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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
nutz bis nützlich (Bd. 1, Sp. 798a bis 798b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB nutz Adj. nütze, geeignet, tauglich, nur nach eps oder nix U. Ich glaub nit, dass dr Win noch eps n. is Hf. Gross un nix n. sin zween Fëʰler Ingenh. Übtr. nix nutz kränklich, gebrechlich, impotent Z. ‘wege .. die der stette und der menige ntz und gt sint’ Str. 1467 Brucker 111. ‘wenn er sich selbs nichts nutz ist’ Geiler 99. Narr (Kl.) ‘er ist zu gar nichts nutz’ Mosch. I 657. ‘vnnd die sonsten nicht viel nutz waren’ Petri 380. — Schweiz. 4, 888. Bayer. 1, 1776.

keⁱnnütz [khènets Geisp.; khenets Molsh. Hf.] Adj. schlecht, schlimm, minderwertig, wertlos, kränklich. E k. Kind Molsh. E keⁱnnützi Frau Hf. Hit is dr Michl griserliʰ schwach un k. ebd. s is mⁱr k. ebd. Subst. Nichtsnutz Obhergh., Lausbub Logelnh., Schlauberger Geberschw. Wënn nummeⁿ der keⁱnnützi (strenge) Winter emol ʰrum wärt! Ingenh. s’ Best am kinnitze fule Burst Isch dass er het e gsunde Durst A. Stöber Schk. 359. ‘keinnütze Leut (vaut neants)’ Mosch. Anl. 290. ‘Jez heerst wott steddi un kiennütz diss Rawemaidel isch’ Pfm. IV 3. ‘Kenn Buur isch kinnitz meh und grob’ E. Stöber II 135. — Schweiz. 4, 889. Bayer. 1, 1776.

[Bd. 1, Sp. 798b]

keⁱnnützig [khènìtsik Obhergh.; –netsik Hlkr. Logelnh. Ingersh. Dü., –nìtsiχ Str. Ingw., –netsi K. Z.] Adj. nichtsnutzig, schlimm; geizig Ingersh. E keⁱnnützigeʳ Kërle Obhergh. E keⁱnnützigs Maidle Hlkr. E keⁱnnütziger Bue boshafter Junge Str. Auch Subst. e Keⁱnnütziger! Ingw. ‘I ben ken Bue un mach nie so kiennizzi Gspäss’ Pfm. II 5. ‘En kennützier Kerl’ Klein.Schweiz. 4, 889.

 PfWB  LothWB  RhWB Nitnutz O., Nixnutz U. W., Nbf. Nicknutz Büst m. Taugenichts, Schlingel. Dëⁿ N. chaⁿⁿ meⁿ zo nit brucheⁿ Roppenzw. Unser N. het d Fënster iⁿgschlaⁿ Bf. Er is e N., s wurd sin Lëbti nix us ⁱʰm Hf. Dis is e liedericher N.! Ingenh.

 PfWB  LothWB  RhWB nitnutzig O., nixnutzi(g) U. Adj. untauglich, wertlos, liederlich. Du bis e nixnutziger Schlingl! Hf. Schlau, klug, geweckt (ohne tadelnde Nebenbed.): Das Büewle het awer nitnutzigi Äügler [Èìklər] äm Kopf M.; Adv. [s lyùkt nitnùtsik M.]

eigeⁿnützig [èikənetsik M.] geizig.

 PfWB  LothWB  RhWB nutzeⁿ [nùtsə allg.] nützen. s nutzt nix Hlkr. Nutzt's nix, ze schod’s nix! sagt der Bauer, wenn er z. B. ein bekanntes Hausmittel gegen eine Krankheit anwendet K. Z. Aberglaube: E Kuʰ n. durch Zaubereien einer Kuh die Milch nehmen Roppenh. Min Kuʰ is wider gnutz woreⁿ! ebd. — Schweiz. 4, 892. Schwäb. 411. Bayer. 1, 1777.

 PfWB  LothWB  RhWB Nutzeⁿ m. Nutzen als Ergebnis von Milch und Butter vom Rindvieh Dü. Z. Aberglaube: Dr N. ewëg füetreⁿ durch Zaubereien sein Vieh so füttern, dass auch der Nutzen eines anderen dazu kommt Dü. Bayer. 1, 1776.

 PfWB  RhWB nützlich [nìtslik Mü.; nìtsliχ Str.; netsli K. Z.] Adj. nützlich, einträglich.