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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Pris bis Halsbris(e) (Bd. 2, Sp. 197a bis 197b)
 
  Pris, Preis [Prís S. O. Str.; Pris M. Mittl. Bf. K. Z.; Præis Bühl Ndrröd.] m. Preis. Ich biet nit, mache sëlwer dr P. Mittl. Er gäbt's nimmʳ hëre, nit um keⁱnⁿ P. Ingenh. — frz. prix.

 PfWB  LothWB  RhWB Eʰreⁿpris m. Ehrenpreis, Veronica officinalis, Arzneipflanze für brünstige Schweine Bf.

 PfWB  RhWB Spottpris m. Preis, der weit unter dem Wert ist Dü. M.
 
 
pris [pris M.] prädikatives Adj. preis, zum Nehmen frei. Mr losst nit alles p. lijeⁿ. ‘Ihr nahrung machen preiss’ preisgeben 1592 Als. 1858, 99. — aus frz. prise.

[Bd. 2, Sp. 197b]

buebeⁿpris Adj. den Buben zum Spott: ‘I wördi Bueweprys, wänn i ke Froi haim brächti’ Pfm. V 7.

hëxeⁿpris Ruf im Hexenspiel der Mädchen Str.
 
 
Pris [Prís S. O. Str.; Pris Mittl. Bf. K. Z.; Pl. –ə U.] f. 1. Prise, soviel man zwischen 2 Fingerspitzen nehmen kann. E P. Pfëffer, Salz usw. Dü. Insbes. Prise Schnupftabak. Gi mⁱr e P.! allg. ‘Dert (an der Mardersbruck) stehn als wyssi Klosterfraue, die gewe - n - aim e Prys Duwak’ Pfm. IV 5. ‘(D'r Lehrer) hat si Duwacksbichse g'nu um e Brise z'nemme’ Stöber Mäder 36. Iʰ will P. nëhmen Hi. Alle (frz.), se, nimm e P., ass d e hëlleⁿ Kopf bekumms! Ingenh. 2. Schnupftabak (ohne Art. O.) Hes du P. kaüft? Ensish. Zss. Prisbüchse, –nase.

 PfWB  LothWB  RhWB priseⁿ [prísə Pfetterhsn. Hi. Logelnh. Dü.] Tabak schnupfen. Syn. schnupfeⁿ U.

verprist [fərpríst Pfetterhsn.] Part. versessen auf das Tabakschnupfen.
 
 
Bris(e) [Prìsə S.; Prís O. U.; Præis Ndrröd.; Demin. –lə S. O., –l U. W.] f. 1. Einfassung eines Kleides, Saum; der vordere Teil der Ärmel an Hemden, Röcken (wo die Knöpfe sitzen zum Schliessen) St. ‘daz keine frowe .. sich nit me schürtzen sol mit iren brüsten, weder mit hemeden noch gebrisen, röcken noch mit keinre ander gevengnsze’ Str. 14. Jh. Brucker 292. Demin. Bündchen unter dem Hemdkragen: Uf s Brisl setzt mr dn Krajeⁿ Bisch. ‘Preisel Handbesatz, Einfassung des Hemdes an der Hand’ Klein. ‘Nestel briss und herte drück’ Brant Narr. 29, 78. Zss. Brisbëndl, –nestl; briseringel Str. 1482 Brucker 245. 2. Narbe, Schramme infolge einer Schnittwunde S. M. = Das Buch der sünden des munds Von .. Doctor Keisersperg .. Str. Grieninger 1518. Meⁿ gsiʰt d B. noch, wo-n-iʰ miʰ vor zwei Joʰrⁿ ghaüeⁿ ha Liebsd. Basel 41. Schwäb. 95. Bayer. 364.

Halsbris(e) f. Halskrause, Kragen Obhergh. Hlkr. M.