; Pl. –ə Geisp. Bisch. Mutzig; –ər M.] n. Korinthe. —  DWB DWB. 8, 1231.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Ross [Ros S. Su. Geberschw. Dü. M. Bf. Str.; Ròs Z. AEckend.; Pl. Rèsər; Ròs u. Rèsər Hf.; Ròs Dunzenh. Ingenh.; Demin. Rèslə O., Rèsl U.] n. 1. Pferd; bes. in Kraftausdrücken und Vergleichungen ist R. beliebt: Laufeⁿ wie e R. gut und schnell laufen Steinbr. Schaffeⁿ, suffeⁿ, zieʰn, brüelˡeⁿ wi e R. Hf. Er het e Natur wi e R., Zss. Rossnatur ebd. Dis is e-n-Arzenei, dass e R. dran verreckeⁿ tät ebd. Vgl. die Zss. im Kartenspiel: e Rosskart, e Rossspiel eine sehr gute Karte; e Rosschance [Ròss] grosses Glück Hf. Spw. Vum vieleⁿ Schaffeⁿ vʳreckeⁿ d Ross sagt der Faulenzer Su. s. auch

[Bd. 2, Sp. 291a]
Pfëffer 2, Seite 132. Wëⁿⁿ dr Bëttler uf s R. kummt, se rittt r erëcht Bf.; Var.: Wëⁿⁿ mr dn Bëttler uf s R. hebt, ze geʰt r nimmer hero edder s verreckt Z. Spw. ‘Ein Ross vnd ein Mann Mssen immer Fornen dran’ Mosch. II 301. Im e R. un im e Maⁿⁿ steʰt s Furzeⁿ woʰl aⁿ Grenzingen. Kurzi Ross sind sehr vorteilhaft: sie fressen weniger und leisten ebenso viel wie die grösseren Stattmatten Sesenh.; Spw. s. Rind. Spw. ‘Ein geschencktem ross sol man nit ins maul lugen’ Geiler, Als. 1862, 155. ‘Jumpfere, der Hairi hat m'r mi Ressle verheït!’ Stöber Mäder 18. Zss. Rossbolleⁿ, –bue, –dokter, –himmel, –iseⁿ, –kümmel, –keste, –schnëck rote Wegschnecke, –stall, –wadl. R. und das Demin. vielfach im Kinderlied, s. riteⁿ. 2. übertr. weibliche Person, welche arbeiten kann wie ein Mann und auch sonst körperliche Eigenschaften des Mannes an sich hat Dü. 3. in der Weberei beim Zetteln derselbe Fehler wie beim Haspeln im kleinen, der sog. Stranghaspel (s. d. Seite 387). Demin. Rössle O., Rössel U. n. 1. Pferdchen. s Rössl mit drei Beinⁿ Schreckgestalt für Bösewichte und Übeltäter Str. ‘Do erkenn i glych ’s fyri Kalb .. un ’s Rössel mit drei Bain, wo als vom Bunggeweer naa rasst’ Pfm. IV 5; vgl. auch das Ged. ‘Das Rösslein mit drei Beinen’ von E. Stöber Schk. 241. Rda. Dis geʰt wi s Rössl mit drei Bein von einer Person mit unregelmässigem, hüpfendem Gang Str. Kinderreim: Mⁱr welleⁿ s Rössele bschlaujeⁿ, Mⁱr welleⁿs niemeⁿ saujeⁿ Aˡs m Schmid, Schmid, Schmid Ingw. Kinderspiel: Rösslis spieleⁿ Dunzenh., R. macheⁿ Ingenh., wobei mehrere Paare hinter einander eine Leine anfassen, welche am hinteren Ende vom Fuhrmann gehalten wird. ‘Rösserlis mache’ Lustig I 111.’ Rössle billje Pferdchenspiel der Knaben, wobei die Hälfte Pferde vorstellen, die anderen als Reiter aufsitzen Lutterb. 2. rechtwickelige, vorn bisweilen zur Verzierung ausgesägte Tragstütze eines Wandschaftes Hi. 3. e Rössle ist beim Zoll- (od. Kine) spiel zehnmal die Länge des Schlagstabs Obhergh. Basel 241. Bayer. 2, 151.

Gumpeⁿross n. Schaukelpferd Str. Unter den auf dem Christkindelsmarkt feil gehaltenen Waren werden genannt ‘Zuckerkeijele unn Zuckerrude, ufgeblöchelde

[Bd. 2, Sp. 291b]
Soldade unn Gummbeross Str. Wochenbl. 1873, Nr. 103.

Gumperros n. Schaukelpferd Str. ‘Gumpross’ Klein.

Hüross Banzenh. Geberschw., –rössele Obhergh. n. Pferd (Kinderspr.).

 PfWB Judeⁿross n. in der Rda. Angst ha(n) wie e J. Su. Z.

Leitselross n. das Handpferd (links), an welchem das Leitseil befestigt ist. Das andere heisst Newetsross Brum.

Luxross n. schön gebautes Pferd Ndhsn.

Nëbeⁿdsross [Náwətsròs Barr; Nèwətsròs Dunzenh. Z.] n. Handpferd.

Nëbeⁿzueross [Nawatsỳaros Obhergh.] n. Pferd, welches in der Furche geht.

Partirössle n. Karussel Gebw.