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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Pfingsteⁿ bis Pforen (Bd. 2, Sp. 137b bis 138a)
 
  Pfingsteⁿ [Pfìtə, Pfetə Hi. Co. Dü. Bf. Str. Z.; Pfįtə M.; Pfitə Gimbr. Mittelhsn.; Phìtə Lohr Reipertsw.; Phetə Pl. Wh.; Pfèitə Fisl.; Pfeitə Liebsd.] f. Pfingsten. An dr P. zu Pfingsten Z. Rda. Zwischeⁿ P. un Haujenau (oder zuweilen Märjeⁿtal) scherzhafte Zusammenstellung einer Orts- und einer Zeitbestimmung, d. h. niemals; auch scherzhafte Antwort auf eine Frage nach Zeit oder Ort Str. K. Z. Hag. ‘Zwische Pfingsten-un Basel’ Mü. Stöber Volksb. 191. Über Pfingstgebräuche s. JB. II 186, III 128 f. Alte Pfingstgebräuche im Straßburger Münster s. Stöber Sagen II 256. Zss. Pfingstbluem, –butz, –mänti(g), –morch, –nägele, –pflitter(i), –plippel; Pfingsteⁿdrëck, –klotz, –knëcht, –pflutter, –pflutteri. — Basel 28. Schwäb. 61. Bayer. 436.
 
 
Pfipfi, Pfipf, Pfipfer, Pfips [Pfìpfi n. S. Ruf. NBreis. Co., m. Olti. Sier.; Pfìpf m. Geberschw. Hlkr. Co. Logelnh. Horbg. Dü. Bebelnh. Rapp. Bf., n. Ruf. Su. Breitenb., f. M.; Pfepfər m. Co. Kerzf.; Pfìpfəs Hag.; Pfeps M.; Pheps Wh.] 1. Pips; vgl. Pips. 2. Absterben der Bäume. Dëʳ Baum het s P. Roppenzw. 3. (selten) Hinsiechen des Menschen Dü. Er het s P. stellt sich krank Hi. Basel 28. Schwäb. 61. Bayer. 423.
 
 
 PfWB pfupfeⁿ [pfùpfə S. bis Z.] 1. stoßen, stupfen Geberschw. 2. hüpfen Roppenzw. 3. stoßweise verbrennen, bes. von Pulver Fisl. Das Liecht pfupft schoⁿ wider! Su. 4. stoßweise schluchzen, unterdrückt weinen Olti. Barr Str. Hf. ‘pf. aufstoßen, schluchzen. Es pfupft ihm immer noch er kann es nicht vergessen’ Klein; wo auch auf pf. ‘Was pfubfst de denn? Was isch's wo di so stark angryfft?’ Pfm. I 1. 5. unterdrückt lachen Blotzh. Basel 29. Vgl. Bayer. 423.

useⁿ pfupfeⁿmit dem Lachen herausplatzen Liebsd.

Gepfupf n. fortdauerndes Schluchzen Rchw.

[Bd. 2, Sp. 138a]

Pfupfi m. tüchtiger Hüpfer und Springer Roppenzw.
 
 
Pfarre(r), Pfarr [Pfàrə(r) S.; Pfàrər Co. Str. M.; Pfàrə Z.; Phàrə W.; Pfòrə Pfulgriesh.; Pfàr Obhergh. in Bed. 2 Ruf.] m. 1. protestantischer Geistlicher. Dr Herr Pfarreʳ. In s Pfarreʳs im oder ins Pfarrhaus Hf. Er will Pfarreʳ wëreⁿ, dis is s ringst ze macheⁿ Ingenh. Rda. wenn einer keine Lust hat: Wort, ich will dⁱr deⁿ P. holeⁿ, aß er dⁱr s macht! oder Deʳ P. kummt glich un macht dⁱr s Dunzenh. Z. Rätsel: ‘Owwe Holz un unde Holz, In d'r Midde Fleisch un Bein’ Antw.: Der Pfarrer auf der Kanzel Hag. Stöber Volksb. 353. Dr Unkl Pfarreʳ der Oheim, welcher Geistlicher ist Hf. Einer, der sich sehr plagen muß, sagt mit Anwendung eines Wortspiels: Wënn iʰ keⁱn Stier (s. d.) wärt gewëˢn, wärt iʰ Pfarreʳ woreⁿ Dunzenh. Ingenh. Het dr Teüfl dr Schuelmeister gholt, soll r dr Pfarrʳ oüʰ holeⁿ! sagt ein leichtsinniger, gleichgültiger Mensch Ruf. 2. Dr Herr Pfarr Kot- od. Baumwanze Obhergh. Zss. Pfarrhof Pfarrhaus Su., –hus. — Bayer. 440.

Raspelpfarrer m. Zuchthausprediger Str.; s. Raspelhus.

 PfWB Pfarrereⁿ, Parscheⁿ, Parschereⁿ [Pfàrərə Dunzenh. Z.; Phàrə Büst Lorenzen; Phârə Lohr; Phàrərə Wh.] f. Pfarrfrau, Frau des prot. Pfarrers. ‘Wenn d'Frau Pfarrere in d'Kirch kummt, vernäjt sich ales scheen’ Pfm. I 6. Hüt sin ich bi dr Parrscheⁿ gewëˢn un han ere eps gebrungⁿ Büst. Syn. Pfarrfrau Betschd.

verpfarrt zu einer Kirchengemeinde gehörig Str. ‘Sie sin in St. Claus verpfarrt’ CS. 111.
 
 
Pforen m. Stier, Farren. ‘sye ist nit darumb dein fraw, das du ein suw solt sein, und das ir miteinander sollend leben als äber und moren, pforen und küg’ Geiler P. III 47. s. auch For Seite 131. — Bayer. 440.