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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
praʰleⁿ bis Fraueⁿhusbrill (Bd. 2, Sp. 187b bis 188a)
 
  praʰleⁿ [prâlə Co. Bf. Str.] 1. prahlen. Spw. Es is lichter p. aˡs zaʰleⁿ Str. Wër klajt, dëm söll meⁿ nëmmeⁿ; Wër praʰlt, dëm söll meⁿ gëⁿ Bf. 2. refl. ‘Niemes hätt sich kenne prahle .. Dass’ Frœlich Holzh. = Jules Froelich, Strosburjer Holzhauerfawle .. Nancy 1885. 8. ‘Het er am End nit gschnitzt un sich bi Euch gebrahlt?’ Kettner Mais. 80. 3. lärmen. ‘mit ungestühmen schreyen und prahlen sprach er’ .... Zwinger bei Mieg 1, 173, N. 68. — Schweiz. 5, 580 brälle. Schwäb. 95 brallen. Vgl. pratzeⁿ.

Praʰler m. Prahler. Spw. E großeʳ P. is e schlëchteʳ Zaʰler Geberschw. Syn. Praʰlhans Seite 358.

 PfWB Praller [Pràlər Bisch.] m. Prahler (Spitzname der Bewohner einer Ortschaft bei Molsh.) — Schweiz. 5, 580.

Pralli [Pràli Schlierb.] m. Schwätzer. — Schweiz. 5, 581.

Prälli [Prali Geisp.] m. 1. Brüller. 2. Kuh, die viel muht. — Schweiz. 5, 581. vgl. Bayer. 469 Prell.
 
 
Pralun [Pràlýn Obhergh. Horbg.; Prolýn NBreis.; Prolyn Osenb.; Pròlỳn Ingersh.; Pl. - ə; Demin. Prolinla Osenb.] f. 1. Zuckermandel. Se, hes e P.! sagen alte Spassvögel und geben dem Kind ein wenig gekauten Tabak NBreis. 2. Auswuchs auf der Nase oder sonstwo Horbg. 3. Ohrfeige Osenb. — frz. praline.
 
 
Prelat [Prelât Roppenzw.] m. Schwätzer. Vgl. Brüllat. — Schweiz. 5, 582.
 
 
preludeⁿ [prelýtə Roppenzw.] refl. sich rühmen. — frz. préluder. Schweiz. 5, 583.

Preludis [Prelýtis Roppenzw.] n. Geschwätz. Dëʳ macht e P. wëgeⁿ jeder Chleinikeit. — vgl. Schweiz. 5, 583.
 
 
Brill(e) [Prìlə S. Mü. Dollern; Prìl, Prel sonst allg.; Nbf. Prèl Dü.; Pl. –ə] f. 1. Brille. ‘Das sieht me ohne Brille’ Mü. Mat. 4, 43. Rda. E B. vor d Nas setzeⁿ dem Nachbar die Aussicht verbauen Hi. U. s git uf d B. es gibt Schläge Ruf. Scherzhaft: E blaüi B. blau unterlaufene Augen Dü. K. Z. 2. Eisenplatte mit Kochlöchern Su. Bf. U. 3. Sitzbrille auf dem Abort Co. 4. bestimmte Billardstellung; die beiden Kugeln stehen neben einander. Do hes e B. lijeⁿ, di wurs eweⁿ macheⁿ könneⁿ Barr. 5. Schleier der Frauen Bisch. 6. Pl. Stricke, Schlingen, in der Weidmannssprache. Brilleⁿ stelleⁿ Kaysersbg. Schweiz. 5, 585.

[Bd. 2, Sp. 188a]

Fraueⁿhusbrill f. im Frauenhaus zu Str. ist eine steinerne Wendeltreppe von kunstreicher Ausführung, von deren Höhe man durch die runde Öffnung, welche infolge der Treppenwindungen entsteht, bis hinab auf den Boden sieht; diese runde Öffnung wird scherzweise F. genannt und denjenigen neckend anempfohlen, die bei einer Arbeit sagen, sie sehen nicht hell genug dazu Str. Rda. d F. ufsetzeⁿ angelegentlich suchen Ulrich. JB. IX 100. ‘Jo, d'F. gar sott manchmol noch d'rzue’ Hirtz Ged. 238.