Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
nün(e) bis Nondedjuk (Bd. 1, Sp. 776a bis 776b)
 
  PfWB  LothWB  RhWB nün(e) [nínə Heidw. Su. Betschd.; níni Logelnh. Dü.; nín Co. Dü. K. Z. Str. Han.; n M.; næin Bühl Aschb.: die verlängerte Form meist absolut gebr., die kurze vor einem Subst.] Zahlwort neun. E Nüner eine 9 allg. Nün Kinder is e Mul voll! Su. Dü. Si sin iʰri nüne Su. Nüni, halwer nüni, noʰ deⁿ nüneⁿ, nüni litteⁿ Neunuhrglocke läuten Dü. Am nüne is r kummeⁿ Logelnh. Am nüne geʰn d Fineⁿ (näml. zu Bett), am zeʰneⁿ geʰn d Schöneⁿ Z. Iʰ ha deⁿ Schnitterⁿ s Nüne brocht den Morgenimbiss um 9 Uhr Heidw. Zss. Nünerstein Mühlenspiel U. Nünmörder Neuntöter Hf. Neun Jahre ist ein beliebter Termin für Pacht, Versteigerungen von Grundstücken K. Z. ‘Wol mag ein jeglich capitel derselben clöster einem ganzen capitel ein gt verlihen IX jar und nit me’ Str. 1367 Brucker 294. — Schweiz. 4, 767. Bayer. 1, 1748.

Neuⁿling [Neile Kant. Selz u. Rheindörfer] n. Haufen von neun Garben: so werden die Garben immer aufgesetzt, u. zw. ist diese Sitte so eingewurzelt, dass dieselben vor dem Aufladen selbst noch dann zusammengetragen werden, wenn ein Gewitter am Himmel steht. — Schweiz. 4, 768.

nü(n)t [nít und nínt O.; nínt U.] neunte. — Schweiz. 4, 770.

 PfWB nünenünzig [nínəníntsik K. Z.; nínənintseχ Wh.] in der Rda. n. wi eⁱn Apetʰeker! wenn einer gerade 99 Pfund wiegt.

 PfWB  RhWB Nünenünziger [Nínəníntsikər Pfetterhsn. bis Co.] m. 1. scherzh. Bezeichnung für Elementarlehrer. Das is einʳ voⁿ deⁿ N. Heidw. Bis e N.? Steinbr. Das is e N., mit dëm is nix aⁿzfangeⁿ

[Bd. 1, Sp. 776b]
Co. Rda. Oiser Hergott het niemeⁿ gförchte aˡs d. N. un d Waidbuebeⁿ Pfetterhsn. 2. Mensch mit krummen Beinen Ruf. 3. Geizhals St.
 
 
Nünewìll [Ninəwil U. Rauw.] verdreht aus Lunéville: geʰ uf N. geh ab! Rauw. Herrgott N.! Glimpffluchwort Bisch.
 
 
Nandi [Nànti Lutterb.] Koseform des männl. Vornamens Ferdinand. Demin. Nandel [Nàntl Kerzf. Ndhsn.] — Schweiz. 4, 772.

Küngelenandi [Kekələnànti Lutterb.] m. Kaninchenliebhaber.
 
 
Nondebuckel [Nùntapùkl O.; Nùntəpùkl U.] Fluchwort potztausend, Himmelsapperment; oft auch bloss Ausdr. der Verwunderung, der Bekräftigung. N., wi is dëʳ Stein so hoch gflojeⁿ! Co. s muesst, N., bol anderst wëreⁿ Horbg. De kumms, N., allewil, wenn iʰ nit dr Zit ha Katzent. ‘Nondebuckel! wie sén diè so lustig’ Mangold Colm. Kom. 91. ‘Nundebuckel, muess mer do Saches üsgstehn’ Horsch JB. X 165. Als Subst. m. Schlaukopf, Pfiffikus, durchtriebener Kerl Str. ‘E Nundebuckel! — ich ruef d’ Bolezeij’ Horsch Hüssjé 20. — frz. nom d'un bougre.
 
 
 PfWB  LothWB  RhWB Nondedje [Nùntətjə Olti.; Nùntətja Hi. Su. Ruf. Obhergh. Bf.; Nùntətjê Co. Illk. Lobs.; Nùntətje Horbg. Str. K. Z.; Nùntətìe M.] Fluchwort. Dëʳ N. Keib! Su. s is, N., nit woʰr ebd. Dis is, N., vil Gëld! Obhergh. Das is e Nondedjes Maidele Horbg.; auch sonst wird der Genetiv mit verschlechternder Bedeutung vorgesetzt. N., het s do gerüaucht! da gieng es hart her Illk. N., s möss geʰn! Brum. N. Dunderwëtter! Hf. Verstärkt Herrgott N.! Illk. Lobs. ‘Tribel Nunn denn Dje!’ Stöber Daniel 3. Subst. m. 1. Teufelskerl: Du bis e N. Hf., e dummer N. dummer Teufel Str., e elënger N. nichtswürdiger Kerl Brum., e verdammter N. Geud. 2. übtr. in der Rda.: Er het dr Huet uf m N. sitzeⁿ im Nacken und auf einem Ohre Hi. frz. nom de Dieu. Schweiz. 4, 769.

Nondedjuk [Nùntətjùk Heidw.] Fluchwort, Glimpfform von Nondedje.