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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Fuchs bis Facht (Bd. 1, Sp. 91b bis 92b)
 
  Fuchs [Fùks allg.; Pl. Fìks, Feks; Demin. Fìkslə O.; Fìksl, Feksl U. W.] m. 1. das Raubtier. Der F. ist der Typus der Schlauheit, List, Verschlagenheit, Unzuverlässigkeit: Gschlaü, listig wie e F. Dü. Schmeck, F., Rüeweⁿsupp! (Ruebsupp Ruf.) indirekte od. verblümte Rüge Su. od. Schm. F., s is e Saumageⁿ [Symáùwə Str.] Schmeck's Füchsl, s is e Ruewesüppl sagte der Schulmeister und hielt der Schuljugend einen Stecken unter die Nase Str. Dem F. bichteⁿ beichten, wenn einer anvertraute Geheimnisse weiter erzählt Su. Will man den F. fangen, so beisst er grimmig um sich, vgl. fuchswild Hi. Str. Beim Kinderspiel F. us d r Höʰl stieben die Kinder wild auseinander, sobald der F. aus seinem Versteck herauskommt. Vermutlich hängt mit diesem Spiel zus. die Frage: Wie schmeckt dr F.? indem damit ein Schlag gemeint ist Hagedorn Wack. LB. 2, 699, 25. Der zannt wie e hülzerner F. Dehli. Trotz seiner Schlauheit wird er oft geprellt: s geht dⁱr grad wie um F.; wie der uf's Birⁿblatt gsprungⁿ is un hat gemeⁱnt, s is e Birⁿ, hat r gsat: Ich hätt dich doch nit gfrëssⁿ un wenn de e Birⁿ gewënn wärs Dehli. Auf seine rote Farbe spielt die Rda. an: Wënn mr Rüeweⁿ kocht, soll dr F. dr Wadel drüwer schleifeⁿ d. h. die Rüben sollen nicht mehr weiss sein, sondern durch ganz leichtes Anbrennen gelblich werden Dü. 2. rotes oder braunrotes Pferd allg. ‘Do muesch no mol absitzen unn wirst ä Fuchs atreffe’ Oblarg Als. 1852, 92. 3. übertr. Mensch mit rotem Haupthaar, pleonastisch e roteʳ F. Gebw. 4. Goldstück: Der het Füchsle ist ein reicher Mann Molsh. Str. K. Z. 5. ausgenutzter Acker Roppenzw. 6. ein nicht beabsichtigter Treffer beim Billardspiel allg. 7. zum Schnellsprechen: s laüft e blutteʳ F. der Bërg ufe Ohhergh. 8. häufig als Spitzname von Ortschaften mit Waldungen od. Steinbrüchen. 9. der F. als böser Geist in dem Ensisheimer Malefiz-Protokoll vom 15. März 1616 Als. 1850, 45 f. — Schweiz. 1, 655. Bayer. 1, 886.

fuchseⁿ [fùksə allg.; Part. kfùkst] I. intr. geizen, geizig, knauserig sein. An

[Bd. 1, Sp. 92a]
so eineme Fëst mues nit f.! Liebsd. Noch e Schoppen herum, s wurd nit gfuchst! Dü. II. tr. 1. persönl. necken, foppen, zum besten haben, hänseln, ärgern, verhöhnen, meist mit Acc.: Dëⁿ ha-n- iʰ nit schlëcht gfuchst! Banzenh. Ensish. Du mues miʰ nit welleⁿ f. Osenb. Bietet ein Freund einem andern auffallend wenig an, z. B. nur ein halbes Glas Wein, so sagt man: Er fuchst d Bëttellüt Bitschw. 2. obsc. coire M. 3. unpersönl. allg. Es fuchst miʰ es ärgert, reut, wurmt mich, ich schäme mich. Es f. miʰ verdammt, ass iʰ zuen - ⁱʰm gange bin, s het jo doch nit gnutzt Geberschw. ‘eins diss fuchst mi numme’ Stosk. 49. Es f. a (ihn) doch! Scherw. Es (od. dis Ding) f. miʰ grüserliʰ Syn. biskiereⁿ O. Bf., vom frz. bisquer. Fuchs mich, scherzh. für fuⁿfzig im Kartenspiel Hf. Schweiz. 1, 659. Schwäb. 207. Bayer. 1, 686.

verfuchseⁿ eine Arbeit schlecht verrichten, verpfuschen, verderben, namentlich wenn einer an einem fertigen Gegenstand Verbesserungen anbringen will, z. B. an Kleidungsstücken S. O. Mit siⁿm Mäjeⁿ (Mähen) het er d ganz Matt verfuchst Ndhsn. Bi dëm Schnider loss iʰ keⁱⁿ Kleider meʰʳ macheⁿ, er het mⁱr das wider ganz verfuchst Dü. Mⁱr han welleⁿ uf d Kilb, awer bi dëm Rëjeⁿ is jetz alles verfuchst Dü. Loss dis Eichbäumle lijeⁿ, du bruchs s nit z spalteⁿ, dënn du tʰäts s nur v. Geberschw. ‘we me-n-als ebbes (beim Kochen) verfuchst, so ka me's jo selwer esse’ Lustig II 243.

Fuchser m. Spötter Heidw.; Geizhals: Das is e rëchteʳ F., in sineⁿ Arweiterⁿ git er kum gnue z ësseⁿ Horbg.Schweiz. 1, 659.

Dubelfuchser [Tùpləfùksər Hi.; Tipələf. Geberschw. Dü.; Typlf. U.] m. Geizhals.

 PfWB  LothWB  RhWB Pfënnifuchser m. Geizhals, Nörgler, kleinlicher Knauser, immer feilschender Mensch allg. — Schweiz. 1, 659. Bayer. 1, 687.

Rappëⁿfuchser m. Geizhals, habsüchtiger Mensch Fisl.Schweiz. 1, 659.

Verfuchser m. Pfuscher, der eine Arbeit schlecht verrichtet Ndhsn.

Verfuchserei f. Verpfuschen Obhergh.

fuchsig [fùksik O.] Adj. 1. ärgerlich,

[Bd. 1, Sp. 92b]
störend: Es is f., wëⁿⁿ mr bi andreⁿ is un kaⁿⁿ nit mit macheⁿ. Dënk nur, jetz müess iʰ noch emol zuem Frideⁿsrichter wëjeⁿ dëm Kind, das is e fuchsigi Gschicht Dü. 2. geizig: E fuchsiger alter Jud. — Schweiz. 1, 660.
 
 
Facht [Fàt n. Fisl., f. Hi.] Bestandteil eines zsgedrehten Fadens oder Seiles, Garnfaden: Wie vil F. nimms zsammeⁿ? s. auch Fach 4. ‘facht in einfacht, zwiefacht hat Oelinger Gramm. 8’  DWB DWB. 3, 1226. — Schweiz. 1, 637.