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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Blas(e) bis ab blaseⁿ (Bd. 2, Sp. 165b bis 166a)
 
  Blas(e) [Plós Mittl. Rapp. U. W.; Plôs Wh.; Plûs Co.; Plyos M.; Plùwəs Sulzern; Pl. –ə; Demin. Plésl U.] f. 1. Blase. Zss. Blöslwasser. 2. Schweinsblase. Wëⁿⁿ mr zwei Bloseⁿ um d Brust bindt, geʰt mr nit under im Wasser Barr. Aus einem Kettenreim: ‘Steck’ mi in e Blos. D’ Blos isch nit hell’ Str. Stöber Volksb. 269. 3. Urinblase Hf. 4. Person, die gerne trinkt Str. 5. Blasrohr Str. Schweiz. 5, 140. Bayer. 329.

Babischblas [Pàpiplós Rapp.] f. Tolpatsch. Eins, zwei, drei, vier, fümf, Strick mⁱr e par Strümpf, Nit zu klein un nit zue groß, Sunst bis du e B. Abzählvers JB. VII 151. Rda. Frojeⁿ wie e B. dumme Fragen stellen. — frz. babiche.

 PfWB  RhWB Fischblos leerer Dunst, nichts’ Str. Ulrich. ‘Mit derr Fischbloos!’ spassh. Ausdr. der Verneinung Stöber Daniel 9.

Fürblas(e) [Fírpl. M. Geisp. Str. K. Z. Han.] f. 1. ausgehöhlter Holunderstab, der zum Anblasen des Feuers benutzt wird; zuweilen wohl auch ein alter Flintenlauf Geisp. ‘Fyyyrblose’ humor. Gedicht von D. Hirtz Schk. 225. Die Fürbloseⁿ waren bes. nötig zum Anfachen des Feuers in den sog. Bummeröfeⁿ mit dem langen Schürhals. 2. übtr. ‘Mägdlein die man Fewerblasen, Schlitzgabeln und drei Hellerwahr nennet’ Martin Parl. N. 512.

Judeⁿblos m. Syn. von Grüselhorn Seite 374. ‘so süllent sie (die Wächter auf dem Münster) ouch allewegen z rehter zit blosen die dinte (lies dirte dritte Stunde), den grüsel, den judenblosz und den tag hürnen’ Str. 15. Jh. Brucker 509.

Schnapsblas f. Schnapstrinkerin Str.

Schwineⁿblas f. Schweinsblase Hf.

 PfWB  LothWB  RhWB Wasserblas f. Urinblase Hf.

Ziwelblas f. der hohle Stengel der Zwiebelpflanze, den Knaben zu mancherlei Spielzeug, als Blasrohr u. a. dienend Str. ‘Dnoh hole si im Feld sich Ziwwelblose haim’ Pfm. III 1. ‘Do het e Bue e Ziwwelbloos’ Hirtz Ged. 203.

blaseⁿ [plâsə (selten) Str. Dunzenh. Z.; plósə fast allg.; plôsə Wh.; plûsa Katzent. Dü. Prinzh.; –ə Bisch. Illk.; Part. (kə)plyosə M.; plósə O., kəplósə U., plóst Liebsd. Heidw. Banzenh., kəplóst W., kəplôst Wh.] 1. blasen, z. B. d Supp, um

[Bd. 2, Sp. 166a]
sie abzukühlen. ‘Blost kalt un warm’ (alte Parabel vom Satyr beim Eremiten) der auf beiden Achseln Wasser trägt Mü. Mat. 4, 42. Rda. Ufm letsteⁿ Loch b. von einem, mit dem es bald zu Ende geht Str. ‘Der Jäger blost in's Horn’ aus einem Kinderlied Weißenbg. Stöber Volksb. 126. Rda. Wënn s diʰ brënnt, so blos! Banzenh. Spw. Was eineⁿ nit brënnt, muß mr nit blüoseⁿ M. JB. II 168. Trüebsal b. wie hochd. Trübsal blasen Mü. Mat. 4, 65. Geberschw. U. ‘un haa Drübsaal gebloose’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 19; verstärkt: Trübsal b. uf d Noteⁿ Ndrröd. 2. [plâsə] trinken, gern und viel. Der kann guet b. Str. Dunzenh. Z. JB. IX 118. ‘I haa ze vil z’ nacht gesse un au geblose vil’ Pfm. V 4. ‘De hesch doch schöen geblose!’ Hirtz Ged. 239. ‘denn ’s würd jo doch von andere gebloose’ Kur 25. 3. cacare. Ich han nit grad könneⁿ kummeⁿ, ich han geblost Büst. ‘Wie blast am hindern end?’ Fisch. Prakt. 6. 4. In einer Reihe gemeiner Abfertigungen: Ich blos dⁱr eps! Do blos ich druf! Str. Iʰ blos diʰ voll, dⁱr in dr Hals! Blos mⁱr ins Loch! Dü. De chaⁿⁿs mⁱr in d Schueʰ b.! Fisl. ‘blos mr in d’ Schüeh’ sei still Lustig I 331. ‘Magistri, vnnd knnen nichts als brallen vnd blasen’ Mosch. I 444. Zss. Blasarsch, –balg, –rohr; Blasbrueder. — Schweiz. 5, 141. Schwäb. 72. Bayer. 329.

 PfWB  RhWB ab blaseⁿ 1. wie hochd. D Milich a. b. den Rahm von der Milch blasen Su. 2. = us blaseⁿ. Der Wind het s Liecht abgebloseⁿ Bf. Schweiz. 5, 143.