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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Profet bis abeⁿ (Bd. 2, Sp. 183a bis 184a)
 
  Profet [Profét allg.] m. wie hochd. — Schweiz. 5, 504.

 PfWB  RhWB Wëtterprofet m. 1. Laubfrosch; 2. Alleswisser Olti.
 
 
Profiser [Profísər O. U.; Pràfísər Hi. Obhergh. Bisch.] m. Klassenlehrer, Unterlehrer. Do geʰt dr Schuelmeister un dr P. Hf. Spottvers: P., schißt in alli Hüser! Obhergh. ‘A B, ab, D'r Schuelmeister isch e Knab, D’ Schuelfrau hinkt, D'r Brofiser stinkt’ Dirlinsd. Stöber Volksb. 211; Var. s. gnappeⁿ Seite 264. — Schweiz. 5, 506.
 
 
Profit [Pròfit, Profit allg.; Demin. Pròfitli Banzenh., –ə Liebsd., –a Osenb., Profitla Su. Katzent. Dü., Profitl Bf. Geisp., Pròfitl K. Z.] m. 1. Gewinn, Nutzen. Ich hab hüt zeʰn Liwer P. gemacht Hf. Rda. Dr P. geʰt in e kleineⁿ Ort ist klein Su. 2. Frohnde. Du biˢt uf m P. Heidolsh. 3. Demin. Profitle, –tel [Profitlə Co.; Pròfitl K. Z.] n. a) Leuchtereinsatz, = dille, trichterförmiger Lichtstockaufsatz aus Weißblech mit einem Stachel in der Mitte, um die Kerze ganz — mit Profit — verbrennen zu können Liebsd. Dü. U. b) Verzierung am oberen Teil der Kerze, welche die Erst-Kommunikanten benutzen Geisp. Bed. 3 aus frz. profit. Schweiz. 5, 507.

profitiereⁿ [pròfitiərə Roppenzw. Banzenh.; pròfitìèrə Hf.; pròfətîrə NHof Str. AEckend. Han. Betschd.; profətìara Dü. K.; profətìèrə Ingenh.; –térə Wh.; profatìara Su. Rapp., –ə Logelnh.] 1. Gewinn ziehen Rda. Ich hab an dem Gschäft

[Bd. 2, Sp. 183b]
profitiert, wi dr Teüfl an dn Rueweⁿ nämlich nichts Str. 2. trans. benutzen. Meⁿ mueß d Glëgeⁿheit p.! Banzenh. ‘Do isch e Pärele, wo ewwe drus syn Zitt recht het gebroffediert un sich au ’s Wort het gewe’ Pfm. V 9. 3. notzüchtigen Su. Z. N-e Meidle p. Su. ‘Der het mi welle profetiere, I loß ne-n-awer arretiere’ Frœlich Holzh. = Jules Froelich, Strosburjer Holzhauerfawle .. Nancy 1885. 52. 4. betreiben, z. B. das Diebshandwerk. E Künstl p. ein Geheimmittel anwenden Hf. Schweiz. 5, 507.

profitabel [profətâwl Dü.; pròfitâwl Hf.] Adj. vorteilhaft. E p. Gschäft Hf.Schweiz. 5, 507.
 
 
bragleⁿ in abeⁿbragleⁿ hinunterfallen Logelnh.; vgl. brockleⁿ. — Schweiz. 5, 509.
 
 
Otterbrägel[Òtərpréjl Betschd. Hunsp. Hoffen] n. gegerbtes Fell der Fischotter, aus welchem früher Pelzmützen hergestellt wurden. — vgl. Bayer. 1, 351 bragen Felle oder Häute strecken.  DWB DWB. 2, 292.

veheproge ‘Verbrämung aus Pelzwerk’ den Dirnen verboten Brucker 459: ist der 2. Teil zu (Otter)brägel Pelzmütze zu stellen?
 
 
brëgleⁿ [práklə S. O. bis Dü.; praklə Olti. Osenb. M. Sulzern; praχələ Obbruck; prájlə Horbg. Ingersh.; prajlə Co. Münster] 1. mit knisterndem, klatschendem Geräusch fallen, in Masse fallen, von Obst. Iʰ ha dr Baüm blöss aⁿgerüeʰrt gha, sin se aber chummen z b. Liebsd. 2. in siedendem Fett mit Geräusch braten, schmoren, rösten; bes. von gekochten und zerschnittenen Kartoffeln: Brëglti Hërdäpfl S.; das ist auch der Spitzname der aus den deutschen Gebieten von Bregenz kommenden Maurer St.; [kəprakltə ohne das Hauptwort M.] Du wirs di Roüʰgebrëglte (von rohen Kartoffeln geschmorte) dënk wüoʰl naʰ (noch) gërn feißig frësseⁿ? M. JB. X 247. Der zufriedene Pfastätter wünscht sich: Liberté, Fraternité, brëglte Hërdäpfl un Kaffee. Rda. Er luegt driⁿ wie brëglt bleich Fisl. Ein Gesicht machen wie brëglteʳ Drëck ärgerlich aussehen Su. ‘das man inen die eier also .. bregeltzen muß’ Geiler S. M. 4. Übtr. Dëm han iʰ e par brëglti gëⁿ Ohrfeigen Hattst. Vgl. brätleⁿ. 3. [losə praklə M.] die Dinge gehn lassen, wie sie gehn; viel ausgeben; einen Wind gehn lassen. — Schweiz. 5, 512. Bayer. 352.

[Bd. 2, Sp. 184a]

abeⁿ brëgleⁿherunterprasseln, vom Obst Hlkr.Schweiz. 5, 515.