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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Is bis Bügeliseⁿ (Bd. 1, Sp. 75b bis 76a)
 
  Is [Ís Banzenh. Co.; Is M. Str. K. Z. Han. Ndrbetschd. W.; Í Strüth Olti. Hi. Pfetterhsn. Heidw. Fislis Roppenzw.; Ít Liebsd.] n. Eis. Bauernregel: Mathis (24. Februar) bricht s Is, findt er keiⁿs, so macht er eiⁿs Su. Noʰ Mathis geʰt keⁿ Fuchs me üwer s Is Dü. Sprichwörtlich: Wënn s em Bock z wol is, geʰt er ufs Is Dü. Do steʰt er wie der Bock uf em Is steif, unbeholfen Dü. Uf s Is füereⁿ mit verfänglichen Worten in Verlegenheit bringen Str. ‘das iß sol .. starg sin’ Brucker 171 (14. Jh.) Zss. Iskärchel, Isklotz, Isschueh, Istanzer, Isvogel, Iszapfeⁿ, Iszwirwele. — Schweiz. 1, 534. Bayer. 1, 162.

Glaris n. Glatteis Obhergh. Horbg. Dü.Schweiz. 1, 534.

 PfWB  LothWB  RhWB Glattis, Glättis [Klàtis Str. K. Z. Ndrbetschd.; Klètis Kindw.] n. Glatteis.

[Bd. 1, Sp. 76a]

glattiseⁿ ‘es gltteisst oder es ist glasurt il fait verglas’ Martin Coll. 138.

 PfWB  RhWB Grundis [Krùntis Ingw.] n. Grundeis. S geʰt G. es ist sehr kalt. Der wickelt sich in, mer meint, s G. geʰt. — Schweiz. 1, 535.

isig [ísik Banzenh. Co.; íik Olti. Hi.] eisig, eiskalt, s. auch hinter Iseⁿ. — Schweiz. 1, 536.

iseⁿ [ísə Ruf. Logelnh. Dü. Molsh.; íə Olti. Hi.; isə Str. K. Z. Ndrbetschd. Han.] Eis brechen für Brauereien. — Schweiz. 1, 535.
 
 
Iseⁿ [Ísə allg.] n. 1. Eisen. Der is von (oder wie) I. un Stal ist hart, kann viel vertragen Str. Er het e Hërz von I. ist unbarmherzig. D Not bricht I. Mr soll s I. schmideⁿ so lang ass es heiss is Obbr. Alt I. kraft- und wertloses: zsammeⁿschlaⁿ wie s alt I. Liebsd. Drohung bes. gegen Kinder im Spass. Der ghört bald unter s alt I. ist altersschwach Dü. Die Händler, welche für Geschirr altes Eisen und Lumpen nahmen, riefen früher: Wer will Gschirr kaüfeⁿ, der soll an (den Markt oä.) laüfeⁿ: alt Iseⁿ un alti Lumpeⁿ! Dü. 2. Bes. Hufeisen, s. Rossiseⁿ. S het auʰ schoⁿ ne Iseⁿ abgerënnt (von einem Mädchen gesagt) sie hat ein unehliches Kind; ‘gestampffte Frawen und Jungfrawen die etlich eisen abgeworffen hatten’ Fisch. Garg. 437. ‘Sie hat ein Eisen abgerent (verloren, abgeworffen) Elle a pissé des os’ Martin Coll. 143; auch ‘ein Huffeysen abgerennet haben’ Parl. N. 1637. 516; von einer männlichen Person: er ist schon im Gefängnis gewesen Banzenh. Eim uf d Iseⁿ geʰn [lyùkə M.; løwə Wh.] scharf beobachten Illz. Str. ‘da ein mensch im selber uff die Yszen luget was er thu’ Geiler Emeis 23. Zss. Iseⁿbaʰn, Iseⁿbisser.

Demin. Isel [Ísl] n. kleines eisernes Gerät: s fürig Isel das Glüheisen (Heilkunde) Hf.Schweiz. 1, 536. Bayer. 1, 162.

Abkeʰriseⁿ n. Eisen am Pflug, vorn mit einem Haken, woran die Pferde angespannt werden; nach rechts gestellt, ergibt es eine grössere Furche Obhergh.

Bügeliseⁿ n. Bügeleisen, Plätteisen allg. ‘Bögel Eissen’ Str. Not. Urk. 1745. — Schweiz. 1, 542.

[Bd. 1, Sp. 76b]