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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Niklaus bis Schoreⁿnickel (Bd. 1, Sp. 766b bis 767a)
 
  PfWB  PfWB  LothWB  LothWB  RhWB  RhWB Niklaus, Nikles, Nickel [Niklaùs Zinsw.; Nekləs Dollern Meis.; Nekl Rapp. Str. W.] männl. Vorname Nikolaus. Frz. Form Nicolas Katzent. Rapp. Str. W.; Koseformen: Nicki, Necki, Nickelani Hattst., Klaus, Klaüs, Kloisi, Klüäis; Demin. Nickele, Neckele, Klaüsle, Kläüsl, Kloisele; vgl. Seite 497. Der Name dient bisweilen als Scheltwort: taübeʳ Nickel; O., bes. in Zss. Scheltwort für Kinder Str. ‘Niggel, Nickel ein Schimpfwort unter Weibspersonen’ Klein. Über Gebräuche am St. Nikolaustag s. JB. III 130. — Schweiz. 4, 705. Schwäb. 407. Bayer. 1, 1732.

Nicki [Nìki Roppenzw. Geberschw.; Neki Ruf. Logelnh.] 1. Koseform des männl. Vornamens Dominicus und Nicolaus; 2. grober Mensch. Nicolauslied: ‘Niki Naki hinder m Ofeⁿ stëck i’ Bitschw. JB. VIII 168. Nicki, Nicki, Näcki, Hinderm Ofeⁿ stëck iʰ; bring mⁱr Äpfl un Bireⁿ, So kumm iʰ wider ʰʳfüreⁿ Lutterb. Santi Nikti nëck iʰ, Hindrem Ofeⁿ stëck iʰ; Gis mⁱr Äpfl un Bireⁿ, Se kumm iʰ widr ʰeʳfüreⁿ Rapp. JB. VII 166.

Drëcknickel m. schmutziger Mensch Roppenzw.Schweiz. 4, 705.

Dumeⁿnickel [Týmənekl Ruf. Str. Betschd.; Tymə- K. Z.] m. Däumling; kleiner unbeholfener Mensch, dummer Bursche. ‘Loss mi doch nit, wie i bin, So klein wie Dümenikel’ Ad. Stöber JB. VI 116. — Schweiz. 4, 705.

Gebirinickel m. Scheltname für Bewohner des Gebirges nach Lothringen zu Z.

 PfWB  RhWB Giftnickel m. zorniges Kind, jähzorniger Mensch K. Z. s. Alem. II 263 f. Syn. Gifthafeⁿ, –michl Str., –schisser Z.Schwäb. 407.

Hannickel männl. Vorname Johann Nikolaus U., bes. W. wo früher der Name Jean-Nicolas häufig vorkam. H. dient daher auch bes. als Verspottung des Lothringers aus dem Patoisgebiet,

[Bd. 1, Sp. 767a]
des Wälschen überhaupt Z. Spottruf: Wälscher H., Gugummersalat! oft mit dem Zusatz: frëss du deⁿ Drëck un ich deⁿ Spëck (zu den frz. Soldaten bei der Einquartierung) Str. MA. III 481. Necknamen: du kläner H.! e schwarzer H. ‘Bisch jo, Hannikel, noch nie in Kolmer gsin’ Pfm. II 6.

Pumpernickel m. 1. Kommisbrot der Soldaten. 2. wohl ein Gassenhauer: Bayer. I 392. Alem. 2, 262; 8, 51. Rda. Wo's dr Modeⁿ is, singt mr dr P. Horbg., mit dem Zusatz: iⁿ dr Kirich Bf. Ursprung der Rda. »Zu Weissenburg, wo man den Bumpernickel in der Kirche singt« Stöber Sagen 2, 177. 339. — Schweiz. 4, 707.

Saünickel [Sòinìkl Roppenzw. Su. Ruf.] m. schmutziger Mensch, Freund von unsauberen Reden. Syn. Soüludi, –teüfl Su.

Schëlleⁿnicki m. volkstüml. Übername des Mannes, welcher morgens die Bürger durch Schellen zum Wischen der Gasse aufforderte. St.

Schoreⁿnickel [Sóranìkl Ensish. Bghz.; ‘Sôrənìkl Ruf.] m. Mensch mit kurzgeschnittenem Haar. Zuruf der Kinder: Sch., Drëck am Bückele! Ruf.Schweiz. 4, 707.