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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
brüeleⁿ bis Brüllat (Bd. 2, Sp. 188a bis 188b)
 
  brüeleⁿ, brülleⁿ [prièlə Olti.; prìalə O. K.; priələ M.; prìələ Pfetterhsn. Lutterb. Bghz. Urbis; prìèlə Co. Bisch. Z.; prélə Dunzenh.; prèala Prinzh.; prêlə Illk. Brum.; prîlə Str. Lützelstn. Büst; prìlə Aschb. Altw. Dehli. Rauw.; prelə Wh.] 1. brüllen, schreien. Bruchs nit so ze b., ich bin nit taub Hf. Rda. Weⁿⁿ das soll gsungeⁿ siⁿ, se söll dr Teüfl wisseⁿ, was brüelt is Su. Er meint, er mueß für alli b., so laut schreit er Gebw. Vgl. Er brüelt wi n-e Kueʰ Hlkr., wie n-e Mörder Heidw., wie n-e Munni Lutterb., wie n-e Ochs Ruf., wie n-e Stier Co., wü e Mörder Z. JB. VII 195, aß mr meint, er hätt e Mësser im Hals Sier. Do wëreⁿ mⁱr e Jagd krijeⁿ, dër brüllt wi e Buchmarder Altw. ‘Wer bruelt z’ Nachts grad wie e Wilder’ Stosk. 54. Wënn iʰ brüel, müen ⁱʰr mich suecheⁿ beim Versteckspiel Mark. 2. von Tieren, laut bellen, wiehern, muhen usw. s Viʰ

[Bd. 2, Sp. 188b]
brült, es hat allewë Hunger Büst Bisch. Er he gebrielt wi e-n-Ëwer, wënn iʰ in deⁿ Hoft kummeⁿ bin von einem wiehernden Pferd Hf. ’Viäsht hat är briält, dr valshä leeb’ Landsman Lied. 139. Auch Kuckuck und Nachtigall brüeleⁿ Seite 204. 3. weinen U. W. Rda. B., öb meⁿ gschlagen is vorzeitig weinen, allzu furchtsam sein Olti. ‘brüellen im höchsten Grade weinen’ Klein. 4. schelten. Mit eine b. jem. ausschimpfen Olti. Üwer eineⁿ b. auf jem. schelten Hf. 5. trotzig erwidern Ruf. Zss. Brüelarsch, –këtzer Ruf. Schweiz. 5, 589.

ab brüeleⁿ ausschimpfen Hlkr.

 PfWB  RhWB an brüeleⁿ hart anfahren Pfetterhsn. Su. Rda. s A. is e Stück voⁿ siner Höfliʰkeit Bf.Schweiz. 5, 592.

erbrüeleⁿ refl. überlaut, mit Anstrengung sprechen. Bi dëreⁿ Steijerung haw iʰ miʰ müessen e. wie n-e Stück Viʰ Bf.Schweiz. 5, 592.

naʰ brüeleⁿ[nó pr. Su. Obhergh.] Schimpfworte nachrufen. Si brüelen iʰm alli Schand noʰ Obhergh.

überbrüeleⁿ überschreien Su.Schweiz. 5, 592.

us brüeleⁿ 1. laut schreien, in der Wendung: Sich deⁿ Hals u. b. Str. 2. ausschimpfen Str. Hf. 3. verleumden, verschreien, in schlechten Ruf bringen M. U. — Schweiz. 5, 593.

 PfWB  RhWB verbrüeleⁿ 1. ausschelten Ruf. Illk. 2. verleumden. Si het miʰ im ganzeⁿ Dorf ummeⁿ verbrüelt Olti. Hlkr. 3. empfindlich sein gegen die Witterung und deshalb schreien. Unser Büewl verbrüelt deneⁿ Nëwl. Nach dem Volksglauben verbrüeleⁿ d Buewen alles, d Meidleⁿ spüreⁿ s Wëtter nit so Hf. Schweiz. 5, 593.

verbrüelt Part. zum Weinen geneigt, weinerlich Su. W. — Schweiz. 5, 593.

Gebrüel O., –s K. Z. n. 1. Geschrei, Lärm; ungezogenes Weinen. 2. Gerücht (in üblem Sinne). s G. geʰt, daß sⁱe e Kind het bekummeⁿ Hf. [s e æm Kəpriel das Mädchen steht in bösem Rufe; s e o ù æm K. ks es ist auch schon über sie geredet worden M.] — Schweiz. 5, 589.

 PfWB  RhWB Brüllat [Prìlàt Dehli.] m. Brüller. Das is e rëchter B., dër brüllt deⁿ ganzeⁿ Ta. — angelehnt an Prelat.