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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Platt(e) bis Giftbloter (Bd. 2, Sp. 170a bis 170b)
 
  Platt(e) [Plàtə S.; Plàt sonst allg.; Pl. –ə; Demin. Platlə O., Platl U., Plætl Str. W., Plètlə M.] f. 1. Steinplatte Obsteinbr. U. ‘alle Fuegen der Blatten (Steinplatten über den Gewölben) mit Kütt versehen’ Joner 70. Demin. Pl. Platten zum Belegen von Fußböden Dü. U. Zss. Plättlebodeⁿ. 2. Speiseplatte allg. ‘Ouch in die Blatt er wider leit Was jm so gröplich ist empfallen’ Brant Narr. 110, 39 f. ‘E ganzi Blatt voll jungi Welf’ Schluß eines Kinderscherzreims Str. Stöber Volksb. 120. ‘über die blatten’ Brant Narr. 110ª, 44. ‘Zwo alt gross platten vnd ein alte platt ist zum pleytach verprucht worden’ 1530 Als. 1858/61, 309. Rda. D P. butzeⁿ davonlaufen U. ‘un er butzt d’ Blatt mit sinere Münz’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 41. 3. Schüssel, Gang. Si krijeⁿ Supp, vier Platteⁿ un zwei süßi Plättle Str. Spw. s Krut will fëtt han bitz in d P. Ingenh. ‘Wie m'r in d'r Himmel kumme, Steht e Blatt voll Sürkrüt do’ aus einem Kinderlied Su. Stöber Volksb. 123. 4. Demin. Untertasse Olti.; kleine Speiseplatte: ‘wann sie trei gebrüt Mandele inn dem einen Pletlin .. aufftragen’ Fisch. Garg. 61. ‘Item VI flacher plettlin’ Als. 1858/61, 309. — Schweiz. 5, 189. Schwäb. 71. Bayer. 462. Aus franz. le plat.

Kuecheⁿplatte f. Kuchenplatte Obbruck.

Marbelplatt(e) [Màrwlplàt Su. U.; Màrmlplàtt CS. Str.] f. Marmorplatte. — vgl. Schweiz. 5, 189 Blatt n.

Tasseⁿplättel [Tàsəplætl Str.] n. Untertasse. — Schweiz. 5, 201.

plättleⁿ [platlə K. Z.; plætlə Str. Wh.] mit kleinen Platten belegen. s Hus (Hausflur) is so wiß un schworz geplättlt Ingenh. E geplättlti Küche Str.Schweiz. 5, 202.
 
 
Blater(e), Bloter(e) [Plótərə S. Banzenh.; Plótrə Pfast.; Plôtərə Liebsd. Steinbr.; Plótər Ensish. Lutterb. Bghz. Ruf. Su. Mütt. Str. Hf. Lobs. Lützelstn.

[Bd. 2, Sp. 170b]
Altw.; Plôtər Co. Ingersh. Bf. Obgericht; Plûtər Logelnh. Katzent. Dü. Bebelnh. Rchw. Barr Osthsn. Illk. Bisch. Geisp. Molsh. K. Z. Furchhsn. Prinzh. Betschd.; Plyòtər M.; Plùwətr Sulzern; Pl. –ə; Demin. Plétərlə Eschenzw. Dü. Z., Pliètərlə M., Plêtərlə Str.] f. 1. Blase, auf dem Wasser, auf der Haut; Seifenblase; unebene Stelle bei aufgezogenem Papier. Es het mich e Schnok gstocheⁿ, daß ich e B. bekummeⁿ ha Rothb. Das Pflaster ziegt Blotreⁿ Su. s git noch e mënggi Bloter an deⁿ Händⁿ da ist noch viel zu arbeiten Ruf. ‘blatern’ Blasen Geiler Narr. 8. ‘daruf er große blatteren bekommen’ Zab. Hexenprozeß 1620. 2. Harnblase. D B. lëreⁿ harnen Ruf. 3. Tabaksbeutel, aus einer getrockneten Schweinsblase gefertigt Roppenzw. ‘Drei erbis in einer blater machen größer geschrei als wann sie voll wär’ Geiler in Als. 1862/67, 139. 4. Pl. Pocken Strüth; Maul- und Klauenseuche des Viehes Eschenzw. Betschd. Lobs. Zum Schutze dagegen werden im Stall Zwiebeln aufgehängt Steinbr. ‘Blotern oder Pestilentz’ Geiler P. II 85. Zss. Blotterlüt Blatternkranke Str. 15. Jh. Brucker 9; –mul. — Schweiz. 5, 203. Bayer. 332.

 PfWB  RhWB Brandbloter f. Brandblase Hf.Schweiz. 5, 207.

Druckbloter f. Hämorrhoidalknoten Hf.Schweiz. 5, 208.

Fischbloter f. Fischblase Ruf.

Fyrbloder f. Feuerblase, pustule’ Str. Ulrich.

Giftbloter f. mit gelber Flüssigkeit gefüllte Blase auf der Haut; nach dem Volksglauben darf man dieselbe nicht aufstechen, sonst tritt Blutvergiftung ein K. Z.Schweiz. 5, 206.