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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Pritsch(e) bis Brutsch (Bd. 2, Sp. 206b bis 207b)
 
  Pritsch(e) [Prìtə S.; Prìt, Pret sonst allg.; Pl. –ə; Demin. Pretlə Hlkr. Dü., Prìtələ Str., Pretl Str. Brum.] f. 1. ein Schlaginstrument aus mehreren dünnen Holzblättern bestehend, die unten vereinigt sind und einen Handgriff haben St. Su. Rchw.

[Bd. 2, Sp. 207a]
‘der .. haltet die Britsch’ die Schützengilde hatte noch bis in das 19. Jh. hinein einen Pritschenmeister zur Aufrechterhaltung der Ordnung Rchw. 1568 JB. II 164. 2. Pritsche als Lagerstatt, bes. in Wachtstuben und im Gefängnis. Dr Nachtwächter schloft z Nacht uf dr P. Barr. In den Vogesen nennen die Holzhauer ihre Lagerstätte aus aufgeschichteten Brettern mit darübergelegten Tannreisern P. Mittl. 3. Steig vor einem Haus Steinbr.; gemauerte breite Erhöhung vor den Viehställen Dunzenh. Z. 4. Raum hinter dem Vieh im Stalle Hi. Dunzenh. Ingenh. 5. Treppenabsatz, Flur eines Stockwerks Scherw. Illk. 6. hölzerner erhöhter Boden einer Scheune Liebsd. 7. Bauernwagen, der oben wie der hölzerne Boden einer Scheune aussieht Liebsd. Zss. Pritscheⁿwageⁿ ebd. 8. Geländer Bisch. 9. Holztritt vor dem Fenster Rchw. Stell deⁿ Stueʰl uf s Pritschl! Brum. 10. Waschbank in der Ill Str. ‘Trucke-Wäschre sinn mer jetz Fast uff alle Britsche’ Hirtz Schk. 221. 11. Hängemund, verzogene Lippen. Scherzh.: Dis macht e P., dass mr druf sitzeⁿ könnt! Str. Liebsd. M. U. Wh. Völlerdingen JB. VII 176 Zeile 13. ‘Dis macht e Pritsch, dass zeeh Wäschere drowwe Platz hätte’ JB. IX 99. ‘Jetz lueije nurr, was d'r Fritz for e Britsch macht’ Hirtz Ged. 244. Nbf. [Prìat Geberschw. Horbg.] im Demin. Luej, wie s (das Kind) e Brietschele macht, s will, glaüw ich, hüleⁿ! Horbg.; Demin. kosend für Mund Kerzf. 12. Schwanz der Ziege Lobs. 13. Prügel: P. bekummeⁿ Su. Bayer. 375.

 PfWB Mistpritsch f. Mistpatscher Osenb.

 PfWB Tënnpritsch Hlkr. K. Z., Tennpritsch Su. f. 1. Scheunenraum über der Tenne Su. Hlkr. 2. Scheidewand in Brusthöhe zwischen Tenne und Getreideraum K. Z.

Wäschpritsch f. Waschpritsche, insbes. eine auf der Ill schwimmende Waschbank Str.

pritscheⁿ [prìtə, pretə allg.; prîtə Geisp.] 1. schlagen, fest schlagen, z. B. den Mist auf dem Düngerwagen. 2. prügeln. Iʰ han ⁱʰn pritscht gründlich durchgeprügelt Hi. Er het e Lattstück gnummeⁿ un het iʰⁿ gepritscht, dass er Mordjo gebrüelt het Horbg.; (in der Schule) Schläge auf den Hintern geben Str. Scherzh.

[Bd. 2, Sp. 207b]
‘Do henn si di gebritscht, du Sydebrydel, gelt’ Pfm. V 6. ‘also hant Weiber euch (d. i. die Flöhe) geprizscht’ Fisch. Flöhh. 2818. — Basel 40. Bayer. 374.

gepritscht Part.-Adj. geduckt, gedemütigt. Eine Frau, die nicht gut geheiratet hat od. ein Mann, der sein Vermögen verloren hat, is gepritscht Str. Ndrröd. Klein.

 PfWB ab pritscheⁿ mit Prügeln abstrafen Str.

Pritschi [Prìti Roppenzw.] f. Ansatz, Erhöhung, Untergestell. — Basel 41.
 
 
protscheⁿ [prótə Wittenh.] schelten. — Basel 43 brutsche. Schwäb. 101.

protschleⁿ [pròtlə Tieffenb.; prótlə Dehli.] 1. deklamieren. Er hat e schön Gedichtl geprotschlt Tieffenb. 2. ungereimtes Zeug reden Dehli.
 
 
Brutsch [Prỳt Bisch.] f. dickes Kind.