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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Plag bis bläjeⁿ (Bd. 2, Sp. 154b bis 155a)
 
  Plag [Plók Sier. Ruf. Su. M.; Plûk Hlkr.; Plój Bebelnh. Rapp.; Plǿj Bisch. Z.; Plǿə Ndhsn.; Plǿ K.; Plj Str.; Pl. –ə] f. 1. Plage. D Schnokeⁿ wërdeⁿ am Rhin zue-n-ere waʰreⁿ P. Sier. ‘Diß isch ä Plooj, ’s verliebt sin’ Pfm. II 8. 2. leichte epidemische Krankheit. s is wider eso e

[Bd. 2, Sp. 155a]
P. unter deⁿ Lütⁿ Ruf. Insbes. wird die Influenza so genannt Masmünster. — Schweiz. 5, 33.

plageⁿ [plôkə S. Banzenh.; plóka Su.; plókə Hlkr.; plójə Co. Kaysersbg. Bf.; plója Dü.; pljə Str.; plǿjə K. Z. Betschd. Zinsw.; plǿwə Ndhsn. Uttenh.] 1. plagen, quälen, in Unruhe versetzen. s (das Ding) het miʰ mängi Nacht plogt! Banzenh. Zss. Plaggeist Seite 241. 2. refl. sich abmühen. Wëⁿⁿ mr siʰ s ganz Joʰr gschundeⁿ und geplojt het, se blit eiⁿm doch nix üwrig Dü. ‘sich ploogä’ Landsman Lied. 133. — Schweiz. 5, 34. Bayer. 457.

 PfWB  RhWB ab plageⁿ refl. sich abarbeiten Hlkr.

Plager [Plókər Liebsd.; Plàχər Dollern; Pljər Str.] m. Plager, in Zss. — Schweiz. 5, 35.

Armelütplager m. 1. Geizhals, Wucherer. 2. Gerichtsvollzieher Liebsd.

Hundsplager m. Hundequäler. Höhnische und doppelsinnige Aufforderung an einen Geschlagenen: Sa mⁱr H.! nenne mich doch Hundequäler! Str.

Menscheⁿplager m. Quälgeist Dollern.

plagerisch [plókəri Hlkr.] Adj. quälerisch.

verplagt [fərplókt Hlkr.] Adj. beständig klagend.
 
 
blagiereⁿ [plàkiərə Lutterb.] prahlen, aufschneiden. — frz. blaguer. Schweiz. 5, 39.
 
 
bläjeⁿ [plájə fast allg.; plǽjə Sier. Str. W.] 1. blähen. D Boʰneⁿ (d Ërbseⁿ Str.) b. eineⁿ Bf. Gën nummeⁿ Acht mit dëm Klee, suⁿst bläjt r eüch d Küeʰ! Sier. Ich kann keⁱn süeß Krut ësseⁿ, s bläjt miʰ gor ori Ingenh. 2. refl. sich ausdehnen, z. B. vom Rahm beim Buttern Geberschw. Es bläjt siʰ; zei, schütt mⁱr worm Wasser dring (in den Rahm im Butterfaß), suns mueß iʰ noch zwo Stungeⁿ plotzeⁿ! Ingenh. Ähnlich: Gebläjte Käs Pl. hochaufgetriebene Käse, welche keine Farbe erhalten und nicht verkauft werden Mittl. 3. die Milch zurückhalten, von Kühen, die von fremder Hand gemolken werden sollen M. ‘bleyen, bleygen’ Geiler Arb. hum. 34ª. 4. nicht reden, schmollen, trotzen O. Dr Uschen bläjt schoⁿ drei Wocheⁿ mit mⁱr, iʰ weiß nit, worum Co. ‘ich müeß im Herr Ledig Händel süeche, fir aß er blàit un nitt

[Bd. 2, Sp. 155b]
bym Esse blibt’ Lustig II 574. ‘Sie hàn Unrecht, fir mich eso z’ verlo un mit mr z’ blàie’ Lustig II 225. ‘man ker sich nur nicht an sein bleyen’ Rasser Hochz. 3 T., 2 A.