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Wörterbuch der elsässischen Mundarten  
 
Meister bis Schu(e)lmeister (Bd. 1, Sp. 732a bis 733a)
 
  Meister [Maitər S. O. Str. W.; Mèiter M.; Mæitər K. Z. Betschd.; Mátər Bühl Ndrröd.; Mætr Wh.] m. 1. Meister, Herr, Lehrherr, Brotherr, Sieger im Kampf; oft auch scherzhafte Anrede. Miⁿ M. Su. Gang, hol dr M. do ane! Hlkr. Spw. Wënn d Katz furt is, sin d Müs M. Dü. Hüt bin iʰ allein M., unser Lüt sin furt

[Bd. 1, Sp. 732b]
Ingenh. Zei, pack ⁱʰne; ich will emol sëʰn, wer M. wurd Dunzenh. Üwer dich wur iʰ noch M. in einem Ringkampf Dü. Rapp. D Dütscheⁿ sin M. wordeⁿ Hi. M. bleiweⁿ Ndrröd. Er macht ⁱʰm dr M. zwingt ihn Ingersh. Er wird noʰ n-emol siⁿⁿ M. findeⁿ Banzenh. Dë wurs diⁿⁿ M. oʰ noch findeⁿ Obhergh. Eim dr M. zeigeⁿ O., deⁿ M. zeijeⁿ U. = zurechtweisen, den Standpunkt klar machen. Iʰ ha dëm verdammteⁿ Chaib dr M. zeigt Blotzh. M. sin üwer Macht haben über: Er is nimmi M. üwer siʰ gewën war seiner selbst nicht mehr mächtig Z. ‘Es ist ein armselig ding, wenn einer meister wil sin, der ist kein lehrjung gewesen’ Geiler, s. Als. 1862/67, 151. ‘ob sie gar mchten meister werden’ Mosch. I 37. ‘D’ Frau isch Meister, nit d'r Ma!’ Schlusszeile eines Kinderreims Pfirt Stöber Volksb. 66. ‘Spitze Schu vnd Knöpfflein dran, Die Fraw ist Meister vnd nicht der Mann’ aus einem alten ‘lieblichen Küchelliedlein’ Mosch. II 326. 2. Hexenmeister Hf. 3. ‘Schinder, Henker’ Mü. St. Mäder. In Sprache und Sittenbildern geschildert von Adam Mäder ... hg. v. Aug. Stöber, Mülhausen 1876.. 4. Adj. das Beste, Vorzüglichste, Entscheidende allg., aber selten. [sal e s mèitər M.] ‘Der Maister isch by-n-üss der Herbst’ Co. Pfm. II 6. Zss. Meisterkopf, –kueʰ, –los, –losig, –schaffer. — Schweiz. 4, 511. Bayer. 1, 1682. Westerw. zu 3.

Ammeister m. Oberhaupt der Zünfte Str. ‘Poz Bliz un Haauelwetter, der Herr Stettmaister isch ’s un der Ammaister’ Pfm. V 9. ‘am meister’ Geiler P. II 114. — Schweiz. 4, 514.

Burgermeister [Pùrjərmaistər, –mæitər U.] ‘Consul, Burgermeister, Ammeister’ Gol. 120. ‘Der burgermeister aid’ Wattw. 16. Jh. JB. III 71. — Schweiz. 4, 520.

 PfWB Dorfmeister m. Bürgermeister, manchmal Schultheiss, also genannt in den Dorfschaften des Rieds. Rathsprot. 16. bis 17. Jh. St.Schweiz. 4, 531. Bayer. 1, 1682.

 PfWB Drillmeister m. Instructor der Rekruten St.Schweiz. 4, 532.

 PfWB  RhWB Hofmeister m. Ceremonienmeister bei Hochzeiten, die Ehrenknaben; bei Taufen, Banketten u. a. Mü. Stöber Mäder 87. — Schweiz. 4, 516.

 PfWB  LothWB  RhWB Husmeister m. Hausherr, Vermieter, Hauseigentümer Su.Schweiz. 4, 517.

[Bd. 1, Sp. 733a]

Lesmeister m. ‘vil leßmeister aber wenig lebmeister’ Geiler Narr. 59. — Schweiz. 4, 518.

Quartiermeister m. Gefängniswärter, gewöhnlich mit nachfolgender Ortsbestimmung: Er kummt zum Q. z Gëwiller Gebw.

Schliesseⁿmeister m. Schleusenwärter Heidw. Dü. Z.

Schu(e)lmeister m. Lehrer, Elementarlehrer. — Schweiz. 4, 527.