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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Nuss bis Musketnuss (Bd. 1, Sp. 788a bis 789a)
 
  PfWB  LothWB  RhWB Nuss [Nùs allg.; Pl. –ə; Demin. Nìslə, Neslə O., Nesl U.] f. 1. Nuss, Walnuss. E Hüffl Nusseⁿ Häufchen von vier Nüssen U. Nusseⁿ läufleⁿ die grüne Schale der Nüsse entfernen Su. K. Z. Nusseⁿ kleckeⁿ Nüsse aufschlagen Mutzig. Nusseⁿ reineⁿ die Kerne aus den aufgeklopften Schalen heraussuchen Su. K. Z. Scherzfrage: Wiˡˡˢt e N.? Steck dr Finger ins Loch un loss dr Dumeⁿ duss! Ruf. E N. is e Brotdieb wenn man Nüsse isst, braucht man viel Brot dazu Rchw. Nusseⁿ mācheⁿ Öl aus den Nüssen pressen Mutzig. Wetterregel: Wënn's am Johanni (24. Juni) rëjⁿt, gheieⁿ d Nussen hera Dü. Er losst sich zwingeⁿ zuem Trinkeⁿ wi e Nuss in e Sester er trinkt gern Ruf. JB. IX 126. ‘Nussen’ Pl. Gol. 400. ‘Zu Adolffi soll man aller erste luegen ob die nussen auch schon gut sein’ Str. 1625 JB. VII 114. ‘e paar Nuss’ Lustig I 376. ‘usgenommen allein nusse, die mögent die frouwen wol messen’ Str. 15. Jh. Brucker 336. Auf

[Bd. 1, Sp. 788b]
die Frage Wo anneⁿ? die ausweichende Antwort: Bah, voⁿ danneⁿ! Nusseⁿ klickeⁿ Un dir d Schaleⁿ schickeⁿ Rauw. Nüsslis macheⁿ Dü., Nüssls spieleⁿ mit einer Nuss nach einem Häufchen (s. o.) werfen; wer dasselbe trifft, darf es für sich nehmen Mutzig Hf. ‘wann jr nicht mehr lebet vnnd die Schwaben mit ewern beynen Nuss abwerffen’ Fisch. Garg. 75. Rätsel: Hoch wie e Hus, Nider wie e Mus, Bitter wie Gall, Süess wie Honig: Sag mⁱr's bal! Co. Zwischen Zeile 3 und 5 noch eingeschoben: Hert wie Stein, und letzte Zeile abgefallen Scherw. Vier Brüeder sin nōch (nahe) binander, jedwëdreʳ is im e Kämmerle, zwischeⁿ jedem is e dünn Mürle un keⁱneʳ kaⁿⁿ mit m andreⁿ redeⁿ Obhergh. Übtr. e herti N. schwere Aufgabe, schwierige Arbeit Dü.; schweres Leid: dⁱes is e h. N. für dëⁿ Geberschw. Zss. Nussbaum, Nussöl, Nusskuecheⁿ, Nusseⁿwasser, Nusseⁿkracher. 2. Schlag auf den Kopf mit den Fingerknöcheln: Eim e N. gën Str. NBreis. 3. Teil des Schlosses am alten Perkussionsgewehr Dü. Schweiz. 4, 825. Bayer. 1, 1764.

 PfWB  RhWB Baumnuss f. Walnuss Dollern.

Bumbernüssle n. Pl. Demin. 1. Frucht des Lindenbaums Co. Horbg. 2. Bucheckern Rapp. [Pìmpərnìsl Str.] die in den Gärten gepflanzte Staphylea pinnata Kirschl. 1, 153. — Schweiz. 4, 829.

 PfWB  LothWB  RhWB  RhWB Ërdnuss f. Erdnuss, knollige Platterbse, Lathyrus tuberosus Su. Kirschl. 1, 192. — Schweiz. 4, 827.

Fustnuss [Fytnùs Steinb. M.] f. 1. grosse, dicke Nuss Steinb. M. 2. Faustschlag mit den Fingerknöcheln M.

Gockelsnuss f. 1. Kokosnuss (selten). 2. Pl. Prügel Z. Gockesnusse Str.

 PfWB  RhWB Grübelnuss, Rübelnuss [Krîplnùs Hi.; Krewlnùs Su. NBreis. M. Horbg. Dü. Bf. Str. K. Z.; Kriwlnùs Tieffenb.; Rewlnùs Betschd.] f. kleine Nuss mit sehr harter Schale, deren Kern fest in die Rinnen der Innenseite der Schale hineingewachsen und daher schwer zu entfernen ist, Steinnuss. — Schweiz. 4, 828. Bayer. 1, 1764.

 PfWB  RhWB Haselnuss [Hâslnùs fast allg.; Hôsl- Ndhsn. K. Z. Prinzh.] f. Haselnuss. ‘Haselnussen noisettes’ Martin Coll. 46. Rda. Guet wie H. ausnehmend gut Str.Schweiz. 4, 828.

[Bd. 1, Sp. 789a]

Jesuiternüssel, s. Teüfelsköpfle Seite 461.

Krüppelnuss f. Bed. wie Grübelnuss: Die (Frau) is so bös, sⁱe bisst e K. uf Dunzenh.

 PfWB  LothWB  RhWB Musketnuss [Mùkətnùs allg.; Pl. –nìs Pfetterhsn.] f. 1. Muskatnuss; in zerriebenem Zustande sehr beliebt als Zuthat zu einer guten Fleischsuppe, bes. für Herrenleute Z. Absprechendes Urteil: Du verstoʰs grad so vil voⁿ dr Sach aˡs e Chue vo-n-ere M. Blotzh., ähnl. allg. Was weiss e Kueʰ vu - n - ere M., wenn si noch in keⁱⁿm Ladeⁿ gsiⁿ is? Geberschw. Mütt. ‘E Kueh versteht nommeh von ere Muschketnuss ass der von Höfflikait’ Pfm. II 6. ‘dervunn verstehn, was e Kueh vunn ere Muschketnuss’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 20, Syn. Musket Pfetterhsn. 2. Kloss aus Wurstteig von der Grösse einer Nuss Lutterb. Schweiz. 4, 828.