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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
quitt bis Quëtsch (Bd. 2, Sp. 213a bis 213b)
 
  PfWB  RhWB quitt [nur in der an das Frz. angelehnten Ausspr. khit U.] Adj. los, ledig, frei. Jetz siⁿ mⁱr q.! wir haben endgiltig mit einander abgerechnet Dunzenh. ‘Die Niniuiten bzaltten vor gar bald ir schuld und wurden quit’ Brant Narr. 25, 17. — Bayer. 1398. Pfalz. Eifel.

quittiereⁿ [kwìtìarə O.; –tîrə Str. Betschd. W.; –ìèrə Z.] 1. Quittung ausstellen. Oft dafür d Rëchnung underschriweⁿ U. 2. verlassen Bf. — dies nach franz. quitter.

Quittung [Kwìtik Hi.; Kwìtù O. U. W.] f. wie hochd.

Quitte, s. Kütte(ne).
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB quatscheⁿ [kwàtə Str.] 1. schallnachahmendes W., vom Geräusch, das entsteht, wenn man über sumpfigen oder wässerigen Boden geht. Dr Boddeⁿ quatscht. 2. ‘viel und dumm reden’ Hag. H. s. auch quëtscheⁿ II. — Bayer. 1398. Pfalz. Westerw. Hess. 308.

Quatsch [Kwàt Mittl.] f. faule Dirne. — Bayer. 1, 1398 Quoutsch Person, die im Gehen wie eine Ente watschelt; s. auch  DWB DWB. 7, 2333, wonach Hennig, Preuss. Wb., Quatsch wohlbeleibtes Frauenzimmer hat.

Quatschi [Kwâti Co.] m. Mensch mit wackelndem Gang.
 
 
quätscheⁿ [kwatə Roppenzw. Felleri. Heidolsh. Bf. Hf.; kwætə Str.] 1. wie hochd. vom Geräusch des Wassers in den Schuhen oder beim Gehen auf sumpfigen Wiesen, beim Teiganmachen, beim Durchfall. Dⁱes quëtscht in dr Schue in den Schuhen Heidolsh. D Matt is so fücht, dass s quëtscht, wëⁿⁿ mr drüwer geʰt Illk. 2. platzen Roppenzw. 3. dumm reden Felleri. s. auch knätscheⁿ Seite 509.

 PfWB  RhWB quatschig [kwàtiχ Str.] Adj. schmutzig, nass, sumpfig, von Strassen und Wegen, Wiesen. — Westerw.  DWB DWB. 7, 2333.

quëtschig [kwatik Logelnh. Winzenh. Co.] Adj. 1. schmutzig, mit Kot bedeckt, von Strassen. 2. skrofulös, mit Narben

[Bd. 2, Sp. 213b]
am Hals. Dⁱes is e quëtschigeʳ Bue Winzenh. s. auch knätschig.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Quëtsch, Quëtschge, Quëtschel [Kwat f. Isenh. Co. Ingersh. Katzent. Dü. M. Sulzern Rapp. Mütt. Bf. Betschd.; Kəwat, Kàwat u. Khàwat Hf. u. Umg.; Kwèt Kindw. Rothb. Busw. Lützelstn. Wh. Dehli. Oermi.; Pl.-ə; Kwatkə f. Fisl. Steinbr. Steinb.; Kwatl n. Molsh. Bisch. Dachstn.; Kwæt und Kwætl f. Str.; Kwatl u. Khàwatl K. Dunzenh.; Khàrwatl Geud.] 1. Zwetsche, Prunus domestica. Abweisung eines Kindes: Wiˡt e Q.? — Geʰ in s Gräwl (Wassergraben) un lätsch! Betschd. ‘Äpfel, Birn, Quetschen’ L. KB. 1012. ‘Un bengle underwäjs als d’ Quetschle von de Bäum’ Pfm. III 1. Zss. Quëtschlbaum K. Z., Quetscheⁿbäuml Rothb.; Quëtschlbrüej; –kuecheⁿ Molsh. Seite 423, Karwëtschlkuecheⁿ Geud., Quetscheⁿkucheⁿ Oermi.; Quëtschlmues Seite 728, Quëtscheⁿmues Bf., Quetscheⁿmus Oermi.; Quëtschlnas dicke, fleischige Nase Str.; Quëtscheⁿpfëffer II Seite 133; Quëtschlschlëckl; Quëtschlschnaps; Quëtschlwasser. 2. ein Stück Kautabak, das man aus dem Mund nimmt, um es einem andern zu geben Bisch. Sä, Kind, has e Quëtschge! Steinbr. 3. E gueti Quëtsch eine tüchtige Portion Arbeit Dü. Um e gueti Q. grösser ein gut Teil grösser Rapp. Un noch e Q. und noch etwas dazu! Brum. 4. Drüse an der Wange, Skrofel Rapp. Pfalz. Westerw. Hess.