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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Niet bis nöten (Bd. 1, Sp. 794a bis 794b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Niet [Nìət Felleri.; Nìat Su. Geberschw. Hlkr. K.; Niet M.; Nît Str.; Nìèt Z.; Demin. Nìətələ Roppenzw.] f. 1. Nagel ohne Kopf: Sag, dr Schueʰmacher soll mⁱr Nieteⁿ in d Schueʰ schlageⁿ Hlkr. 2. langer Nagel, Lattennagel Geberschw. 3. Niete, Nagel Su. 4. Scharnierstift Felleri. Roppenzw. Schweiz. 4, 851.

nieteⁿ [nìətə Roppenzw.; nìatə Hlkr.; nìètə Z.; Part. kənìèt Z.] 1. nieten, befestigen; übtr. zu stande bringen, bewältigen, bes. mit Verneinung: Dis hes ni geniet! Z. 2. löten Roppenzw. Hlkr. Niet die Channe! Roppenzw. Schweiz. 4, 871. Bayer. 1, 1770.

aⁿnieteⁿ, Part. aⁿgnietet 1. annageln, festnageln: Iʰ muess dië Latteⁿ a. Geberschw. 2. anlöten, verlöten: Bring dis Pfännle im Spëngler, ass r d Handheb widr aⁿnietet Hlkr.

vernieteⁿ, Part. verniet niet- oder nagelfest machen Z.Schweiz. 4, 852.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Not [Nôt Liebsd. Banzenh. Gebw. Bf.; Nyot M.; Nót Steinb. Su. Osenb. Hattst. Dü. Barr Str. U. W.] f. 1. Not. N. lideⁿ allg. Spw. Dr Stolz (Hoffert Barr, Hofoʰrt K. Z.) muess N. lideⁿ Banzenh. Es lidet N. es erleidet Schaden (durch Reiben, Nässe u. s. w.) Su. Wëⁿⁿ mr in dr N. is, is mr nit diffisil (frz. difficile); mr is froʰ, wënn eim epper hilft, is’s wër's will Dü. Rda. D lieb N. mit eim haⁿ Bf. Jetz het s keⁱn N. meʰʳ jetzt ist nichts mehr zu befürchten Z. ‘so meinen sie, es

[Bd. 1, Sp. 794b]
hab kein not mehr’ Geiler Narr. 27. Scherzh. Mⁱr han am Mangl keⁱn N. Z. Do het s keⁱn N. am Mangl oft scherzweise für einen Fall des Überflusses Betschd. 2. N. sin mit Dat. Pers. nötig haben, eilig sein: Jo, s is mⁱr N. es fällt mir nicht ein Gebw. Hlkr. Str. Iʰ ha gmeint, r hilft mⁱr; awer jo, s ist ihm N. Dü. [jyo s e mr toχ N. trùm danach frag' ich nichts M.] 3. natürliches Bedürfnis allg., aber seltener U. D N. verrichteⁿ Su. Hes N.? Hattst. Uf m Wëg han iʰ so N. gha Osenb. s is mⁱr nit guet, iʰ ha all Gebot N. Liebsd. s is mⁱr N. ich muss die Notdurft verrichten Bf. Schweiz. 4, 854. Bayer. 1, 1771.

Krüzschwërnot [Kritswarnôt Bf.] Fluchwort.

 PfWB  LothWB  RhWB notwëndig [nótwantik O.; nótwænti(χ) Str.; nótwanti K. Z.; nótwæntìχ W.] 1. Adj. nötig, notwendig. s is n., dass d Bëttellit Hund hän! Horbg. Jo ich hob's n.! es fällt mir gar nicht ein Dunzenh. Dis is so n. aˡs Brot Geud. 2. Adv. notwendigerweise, unbedingt: Di Rüewle soˡˡteⁿ n. noch emol gerüert sin für m Rëjeⁿ Ingenh. Ich soˡˡt n. noch ins Fëld Geud. Luej nummeⁿ nit so n.! gierig, begierig Geud., stumm bittend Ingenh.

noteⁿ [nótə Osenb.] Not leiden. Mⁱr hän müesseⁿ n. — Schwäb. 408.

 PfWB  LothWB  RhWB nöt [nét Dü. Geisp. K. Z.; nêt Wh.; nǽt Bühl] 1. Adv. mit Not, schwer, ungern. Ër het's n. gemoʰt Geisp. Deneⁿ (Knëcht) hoⁿ mⁱr jetz gor ori n. verloreⁿ mit Bedauern von unserm Hof weggehen sehen Geud. Ich han dich so gërⁿ ghat un so n. geʰn gelosst Wh. Dis het r jetz n. rusgën Dunzenh. Wann d Sunn nit schint, ze dörrt s Heü n. Hf. Hf. Bi dem Wëtter truckⁿt s n. Ingenh. ‘nte ungern’ Chron. 2. Adj. a) leer, hungrig: Mit ere Supp haw iʰ nit gësseⁿ, s wurd mⁱr glich wider n. druf Dü. b) Adj. schal, warm; von Flüssigkeiten: s Bir is n. Wh. Hess. 286. mhd.  Lexer nôte, nœte  Lexer Lexer 2, 107; mehr mnd. node.

unnöt Adv. gern, nicht ungern: Er het d Arzenei u. genommeⁿ Hf.

nöten nötigen Chron. Geiler J. Sch. 21. — Schweiz. 4, 864. Bayer. 1, 1774.