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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
ribeⁿ bis G(e)rib(s) (Bd. 2, Sp. 218b bis 219a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB ribeⁿ [rípə Fisl.; ríwə Heidw. O. U. W.; ræìwə Ndrröd. N.; rèiwə Rosteig. — Ind. Präs. ríp, –, –t (ríwt Lutterb.), ríwə fast allg.; ríw, –, –t Altw.; ræìp, –, –t N. — Part. krîwə Heidw., krìwə Osenb. Dü. Heidolsh., kərìwə Bf. Barr Str., kərewə K. Z. Han., kərìw W.] 1. reiben. Er riwt d Händ vor Kälte Lutterb.; die Wäschegegenstände auslaugen: Mⁱr hann hüt Wäsch, denne-n-Oweⁿd muss ich hëlfeⁿ r. Altw.; den durch Knitscheⁿ vom Splint befreiten Hanfbast unter dem Mühlstein mürbe reiben allg. Homf r. od. schlechtweg r. K. Z. Wü welle-n-ⁱʰr anneⁿ, hene? In d Müʰl, r.! Hf.; scheuern: Si sin am Brunneⁿ un r. (näml. die Wasserkübel, gewöhnl. am Samstag Nachmittag) Su. Die Faʰrt Holz ribt diʰ ebd. 2. prügeln Osenb. Bildl. Rda. Eim deⁿ Wadl r. jem. im Spiel hereinlegen Hf. 3. refl. bildl. an etw. viel verdienen, grossen Vorteil

[Bd. 2, Sp. 219a]
bei etw. haben, bes. von Advokaten und Gerichtspersonen bei Teilungen und Erbschaften gesagt: Do hän sich d Herreⁿ dran geriwweⁿ Str. Dëʳ ribt sich wider! Heidolsh. Auch ironisch: Do kaⁿⁿs diʰ mit r.! Barr. Jetz haw iʰ dr ganzeⁿ Winter gschafft un ha keⁱⁿ hundert Liwer (Francs) vrdient, do kaⁿⁿ-w-iʰ mich r.! Dü. Du hes dich awer emol geriwweⁿ! blamiert Lobs. Basel 237. Schwäb. 429. Bayer. 2, 7.

ab ribeⁿ abreiben, frottieren, abwischen.

 PfWB  RhWB durch ribeⁿ durch häufiges Reiben beschädigen, durchlöchern Z.; wund reiben Bf.

Part. durʰribeⁿ [turîwə Mü. O.] Adj. durchtrieben, gerieben, schlau. ‘E durrihwener Voggedives’ Mü. Mat. 5, 59.

i(n) ribeⁿ einreiben allg.

uf ribeⁿ 1. mit Wasser und Bürste den Fussboden reinigen, scheuern Su. 2. übtr. [ùf ræìwə] aufreiben: dr Kummer reibt ⁱʰne uf Ndrröd.

us ribeⁿ ausreiben allg. Wënn der Salotsoot jetz guet dürr is, ribst ihne us! Ingenh.

verribeⁿ zerreiben allg. Er het Chride vrribeⁿ Fisl. Wënn eim e Imm dr Angl git, soll mr si druf (auf der Stichwunde) v. Dü.

 PfWB  RhWB Rib(i) [Rípi Roppenzw.; Rípə Olti.; Ríp Bebelnh. K. Z. Han. Lobs. Rothb.; Ræìp Ndrröd.] f. Reibmühle für Hanf; Einrichtung, vermittelst welcher der Rohhanf mürbe gerieben wird; dieselbe besteht aus einem runden, erhöhten steinernen Bett, auf welchem ein schwerer konisch gearbeiteter Stein durch Wasser- od. Dampfkraft schnell umgetrieben wird. Die Arbeit des Hanfreibens ist wegen der Gefahr von Quetschungen an Händen und wegen des sichmassenhaft dabei entwickelnden Staubes recht unangenehm. Das is [tà] vil Staüb bi dër Ribi Roppenzw. 2. Traubenreibmaschine Bebelnh. (s. Zss.) — Basel 237. Schwäb. 429.

Trübelrib f. Traubenreibmaschine, aus zwei Walzen bestehend Bebelnh.

G(e)rib(s) [Kríps Dü.; Kəríps U.] n. Gereibe, Tätigkeit des Reibens (scheltend).